Kurzfrist
SCHLAGZEILE:
Im Süden und Südwesten leicht wechselhaft (kleiner Kaltlufttropfen). Ansonsten
recht ruhiges und unspektakuläres BM-Wetter (Brücke Mitteleuropa).
Synoptische Entwicklung bis Dienstag 06 UTC
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Aktuell ... befinden wir uns inmitten einer langgestreckten, zonal exponierten
Hochdruckzone, die vom Seegebiet westlich Frankreichs über weite Teile
Mitteleuropas bis zum Schwarzen Meer und sogar noch etwas darüber hinaus reicht.
Namentlich teilen sich DIETER (Westen) und BORCHERT (Osten) dieses brückenartige
Konstrukt, das in der Höhe einen kleinen Schönheitsfleck aufzuweisen hat. Die
Rede ist von einem Höhentief mit Kaltlufttropfencharakter (schönes
PVA-/NVA-Couplet in 300 hPa), das heute Nachmittag vom Grenzbereich
Niederlande-Belgien den Weg nach Westdeutschland gefunden hat. Damit schlägt es
eine südwestlichere Bahn ein als gestern noch simuliert, aber so ist das nun mal
mit solchen "Überraschungseiern".
Manchmal schlagen diese Höheneier ja ordentlichen Alarm, sprich, entpuppen sich
als progressiv wetterwirksam. Nicht so in diesem Fall, was zum einen an einer
vergleichsweise untauglichen Luftmasse, (ziemlich stabile gealterte Subpolarluft
xPs), zum anderen einer zwischen 800 und 900 hPa positionierten Absinkinversion
liegt, die der Kaltlufttropfen (KLT) nicht imstande ist vernünftig aufzubrechen.
Mit einer Ausnahme: In Süddeutschland, wo die Luftmasse etwas feuchter und etwas
weniger stabil ist (tagsüber konnte sogar ein wenig CAPE aufgebaut werden),
dürften die Hebungsimpulse mit Näherkommen des KLT ausreichen, einzelne Schauer
bzw. schauerartigen Regen zu generieren. Sogar ein Gewitter mit Böen bis 7 Bft
und/oder Starkregen von etwas über 15 l/m² innert kurzer Zeit kann nicht ganz
ausgeschlossen werden. Aktuell (später Nachmittag) treten aber nur wenige
Regenfälle zwischen Südhessen/Pfalz und Baden auf, von denen auch noch der
Löwenanteil verdunstet, so dass bisher nur ein Bruchteil unten angekommen ist.
In den Abendstunden sowie in der Nacht zum Montag zieht der KLT weiter über
Südhessen in Richtung Oberschwaben. Im Südwesten wird die Luft dadurch zunehmend
labilisiert, so dass es häufiger zu Schauern oder vereinzelten Gewittern
ähnlicher Qualität wie oben beschrieben kommt. Gleichzeitig breitet sich das
ganze Niederschlagsgeschehen den Alpenrand sowie das südliche Vorland entlang
ostwärts aus. Dabei kann es lokal und zeitlich eng begrenzt durchaus mal
ordentlich schütten (nicht zwingend elektrisch) und das Kriterium von 15 l/m²/h
gerissen werden.
Bei allem gebotenen Respekt vor den Ereignissen im Süden, der größte Teil des
Landes kommt trocken (im Sinne von niederschlagsfrei; ein bisschen Tau oder
Nebelnässe kann´s schon geben) durch die Nacht. Und da diese vielerorts gering
bewölkt oder klar startet, kann sich später wieder Nebel bilden. Ganz heißer
Favorit auf besonders dichten und somit warnwürdigen Nebel scheint das
westliche/südwestliche NDS zu sein. Aber auch sonst lässt sich beim Blick auf
die Taupunkte dichter Nebel nicht ausschließen. Erfahrungsgemäß fischt man bei
Nebelprognosen nicht selten im wahrsten Sinne des Wortes im Trüben. Dafür lässt
sich die Spanne der Tiefsttemperatur recht gut bestimmen. Sie reicht von 11/12°C
unter den Wolken im Süden und Südwesten und stellenweise nur rund 3°C bei
längerem Aufklaren im Norden (freilich abseits der milden Küste) sowie in der
Mitte.
Montag ... bleibt uns das brückenartige Hochdruckkonstrukt treu. Allerdings
werden die "Herren" etwas schlanker um die Taille, weil von Norden her die
Frontalzone dichter an den Vorhersageraum heranrückt, was im hohen Norden
leichten Druckfall zur Folge hat. Zwar bleibt frontales Geschehen noch außen
vor, trotzdem ziehen im hohen Norden dichtere Wolken durch, die zwar der Sonne
zu schaffen machen, auf der anderen Seite aber auch nicht großartig was an
Hydrometeoren abwerfen. Darüber hinaus zieht der Südwestwind an den Küsten etwas
an, steife Böen 7 Bft dürften aber die Ausnahme und wenn, am ehesten den
Nordfriesischen Inseln respektive den Halligen vorbehalten sein.
Im größten Teil des Landes startet die neue Woche mit einer ganz ruhigen
Mischung aus frühherbstlichen und spätsommerlichen Zügen. So gilt es zunächst
mal die nächtlichen Nebel- und Hochnebel zu eliminieren, was an der ein oder
anderen Stelle durchaus etwas Zeit in Anspruch nehmen kann. Bis zum Nachmittag
sollte das Ding aber durch sein, so dass dann abgesehen von einigen Wolken
(Cirren, vor allem in der Nordhälfte, dazu ein paar wenige flache Cumulanten
unterhalb von 900 hPa (Sperrschicht)) die Sonne scheint bei angenehmen 19 bis
23°C.
Eine kleine Ausnahme respektive Verzögerung gibt es ganz im Süden, weil dort
erst der KLT verschwinden muss, was er via Alpenhauptkamm in Richtung
Norditalien auch tun wird. Dabei kann es am Vormittag an den Alpen sowie im
höheren Vorland inkl. Voralpen noch ein paar Schauer oder sogar ein Gewitter
geben, bevor es zum Nachmittag mehr und mehr abtrocknet und sich - abgesehen von
höheren Lagen - rund 20°C einstellen.
Die Nacht zum Dienstag bringt nicht allzu viel Neues: über der Nordsee und
Südskandinavien eine schleifende Kaltfront, die aber weiterhin keinen richtigen
Zugriff auf den Vorhersageraum bekommt. Okay, vielleicht reicht es für ein paar
Spritzer in Küstennähe sowie dem nördlichen SH, aber die große Nummer wird´s
nicht. Ansonsten lautet die Losung "Hochdruckbrücke" mit zunächst geringer
Bewölkung oder klarem Himmel, bevor sich erneut Nebel bildet. Abgesehen vom
wolkigen und leicht windigen Norden (meist zweistellige Tiefsttemperatur
zwischen 16 und 11°C) wird es eine frische Nacht mit verbreitet einstelligen
Tiefstwerten von z.T. unter 5°C. Im zentralen und östlichen Mittelgebirgsraum
ist lokal sogar leichter Frost in Bodennähe denkbar.
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Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 06 UTC
Dienstag ... keine substanziellen Änderungen gegenüber der Frühübersicht.
Modellvergleich und -einschätzung
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Es ist alles geschrieben. Mal sehen, was der KLT in den nächsten Stunden sowie
in der Nacht zum Montag im Süden bewirken kann.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Hoffmann