Kurzfrist

ausgegeben am Samstag, den 03.10.2026 um 18 UTC


SCHLAGZEILE:
Brücke mit Schwachstellen (wie auf deutschen Autobahnen) - ruhiger Sonntag mit
kleinem Höhentief und langer Hochdruckzone.

Synoptische Entwicklung bis Montag 06 UTC
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Aktuell ... hat sich in Deutschland ruhiges, feiertagsadäquates
Anfang-Oktober-Wetter eingenistet: ein bisschen Spätsommer hier (viel Sonne und
vor allem im Süden und Westen Temperaturen von 20°C+X, Rheinfelden gar mit
Sommertag 25,4°C), ein bisschen Frühherbst dort (vergangene Nacht viel Nebel,
tagsüber im Osten und Südosten gebietsweise zäher Hochnebel/Stratocumulus).
Summa summarum eine ruhige Kiste, die natürlich der allgemeinen Großwetterlage
geschuldet ist. BM heißt die Zauberformel, sprich, Brücke Mitteleuropa nach
Hess/Brezowsky, gemeinhin kein Muster, mit dem sich Bäume ausreißen lassen.
Vielmehr werden damit geschmeidige, linde daherkommende Strömungsverhältnisse
bei uns geschaffen, so auch aktuell. Die am Donnerstag von einer Kaltfront bei
uns eingeführte subpolare Meeresluft (mPs) - wir erinnern uns, es hat seit
Längerem mal wieder zumindest in einigen Landstrichen ganz ordentlich geregnet -
ist zur Ruhe respektive unter die Ägide besagter Brücke gekommen, welche sich
vom Seegebiet westlich UK/Irlands über weite Teile Mitteleuropas bis in den
Nordwesten Russlands erstreckt (gleich drei Namen wurden für dieses
Monumentalhoch verballert, von "rechts" nach "links" BORCHERT, CORTE und
DIETER). Besonders der kontinentale Teil des Hochs wird gestützt durch einen
ellenlangen, sich vom zentralen Mittelmeer bis hoch zur Karasee erstreckenden
Höhenrücken, dem sich weiter westlich ein gradientschwacher Potenzialtrog
anschließt. Zu erwähnen wäre an dieser Stelle aber auch noch die Frontalzone
(FZ), die gar nicht mal so weit weg über den NO-Atlantik zwischen Island und
UK/Irland hindurch bis zur Norwegischen See reicht. Erwähnenswert deswegen, weil
ausgehend vom rechten Ausgang der FZ ein Randtrog über die Nordsee hinweg
positiv nach Südwesten gerichtet ist, der am Sonntagmorgen über den Niederlanden
zum Cut-Off ansetzt, um danach als kleines "Überraschungsei" ost-südoswärts über
den Vorhersageraum zu schwenken.

Bis es soweit ist, steht aber erst einmal eine ruhige Nacht ins Haus, in der
sich wieder vielerorts Nebel bildet. Versucht man, regionale Schwerpunkte
herauszuarbeiten, ist WarnMOS für gewöhnlich nicht das schlechteste Tool.
Demnach muss vor allem in großen Teilen Niedersachsens und Hessens sowie in den
Donauniederungen inkl. Peripherie mit besonders dichtem Nebel gerechnet werden.
Heißt aber nicht, dass nicht auch woanders die Sicht stellenweise richtig
miserabel werden kann. Darüber hinaus passiert nicht viel, sieht man mal davon
ab, dass es in einigen Regionen (u.a. in der Lüneburger Heide sowie in einigen
Mittelgebirgssenken) mit 5°C oder gar etwas darunter ziemlich frisch wird.


Sonntag ... ändert sich an der großräumigen Druckverteilung kaum etwas. Wir
verbleiben inmitten der breiten Brücke bei schwachen Luftdruckgegensätzen.
Einzig unser "Ü-Ei" in der Höhe versucht auf seinem Weg über Niedersachsen in
Richtung Mitteldeutschland für etwas Abwechslung zu sorgen, was zunächst
allerdings nur sehr, sehr bedingt gelingt. Zwar weist das kleine Höhentief
gerade im 300-hPa-Niveau ein wunderbares PVA-/NVA-Couplet auf, wie es
lehrbuchmäßig für einen Kaltlufttropfen (KLT) nicht schöner gemalt werden kann.
Doch bereits auf 500 hPa fällt dieses Pärchen deutlich schwächer aus und von
Temperaturadvektion (WLA/KLA) ist so gut wie gar nichts zu sehen. Hinzu kommt
noch, dass dem KLT weder im Norden noch in der Mitte kein wirklich geeigneter
Treibstoff zur Verfügung steht. Vor allem die zwischen 800 und 900 hPa
positionierte Sperrschicht bekommt er überhaupt nicht in den Griff, sprich, er
kriegt die Inversion nicht weggehoben, so dass am Ende zwar einige Wolken, aber
so gut wie kein Regen/Schauer dabei herausspringen. Erst später
(Abendstunden/Nacht zum Montag), wenn die Hebungsimpulse des Höhentiefs auf den
Süden übergreifen, wo tagsüber etwas CAPE generiert werden kann und zudem die
Inversion schwächer ausgeprägt ist, könnten dort einzelne Schauer und vielleicht
auch ein Gewitter (mit geringer Starkregengefahr) ausgelöst werden. Interessant
ist in diesem Zusammenhang die mal mehr, mal weniger feilgebotene Intensivierung
der Konvektion am Alpenrand während der Nacht, die offensichtlich leichten
Staueffekten (+ Näherkommen des Hebungsmaximums) geschuldet ist. Noch ist hier
aber nicht das letzte Wort gesprochen, was gerade bei ICON sehr offensichtlich
wird. Hier wurde nämlich gegenüber den Vorläufen mächtig zurückgerudert in Bezug
auf die Niederschlagsintensität.

Ansonsten bliebe nur noch zu konstatieren, dass auch am morgigen Sonntag - nomen
est omen - die Sonne wenn auch nicht überall gleich ihre Auftritte bekommt,
nachdem sich der Nebel z.T. etwas zäh aufgelöst hat. In der Vorhand dabei NRW
und Teile von RP, die küstennahen Regionen sowie die Gebiete von Oberschwaben
bis hinüber zum Bayerischen Wald. In der teils wolkigen, teils klaren Nacht zum
Montag bildet sich dann wieder gebietsweise dichter Nebel. Tageshöchsttemperatur
18 bis 23°C, in Küstennähe etwas darunter. Nächtliche Tiefsttemperatur 12 bis
4°C, dicht am Meer etwas milder.

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Synoptische Entwicklung bis Dienstag 06 UTC

Montag ... zieht der KLT über Tschechien und Austria ab. Nachfolgend stellt sich
bei uns eine schwache Nordwest- bis Nordströmung ein, während das Bodendruckfeld
weiterhin durch das zonale Hoch geprägt ist. Bedeutet unter dem Strich nach z.T.
zäher Nebelauflösung heiter bis wolkige und trockene Verhältnisse. Etwas mehr
Bewölkung treffen wir unweit der Frontalzone in Küstennähe an, ohne dass
Niederschlag fällt. Und auch ganz im Süden, am Alpenrand bzw. im südlichen
Vorland halten sich im Schlepptau des scheidenden Höhentiefs noch dichtere
Wolken, die sogar den ein oder anderen Schauer absondern (insbesondere in der
ersten Tageshälfte). Höchstwerte 17 bis 24°C.


Modellvergleich und -einschätzung
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Der Fahrplan steht, die Unwägbarkeiten wurden angerissen. Mehr ist nicht zu tun
an diesem bundesligafreien Samstag.


Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Hoffmann