Mittelfrist

ausgegeben am Montag, den 13.07.2026 um 10.30 UTC



Zunächst gebietsweise kräftige Gewitter, lokal Unwetter und teils starke
Wärmebelastung, am Wochenende deutlich kühler. Nachfolgend von Westen
antizyklonaler.
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Synoptische Entwicklung bis zum Montag, den 20.07.2026


Am Donnerstag, dem Beginn der Mittelfrist, liegt ein Höhentief über
Norddeutschland und zieht langsam Richtung Nordsee. Am Boden liegt im Süden eine
Tiefdruckrinne mit feuchtwarmer Luft. Rückseitig des Höhentiefs wird in den
Nordosten ebenfalls feuchtwarme und labile Luft geführt. In 850 hPa liegt die
Temperatur zwischen 10 Grad unter dem Höhentief und bis zu 17 Grad im äußersten
Süden. In der Nacht zum Freitag zieht ein flaches Tief von Frankreich her in die
Mitte Deutschlands. In feuchtwarmer und labiler Luft kommt es gebietsweise zu
gewittrigem Regen.

Am Freitag stößt über der Norwegischen See ein Trog südwärts und fängt das
Höhentief über dem Südteil der Nordsee ein. Das Bodentief über der Mitte
Deutschlands gelangt auf die entwicklungsgünstige Vorderseite des Troges und
vertieft sich auf seinem Weg zur Südlichen Ostsee. Verbreitet kommt es zu
schauerartigen und gewittrigen Niederschlägen, die vor allem im Feld des Tiefs
im Nordosten kräftig ausfallen können. Die Temperaturverteilung in 850 hPa
ändert sich zum Vortag kaum und reicht von 10 Grad im Nordwesten bis zu 17 Grad
im Südosten Bayerns.

Am Samstag erreicht das Tief (an der Schwelle zum Sturmtief) mit einem Kerndruck
nahe 995 hPa die Südöstliche Ostsee. Zwischen einem umfangreichen Hoch mit fast
1035 hPa nordwestlich von Irland baut sich ein veritabler Druckgradient auf. Der
Trog über Deutschland schwenkt und leichter Verstärkung langsam ostwärts. Mit
einer deutlich auffrischen nordwestlichen Strömung (Bft 8 an der Nordsee) fließt
allmählich kühlere Meeresluft nach Deutschland. Die Temperatur in 850 hPa liegt
zwischen 6 und 13 Grad, mit den tiefsten Werten im Westen. Schwerpunkte der
Konvektion liegen im Bereich eines Randtroges im Nordosten Deutschlands und im
Süden Deutschlands, wo sich die feuchtwarme Luft noch halten kann. An den Alpen
kommt eine Staukomponente dazu.

Am Sonntag schwenkt der Trog nach Westpolen. Deutschland liegt rückseitig in
einer nordwestlichen Strömung. Zwischen dem nach Finnland weitergezogenen Tief
und dem sich kaum verändernden Hoch über dem Atlantik weht der Wind an der Küste
anfangs frisch bis stark. Es wird mäßig warme Meeresluft (Temperatur in 850 hPa
um 8 Grad) herangeführt. Vor allem in der Osthälfte und an den Alpen kommt es zu
Schauern und Gewittern bzw. an den Alpen auch zu mehrstündigem Regen.

Zu Beginn der kommenden Woche verschieben sich die Druckgebilde, sowohl der Trog
über dem östlichen Mitteleuropa als auch das Höhenhoch über dem Atlantik langsam
ostwärts. Das Bodenhoch kommt bis Mittwoch zum Ostteil der Nordsee voran. Über
Osteuropa entwickelt sich trogvorderseitig ein Tief. Randtröge beeinflussen die
Osthälfte Deutschlands. Dort kommt es tagsüber zu Schauern und einzelnen
Gewittern. Die Mengen sind aber in der Fläche gering. Im Westen dominiert
aufgrund des Hochs Absinken. In 850 hPa liegen die Temperaturen meist zwischen 6
und 10 Grad, im äußersten Süden auch knapp über der 10-Grad-Marke.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Zu Beginn der Mittelfrist am Donnerstag liegt ein Höhentief über Deutschland.
Dieses ist gegenüber den Vorläufen etwas markanter aufgeprägt. Am Boden
dominiert ein umfangreiches Hoch über dem Nordostatlantik, dessen Keil bis nach
Norddeutschland reicht. Über Süddeutschland liegt eine Tiefdruckrinne mit
feuchter Luft. Am Freitag wandert das Höhentief zur Nordsee und wird dort am
Samstag von einem über die Norwegische See südwärts vorstoßenden Trog
eingefangen. Der Trog schwenkt in der Folge am Wochenende über Deutschland
ostwärts. Rückseitig wird zwischen einem Tief über dem Baltikum und dem Hoch
über dem Ostatlantik mäßig warme Meeresluft nach Deutschland geführt.
Die Vorläufe hatten den Trog nicht so weit südwärts ausgreifen lassen und im
gestrigen 00-UTC-Lauf wurde das Höhentief nicht eingefangen. Der gestrige
00-UTC-Lauf hatte dementsprechend auch keinen über Mitteleuropa ostwärts
schwenkenden Trog, sondern eine Hochdruckbrücke in der Höhe und eine
Tiefdruckrinne am Boden mit feuchtwarmer Luft. Die Konsistenz ist grundsätzlich
zum gestrigen 12-UTC-Lauf deutlich besser als zu gestrigen 00-UTC-Lauf. Die
Konsistenz zum gestrigen 00-UTC-Lauf ist allenfalls anfangs noch gut und ab
Samstag schlecht.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


ICON lässt das Höhentief statt zur Nordsee Richtung westliche Ostsee ziehen. Im
Laufe des Wochenendes greift auch bei ICON der Trog von Nordwesten her über und
nachfolgend strömt deutlich kühlere Meeresluft ein. GFS UND UKMO zeigen den Trog
deutlich schwächer, aber auch bei den beiden Modellen dreht die Strömung
großräumig auf Nordwest. Die advehierten Luftmassen sind aber nicht ganz so kühl
wie bei ICON und IFS.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


RAUCHFAHNEN:

Deutschlandweit zeigen die Ensembles für das Geopotenzial in 500 hPa einen
deutlichen Rückgang bis zum Wochenende und im Anschluss eine zögerliche
Erholung. Die Unsicherheit nimmt ab Sonntag allerdings deutlich zu.

Die Temperatur in 850 hPa zeigt ein ähnliches Muster. Nach einem Maximum zu
Beginn der Mittelfrist zwischen 14 und 18 Grad, wird am Wochenende ein Minimum
um 8 Grad erreicht. Im Anschluss steigt die Temperatur in den meisten Läufen
leicht an. Hitze ist auch dann unwahrscheinlich.

Die Niederschlagssignale nehmen ab Sonntag deutlich ab und sind in der kommenden
Woche kaum vorhanden.

CLUSTER:
Für Donnerstag und Freitag ergeben sich sechs Cluster, die alle dem Regime
"Blocking" zugeordnet werden. Der Hauptlauf gehört dem mitgliederstärksten
Cluster an. Für Deutschland ergeben sich Unterschiede im Hinblick auf den Abbau
des hohen Geopotenzials. Cluster 1 nimmt dabei eine mittlere Rolle ein.

Für Samstag bis Montag gibt es fünf Cluster. Es findet ein Wechsel hin zum
Regime "Mittelatlantischer Rücken" statt. Allen Clustern ist der Rücken über dem
Ostatlantik und der bis nach Mitteleuropa reichende Trog über Skandinavien
gemein. Die Ausprägung des Troges wird unterschiedlich simuliert. Wobei das
Cluster des Hauptlaufs einen eher stärkeren Trog zeigt.

Für Dienstag bis Donnerstag nehmen die Unterschiede zwischen den Clustern
deutlich zu. Sie bieten die Regime "Blocking" und "Mittelatlantischer Rücken"
an. Unterschiede für Deutschland ergeben sich in der Frage, inwieweit der Rücken
ostwärts vorankommt bzw. die Strömung zonalisiert. Die mitgliederstärksten
Cluster zeigen die Variante des Hauptlaufs, andere Cluster sind zyklonaler
aufgestellt.

FAZIT:
Nach einem gewittrigen Beginn der Mittelfrist (Fokus Nacht zum Freitag und
Freitag) vollzieht sich zum Wochenende ein markanter Wetterwechsel. Mit einer
hochreichenden nordwestlichen Strömung flutet mäßig warme bis warme Meeresluft
das gesamte Land. Im Westen dominiert rasch wieder Hochdruckeinfluss, im Osten
dauert dies länger. Ein rasches Aufflammen der Hitze ist sehr unwahrscheinlich.

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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


EFI:

CAPE&shear:
Am Freitag im Süden deutliche Hinweise auf ungewöhnlich hohe Werte. EFI um 0,7,
SoT über 0.

WIND:
Für Samstag und Sonntag geringe Hinweise an der Nordsee für ein Ereignis am
oberen Ende des Klimas.

EPS:

WIND:
Von Samstag bis Montag geringe Wahrscheinlichkeit für Bft 8 an der Nordseeküste.

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Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, IFS-EPS, MOS-Mix
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VBZ Offenbach / M.Sc. Met. Thore Hansen