Synoptische Übersicht Kurzfrist
GWL und markante Wettererscheinungen:
Übergang von SWz zu Sa
An der Nordsee und auf dem Brocken zeitweise stürmische Böen oder Sturmböen.
Nachts im Süden und in der Mitte gebietsweise Nebel und leichter Frost. Kommende
Nacht in Südostbayern und postfrontal vor allem im Westen sowie Teilen der Mitte
auch markante Glätte möglich!
Synoptische Entwicklung bis Dienstag 24 UTC
--------------------------------------------------------------
Sonntag... Heute zieht das Sturmtief ´ZENOBIO´ von der zentralen Nordsee zum
Skagerrak und hat derweil unter dem zugehörigen Trog nebst Höhentief den
Höhepunkt seiner Entwicklung erreicht. Das Maximum des Sturms bleibt über der
Nordsee, allerdings reicht es auch über der Deutschen Bucht, auf den Inseln und
vor allem an der nordfriesischen Küste bei auf Südwest bis West drehendem Wind
für stürmischen Böen und Sturmböen Bft. 8 bis 9.
An der westlichen Ostseeküste sind einzelne 7/8 Bft möglich, sonst spielt der an
der Ostsee meist ablandige Süd- bis Südwestwind kaum eine Rolle.
Die Kaltfront des Tiefs überquert dabei mit vorübergehend leichtem Regen weite
Teile Deutschlands ostwärts. In der dahinter einströmenden erwärmten
Subpolarluft sinkt die Temperatur in 850 hPa bis -4°C. Im Hochschwarzwald
(>1000m) geht der Regen abends in Schnee über, es akkumuliert sich aber nur
wenig Schnee. Der äußersten Osten und Südosten wird vom Niederschlag noch nicht
erreicht. Mangels Durchmischung werden in Teilen Bayerns kaum 2 oder 3°C
erreicht, sonst ist es mild mit 5 bis 10, in der Kölner Bucht mit 11 Grad.
In der Nacht zum Montag füllt sich das nach Südschweden ziehende Tief langsam
auf und die Kaltfront schwenkt nach Osten durch. Der Regen kann im Südosten (SE
Bayern) stellenweise in bodennah kalter Luft gefrieren und geht nachfolgend in
Lagen oberhalb 1000m in den Alpen und in Hochlagen des Bayerwaldes in Schnee
über (Warnung gelb, 2 bis 5, örtlich 10 cm).
Bei auffächerndem Druckgradienten wird der Wind an den Küsten nachts schwächer.
In weiten Landesteilen stellt sich erneut schwacher Hochdruckeinfluss ein, im
Süden und der Mitte mit örtlichem Nebel. Vor allem im Mittelgebirgsraum gibt es
leichten Frost und Glätte, besonders im Westen und Teilen der Mitte bis in den
markanten Bereich, da der Boden rasch auskühlen kann und noch nass sein dürfte.
Montag... dehnt sich das umfangreiche und hoch reichende Zentraltief mit Kern
südlich von Island mit seinem Frontensystem zur Nordsee und nach Frankreich und
Benelux aus. Aus dem Azorenhochkeil spaltet sich ein abgeschlossenes Hoch ab,
das nach Österreich wandert und dieses beeinflusst weite Teile Deutschlands,
sodass zunächst mit ruhigem Wetter zu rechnen ist.
In der noch hochreichend feuchten Luftmasse im Südosten werden noch etwas
Nieselregen oder einige schwache Schauer entlang der Alpen ausgelöst, in höheren
Lagen als Schnee. Mit Sonnenanteilen darf man hier kaum rechnen.
Im übrigen Deutschland können sich Nebel und Hochnebel im Tagesverlauf zeitweise
auflockern. Besonders am Nordrand der Mittelgebirge könnte es ab dem späten
Vormittag gebietsweise aufheitern. Im äußersten Westen und Nordwesten zieht am
Nachmittag und Abend mehrschichtige Bewölkung durch die Annäherung des
Frontensystems auf. Vom Niederrhein bis nach Nordfriesland ist gegen Abend Regen
möglich. Sonst bleibt es trocken.
Die Höchstwerte liegen zwischen 3 Grad im Vogtland und 8 Grad vom Niederrhein
bis zum Emsland. Der Wind dreht im Osten und Süden auf Südost, weht aber nur
schwach. Im Westen kommt er mäßig bis frisch aus Süd und bringt an der Nordsee
im Tagesverlauf stürmische Böen und Sturmböen.
In der Nacht zum Dienstag ändert sich an der Windlage nicht viel. Bei einem
stürmischen Südwind (Helgoland und Sylt eventuell Bft 9) über der Deutschen
Bucht fällt dort zeitweise etwas Regen und auch im äußersten Westen ist mit der
Annäherung der Front Regen möglich. Sonst verläuft die Nacht unter schwachem
Hochdruckeinfluss vom Südwesten über die Mitte bis in den Nordosten teils klar,
teils hochnebelartig bedeckt. Besonders entlang der östlichen Mittelgebirge bis
zum Alpenrand breitet sich eine dichte Hochnebeldecke aus. Ein kleines Höhentief
(Randtief) über Österreich macht sich über Südostbayern wahrscheinlich kaum
bemerkbar.
Die Minima liegen im Westen und Nordwesten zwischen 2 und 6 Grad, sonst zwischen
+1 und -3 Grad mit den tiefsten Werten im östlichen Bergland. Vereinzelt gibt es
Straßenglätte, besonders von den östlichen Mittelgebirgen bis nach Südostbayern.
Abseits vom stürmischen Nordseeumfeld kommt der Südwind im Westen mäßig bis
frisch, sonst schwach aus Südost daher.
Dienstag... Das hochreichende Tief süd- bis südöstlich von Island verlagert sich
ins Seegebiet dicht westlich der Hebriden. Seine Kaltfront erreicht mit etwas
Regen den Westen und Nordwesten Deutschlands, kommt aber im Tagesverlauf ins
schleifen, da sich über Westeuropa der zugehörige Höhentrog nach Spanien
ausdehnt, sich also nach Süden ausweitet. Damit ergibt sich über dem Westen eine
recht glatte Süd- bis Südwestströmung in der Höhe. Ansonsten reicht ein
Höhenkeil vom westlichen Mittelmeer über den Südosten Deutschlands über dem
Baltikum eine Potentialbrücke zur hochreichenden Antizyklone über Westrussland.
Am Boden ergibt sich bei uns zwischen dem Hoch über Russland und dem Tief
westlich von Schottland geostrophisch eine Südströmung, am Boden damit eine
südöstliche Windkomponente, an der Nordsee weiterhin stürmische Böen aus Süd,
auf dem Brocken Sturmböen. Die schleifende Front bringt im Westen und Nordwesten
zeitweise etwas Regen mit Mengen meist zwischen 0,5 und 2 mm. Ansonsten gibt es
unter Hochdruckeinfluss Nebel- und Hochnebelfelder, nördlich der Mittelgebirge
und teils in höheren Lagen aufgelockerte bis geringe Bewölkung und bis auf
geringen Sprühregen aus dem Hochnebel ist es trocken. Die Höchstwerte erreichen
im Nebel oder unter Hochnebel nur 2 bis 5 Grad, sonst milde 6 bis 9 Grad. Der
Wind weht abseits der Küste meist schwach, gebietsweise mäßig aus südöstlichen
Richtungen.
In der Nacht zum Mittwoch dehnt sich der Trog bis zum nordwestlichen Algerien
aus und auf der Vorderseite des Troges schleift die Kaltfront weiter über dem
Westen und Nordwesten Deutschlands mit etwas Regen. Im Osten und Südosten
Deutschlands gibt es im Randbereich des russischen Hochs weiterhin die
Grundschichtproblematik mit Nebel- und Hochnebelfeldern. Während es im Westen
und Nordwesten mit 1 bis 6 Grad meist frostfrei ist, Gibt es von Vorpommern und
Brandenburg bis zu den Alpen Tiefstwerte zwischen +1 und -4 Grad, je nach
Aufklaren.
Der Wind weht weiter schwach, im Westen mäßig um Südost. An der Nordsee treten
nur noch anfangs steife Böen aus Süd auf.
Modellvergleich und -einschätzung
--------------------------------------------------------------
Die externen Modelle simulieren die Entwicklung recht ähnlich. Kleine
Differenzen sind nicht warnrelevant.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Olaf Pels Leusden