Kurzfrist

ausgegeben am Freitag, den 30.10.2026 um 18 UTC


SCHLAGZEILE:
Häufig Nebel und Hochnebel. In der Nacht zum Sonntag und am Sonntag an den Alpen
etwas Schneefall.

Synoptische Entwicklung bis Sonntag 06 UTC
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Aktuell ... reicht ein kräftiger und langgezogener Höhenrücken vom Südwesten
Europas über Großbritannien und Frankreich hinweg bis nach Skandinavien.
Demgegenüber steht ein Höhentrog, der vom Nordosten Europas und über Osteuropa
hinweg bis weit in den Süden reicht und dort bis in den zentralen und östlichen
Mittelmeerraum. Im Bereich des Haupttroges über dem Nordosten Europas kommt es
in der kommenden Nacht zu einem Abtropfprozess im Bereich des Baltikums. Der
daraus resultierende Kaltlufttropfen erreicht in den Frühstunden schließlich das
Drei-Länder-Eck Litauen/Polen/Belarus und wird in der weiteren Folge auch für
unser Wetter noch von Bedeutung sein.
Doch zunächst zum aktuellen Wetter bei uns das - gestützt durch den Höhenrücken
- derzeit durch Hoch JURIJ bestimmt wird. Dessen Schwerpunkt mit einem Luftdruck
knapp über 1030 hPa reicht in der Nacht von Südnorwegen und Schweden über die
Nordsee bis nach Deutschland, sodass die Divergenzachse des Hochs bei uns etwa
von der Nordsee kommend über Südniedersachsen hinweg bis nach Sachsen verläuft.
Nordöstlich dieser Achse hielt sich heute tagsüber unterhalb einer
Absinkinversion auf etwa 950 hPa dichte Stratusbewölkung, die an den Rändern
zwar etwas angeknabbert wurde, sich bei schwachen Windverhältnissen aber doch
größtenteils hielt. Daran wird sich in der Nacht nichts Wesentliches ändern.
Vielmehr breitet sich die Bewölkung wieder etwas aus und verdichtet sich, sodass
der Himmel vom Nordwesten und Norden bis in den Osten bedeckt sein wird.
Teilweise können auch Sichtweiten unter 150 m erreicht werden.
Sonst startet die Nacht zunächst oft klar. Aber auch im Süden schläft der
östliche Wind ein, sodass sich dort gebietsweise ebenfalls Nebel- und
Hochnebelfelder ausbilden können. Vom Schwarzwald über Südhessen und RLP bis
nach Süd-NRW bleibt es bei noch etwas mehr Luftbewegungen oft gering bewölkt
oder klar. Nebel bildet sich dort vor allem in Flussnähe.
Unter den dichten Wolken im Norden und Osten sinkt die Temperatur auf 10 bis 6
Grad ab, sonst auf 5 bis 1 Grad, in Teilen Bayerns sowie in einigen
Mittelgebirgstälern/-senken gibt es leichten Frost bis minus 2 Grad.
Im Hochschwarzwald weht der Wind am Rande des Hochs in Böen teils stark bis
stürmisch Bft 7 bis 8, auf dem Feldberg sind auch Sturmböen Bft 9 möglich. Eine
entsprechende Warnung ist herausgegeben.


Samstag ... verbleibt der Höhenrücken nahezu ortsfest und stützt weiterhin das
Hoch JURIJ, das nun aber von einer Nord-Süd Ausrichtung allmählich eher eine
Nordost-Südwest Ausrichtung annimmt. Außerdem gesellt sich noch ein weiteres
Hoch (KLAUS) dazu, das sich am Abend mit seinem Schwerpunkt westlich Irland
befindet und eine Verbindung zu JURIJ aufnimmt. Mit Verlagerung der Hochachse
dreht der Wind nahezu landesweit auf nördliche Richtungen, was bedeutet, dass
sich die dichte Stratusbewölkung aus dem Norden und Osten allmählich auf den Weg
Richtung Süden und Südwesten macht. Dass heißt, wo der Tag dort noch
aufgelockert bewölkt oder sogar sonnig beginnt, zieht es im Laufe des Tages
allmählich zu. Am längsten offen bleibt es vom Oberrhein über das Saarland bis
zur Südeifel.
In der Zwischenzeit hat sich unser Kaltlufttropfen weiter süd-/südwestwärts
verlagert und soll am Abend mit seinem Drehzentrum über Südostpolen liegen.
Damit einhergehend kommt auch der Osten und Südosten Deutschlands zunehmend in
dessen Einflussbereich. Wie für einen Kaltlufttropfen (KLT) üblich kommt es auf
dessen Vorderseite zu schauerartigen Niederschlägen. So muss ab dem Mittag etwa
von Brandenburg über Sachsen bis nach Ostbayern gebietsweise mit etwas
Regen/Nieselregen gerechnet werden. Immerhin könnte die Annäherung des KLTs
dafür sorgen, dass die Bewölkung im Osten ein paar Lücken bekommt, während es
sonst überwiegend trüb bleibt.
Im Hochschwarzwald verliert der östliche Wind etwas an Stärke, Böen Bft 7 bis 8
sind aber weiterhin zeitweise zu erwarten.
Die Höchstwerte liegen zwischen 7 und 13 Grad.

In der Nacht zum Sonntag setzt der KLT seinen Kurs Richtung Südwesten fort und
erreicht Sonntagfrüh Kroatien und die nördliche Adria. An dessen Rand verstärken
sich die Hebungsprozesse etwas und vom Bayerischen Wald bis zu den Alpen und dem
Bodenseeraum kommen Niederschläge auf, wobei es an den Alpen sogar anstaut. T850
hPa sinkt auf etwa minus 2 Grad ab, wodurch die Schneefallgrenze auf etwa 1000 m
absinkt. Dabei können an den Alpen 1 bis 5, in manchen Staulagen auch 10 bis 15
cm in 12 Stunden fallen.
Die weiteren Landesteile verbleiben unter Hochdruckeinfluss, sodass wieder
Hochnebel dominiert. Da die Nacht schon überwiegend bedeckt startet, kann sich
kaum Bodennebel ausbilden, zumindest kaum bis in den warnwürdigen Bereich mit
Sichten unter 150 m.
Entsprechend nimmt die Frostgefahr ab und die Tiefstwerte liegen zwischen 9 und
1 Grad.
Auch der Wind im Hochschwarzwald nimmt allmählich weiter ab.


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Synoptische Entwicklung bis Montag 06 UTC

Sonntag ... ergeben sich keine signifikanten Änderungen zur Frühübersicht. Der
KLT zieht südwärts ab, sodass die Niederschläge zunächst zum Erliegen kommen,
bevor von Nordwesten ein schwacher Tiefausläufer auf uns übergreift. Auch
abseits davon bleibt es vielfach trüb, bzw. gibt es nur wenige Sonnenanteile.
Dafür tritt in der Nacht zum Montag vor allem im Süden, teils auch in der Mitte
häufiger leichter Frost auf.


Modellvergleich und -einschätzung
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Die Entwicklung der Wetterlage wird von den Modellen weitgehend übereinstimmend
prognostiziert.


Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Johanna Anger