Kurzfrist

ausgegeben am Sonntag, den 08.11.2026 um 18 UTC

Schlagzeile:
Ab Montagmittag im Südschwarzwald und im Oberallgäu einsetzender Dauerregen. Auf
Alpengipfeln
zeitweise Sturmböen. Sonst in den Nächten die übliche Grenzschichtproblematik
mit lokalem Frost und Nebel.

GWL und markante Wettererscheinungen:
Süd bis Südost antizyklonal (Sa/SEa)

Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 06 UTC
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Montag, den 09.11.2026

Synoptische Entwicklung:
Aktuell reicht ein insgesamt sehr antriebsschwaches Höhentief (kaum Vergenzen,
Gradienten, Advektionen) von der Nordsee über große Teile Deutschlands hinweg
südostwärts bis nach Slowenien. Man erkennt spürbar die Schwierigkeit mit der
gealterten, stabil geschichteten Festlandsluft über Deutschland zu interagieren.
Vereinzelt gelingt es aber doch in Form schlapper Schauer, de abgehoben im
Niveau zwischen 900 und 750 hPa und damit vielfach unterhalb der Nullgradgrenze
erzeugt werden. Auf der Trogrückseite folgt ein vorübergehender, gerade in der
unteren Troposphäre recht flacher Rücken von Westen nach, der bereits von
seichter WLA überlaufen wird. Dies kündigt bereits die von der Biskaya auf den
Westalpenraum übergreifende Warmfront des umfangreichen und sehr ästhetischen
Sturmtiefs PIA (international BRUNA) an, aus der sich im Laufe des Montags noch
eine Warmfrontwelle entwickeln soll, die bei uns von höherer Relevanz ist.
Bodennah schwindet zwar der Einfluss des Hochs KLAUS weiter, das sich inzwischen
weit südostwärts zum Schwarzen Meer verabschiedet hat, letztlich aber seine
Fühler mit einer schwachen südöstlichen Grundströmung auf einem Niveau nahe 1025
hPa noch immer ein Stück weit bis nach Deutschland ausstreckt. Somit bleiben
auch in der kommenden Nacht Grenzschichtprozesse federführend und die anfänglich
noch zarten Auflockerungen hier und dort (größerer Natur eigentlich nur noch
zwischen Freiburg und München) werden rasch mit Nebel gefüllt. Beeindruckend die
Wahrscheinlichkeiten im WarnMos (Sicht unter 150m) von verbreitet über 50% in
weiten Teilen Baden-Württembergs, des Saarlands, Rheinland-Pfalz und Hessens.
Die Temperatur sinkt meist auf +5 bis 0 Grad ab, bei längeren Auflockerungen
besteht vor allem im Osten und Süden Frostgefahr, wenn auch nicht mehr in der
Schärfe der vergangenen Nacht.

Potentielle Warnelemente:
Gebietsweise Nebel und Frost.

Modellvergleich:
Die Modellunterschiede sind gering.

Konsistenz:
Die Konsistenz ist gut.


Dienstag, den 10.11.2026


Synoptische Entwicklung:
Am Montag verlagert sich der Höhentrog in den Norden Deutschlands und sorgt dort
gebietsweise für leichte Niederschläge. Gleichzeitig befindet sich über dem
nahen Ostatlantik weiterhin die umfangreiche, nahezu ortsfeste Zyklone PIA (int.
Bruna), die zunehmend feuchte und milde Luftmassen in den Südwesten Deutschlands
steuert. Dabei greift im Tagesverlauf die Warmfront von PIA mit kräftiger WLA
auf den Süden über. Verbunden mit einem markanten Hebungsgebiet am Rande des
Troges (IPV ziemlich außen vor, daher überrascht das Hebungsmaxima in der
Intensität schon ein wenig, aber WLA Beiträge wirklich sehr stark) setzen im
Süden im Laufe des Tages, etwa vom Schwarzwald bis zu den Alpen und ins
Alpenvorland ostwärts ausgreifende Regenfälle ein. Sie breiten sich am Abend und
in der Nacht zum Dienstag noch etwas nach Norden aus etwa bis zu einer Linie
Südpfalz-Niederbayern. Durch die Bildung einer Warmfrontwelle über dem äußersten
Süden regnet es länger anhaltend und zeitweise auch kräftiger, wobei die
Niederschläge bis Dienstagnachmittag/Abend anhalten. Bis dahin können im Süden
gebietsweise 10 bis 25 mm, insbesondere im Bereich des Südschwarzwaldes sowie
vom Bodenseeraum bis zum Allgäu auch 30 bis 40, lokal auch bis 50 mm in 24
Stunden fallen. Bezüglich der Schwerpunkte und Mengen sind sich die
deterministischen Modelle nach wie vor noch etwas uneinig. Was aber zu
beobachten ist, dass mit Verfügbarkeit des AROME bis zu diesem Zeitraum sowie
auch UK10 im 12 UTC Lauf stützen die ICON-Variante mit einem weiteren
Schwerpunkt Richtung Oberallgäu. Seitens der probabilistischen Modelle gibt es
für die genannten Gebiete erhöhte Wahrscheinlichkeiten für Mengen über 30 mm/24
Stunden, punktuell auch geringe Wahrscheinlichkeiten für Mengen über 50 mm.
IFS-EPS ist generell (noch?) zurückhaltender.
In den weiteren Landesteilen verlaufen der Tag und auch die Nacht relativ ruhig,
teils mit Hochnebel, teils aber auch mit größeren Lücken und etwas Sonnenschein.
Etwas Regen fällt im Einflussbereich des Troges nur sehr vereinzelt - am ehesten
in Küstennähe.
Vor allem in höheren Schichten frischt der Wind auf, sodass in den Hochlagen der
Alpen Sturmböen Bft 8 bis 9 aus Südwest aufkommen.
Die Höchstwerte liegen tagsüber im äußersten Nordosten teilweise nur um 3 Grad,
sonst zwischen 6 und 11 Grad. In der Nacht geht die Temperatur auf +6 bis -3
Grad zurück, wobei sich Frost auf die längeren klaren Gebiete im Bergland, über
der Mitte sowie im Osten beschränkt. In der Mitte und im Norden sinkt die
Sichtweite bei Nebel häufig unter 150 m.


Potentielle Warnelemente:
Vor allem im Südschwarzwald sowie vom Bodensee bis zum Allgäu ist markanter
Dauerregen von Montagnachmittag bis Dienstagnachmittag/abend wahrscheinlich.
Sonst steht weiterhin Nebel und regional leichter Frost auf der Agenda. Auf
Alpengipfeln sind Sturmböen zu erwarten, allerdings gerade so angekratzt und
nicht zwingend warnwürdig.

Modellvergleich:
Bezüglich der Schwerpunkte und Regenmengen sind sich die deterministischen
Modelle noch nicht einig. Zumindest der Südschwarzwald wird von den Modellen
inzwischen aber weitgehend übereinstimmend als Schwerpunkt herausgearbeitet.
Bzgl. Allgäu sind IFS und vor allem GFS deutlich zurückhaltender als ICON.
Seitens der probabilistischen Modelle gibt es für die genannten Gebiete erhöhte
Wahrscheinlichkeiten für Mengen über 30 mm/24 Stunden, punktuell auch geringe
Wahrscheinlichkeiten für Mengen über 50 mm. IFS-EPS ist generell
zurückhaltender.

Konsistenz:
Die Modelle erweisen sich bei den Basisfeldern als relativ konsistent. Die
Niederschlagsprognosen sind eher schwankend in der Ausbreitung nach Norden und
vor allem bei den Mengen. Die Schwerpunkte sind aber inzwischen recht
einheitlich simuliert. Daher wurde sich in Absprache und Übereinstimmung mit dem
Cluster Süd für die Ausgabe einer Warnung unmittelbar nach der Abendkonferenz
entschieden.


Mittwoch, den 11.11.2026


Synoptische Entwicklung:
Am Dienstag zieht der Höhentrog ostwärts ab und ihm folgt ein flacher
Höhenrücken. Im Bodendruckfeld beginnt der Druck über Deutschland wieder zu
steigen und es bildet sich schließlich ein kleines abgeschlossenes Hoch über
Deutschland aus. Es schlägt damit eine Brücke von einem Grönlandhoch zu einer
Hochdruckzone über Osteuropa. Mit Abzug des Troges kann es anfangs im Nordosten
noch etwas Regen oder Nieselregen geben. Ansonsten lassen die Niederschläge im
Süden durch die sich abschwächende Hebung im Laufe des Tages nach, kommen aber
entlang der wieder rückläufig und nach Norden abknickenden Warmfront von Alpen
bis zur Eifel nicht gänzlich zum Erliegen.
Im Norden hält sich oft dichte hochnebelartige Bewölkung, in der Mitte können
sich hingegen Nebel- und Hochnebelfelder stärker lichten mit etwas Sonnenschein.
Die Höchstwerte liegen zwischen 5 und 12 Grad.
In der Nacht zum Mittwoch wandert das kleine Hoch südostwärts ab. Die Warmfront
des nahezu stationären Tiefs PIA kommt über dem Westen weiter nordwärts voran.
Sie wird durch einen von der Nordsee hereinschwenkenden Kurzwellentrog
reaktiviert. Vor allem in der Südwesthälfte kommt es im gebietsweise zu
Regenfällen, die sich bis zum Morgen immer mehr zur Landesmitte ausweiten. Sonst
verläuft die Nacht ruhig, teils aufgelockert, teils mit Nebel oder Hochnebel.
Die Tiefstwerte liegen zwischen 8 Grad im äußersten Südwesten und -3 Grad im
Erzgebirge.


Potentielle Warnelemente:

Nach Ende der Dauerregenlage bleiben noch Frost und Nebel als warnwürdige
Ereignisse.

Modellvergleich:
Erwartungsgemäß wird die Auflösung/Bildung von Nebel und Hochnebel
unterschiedlich vorhergesagt, sonst gibt es keine wesentlichen Unterschiede
zwischen den Modellen.

Konsistenz:
Es besteht eine vergleichsweise gute Konsistenz, wenngleich die
Niederschlagsverteilung sowie Hochnebel-/Nebelbildung doch im Detail noch
unterschiedlich bewertet wird. Dabei macht ICON 12z einen plausiblen Eindruck.

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Fazit:
Meist ruhiges Herbstwetter mit Nebel und Hochnebel und in den Nächten regional
leichtem Frost. Von Montag bis Dienstag ist im äußersten Süden etwa vom
Schwarzwald bis zum Bodensee und dem Allgäu markanter Dauerregen wahrscheinlich.


Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Robert Hausen