Kurzfrist

ausgegeben am Mittwoch, den 17.06.2026 um 18 UTC


SCHLAGZEILE:
Von Südwesten her zunehmende Hitzebelastung, aber erst ab Freitag vermehrt
Gewitter mit zunehmender Unwettergefahr.

Synoptische Entwicklung bis Freitag 06 UTC
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Aktuell ... liegt Deutschland unter einem breiten Höhenrücken, der sich vom
westlichen Mittelmeer ausgehend bis zum Bottnischen Meerbusen erstreckt. Durch
diesen wird ein Bodenhoch über dem Alpenraum und Süddeutschland gestützt.
Aufgrund der Nähe zur Frontalzone wird der Nordwesten und Norden Deutschlands
von einer schwachen Warmfront gestreift, die ein paar Millimeter Regen bringen
kann. In Alpennähe können sich in feuchtlabiler Luft einzelne Gewitter
entwickeln, ansonsten bleibt es niederschlagsfrei.
In der Nacht zum Donnerstag zieht der Warmfrontrest nebst Niederschlag rasch
nach Nordosten ab und die Konvektion am Alpenrand fällt alsbald in sich
zusammen. Verbreitet klart es auf. Die Luftdruckgegensätze sind gering, da in
den vergangenen Tagen nicht allzu viel Niederschlag gefallen ist, dürfte kaum
warnrelevanter Nebel zustande kommen.

Donnerstag ... verlagert sich die breite Achse des Höhenrückens etwas nach
Osten. Gestützt durch Warmluftadvektion erfolgt über Westeuropa
Geopotentialgewinn, so dass dort der Rücken anbaut. Die Strömung dreht auf
West-Südwest, so dass Subtropikluft nach Mitteleuropa gelangt. Diese ist
zusehends labil geschichtet, wobei die Labilität stark gedeckelt ist. Mangels
Dynamik bleibt die Auslösung hoch reichender Konvektion aus.
Ein paar Wolkenfelder dämpfen die Einstrahlung im Norden und Nordosten
Deutschlands, so dass dort 24 bis 29, im Küstenbereich Werte um 20 Grad erreicht
werden. Ansonsten lässt weitgehend ungehinderte Einstrahlung die Temperatur auf
30 bis 35 Grad ansteigen.

In der Nacht zum Freitag läuft in den Rücken ein schwacher Trog herein, der
vielmehr in den diagnostischen Feldern wie der IPV erkennbar ist als in der
Geopotentialverteilung. Die hierdurch ausgelöste Hebung reicht für konvektive
Umlagerungen, die in der ersten Nachthälfte auf den Nordwesten und danach im
Norden weiter ostwärts ausgreifen. Dabei dürfte es sich um abgehobene Konvektion
handeln, die aufgrund signifikanter Scherung durchaus organisiert daherkommen
kann. Aufgrund des hohen Gehalts an niederschlagbarem Wasser, der 30 bis über 40
mm erreicht, wären durchaus unwetterartige Starkniederschläge vorstellbar. Ob es
tatsächlich hierzu kommt (AROME) oder ob die Konvektion infolge von
Entrainmentprozesssen alsbald wieder in sich zusammenfällt (ICON-D2, UK10), ist
noch nicht sicher.
Die anderen Gebiete bleiben von derartigen Entwicklungen noch verschont. Dort
klart es verbreitet auf. In einigen Regionen West- und Südwestdeutschlands ist
mit Tiefsttemperaturen nicht unter 20 Grad die erste Tropennacht zu erwarten.

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Synoptische Entwicklung bis Samstag 06 UTC

Freitag ... wölbt sich der über Mitteleuropa liegende Höhenrücken umso stärker
auf, wobei dessen Achse vom Ostalpenraum zu den Lofoten reicht. Gleichzeitig
nähert sich der Iberischen Halbinsel auf relativ weit südlich liegender Zugbahn
ein Trog. Vorderseitig verstärkt sich die Zufuhr feuchtlabiler Subtropikluft. In
dieser Luftmasse bleibt von dem wetterbestimmenden Bodenhoch nicht mehr viel
übrig.
In der potentiell instabilsten Luft entwickelt sich eine flache Tiefdruckrinne,
die sich von Mittelfrankreich bis zu den Benelux-Staaten erstreckt. In deren
Bereich und unmittelbar östlich davon entwickeln sich einzelne Gewitter, die
auch auf den Westen und Nordwesten Deutschlands übergreifen können. Einzelne
Gewitter entwickeln sich auch inneralpin, unmittelbar am Alpenrand sowie über
dem südwestdeutschen Bergland. CAPE (MU, KK) erreicht 2000 bis (im Nordwesten)
mehr als 3000 J/kg, der Gehalt an niederschlagbarem Wasser im Süden Werte um 30,
in Norden jedoch 30 bis über 40 mm. Somit sind sowohl im Nordwesten und Westen
als auch im Süden die Voraussetzungen für unwetterartige Entwicklungen mit
heftigem Starkregen und / oder Hagel durchaus gegeben, wenngleich die Labilität
noch etwas gedeckelt ist. Im Südwesten und ganz im Süden besteht zudem die
Gefahr (schwerer) Sturmböen.
Bei weitgehend ungehinderter Einstrahlung steigt die Temperatur auf 30 bis 35,
in tieferen Lagen West- und Südwestdeutschlands bis 38 Grad. Höchsttemperaturen
unter 30 Grad sind auf den unmittelbaren Küstenbereich beschränkt.

In der Nacht zum Samstag verlagert sich die Achse des Höhenrückens ostwärts, so
dass sich vollends eine südwestliche und leicht flatternde Strömung durchsetzt.
Dies lässt die Konvektion nicht so recht zur Ruhe kommen und über die Mitte
hinweg weiter nordostwärts ausgreifen. Dabei handelt es sich bei zunehmender
Verclusterung vermehrt um abgehobene Entwicklungen, die durchaus noch
Unwettercharakter (vor allem durch mehrstündigen heftigen Starkregen) aufweisen
können. Wahrscheinlich bleiben nur die östlichen und südöstlichen Landesteile
hiervon noch verschont. In weiten Teilen Deutschlands gehen dann nicht die
Temperaturen unter 20 Grad zurück.



Modellvergleich und -einschätzung
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Die vorliegenden Modelle stützen die oben beschriebene Entwicklung. Anhand der
synoptischen Basisfelder lassen sich keine prognoserelevanten Unterschiede
ableiten.


Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Thomas Schumann