Kurzfrist
SCHLAGZEILE:
Zunehmender Hochdruckeinfluss, weitgehend ohne markante Wettergefahren.
Synoptische Entwicklung bis Dienstag 06 UTC
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Aktuell ... liegt Deutschland an der Ostflanke eines Kaltluftkörpers, der sich
von Mittelfrankreich hinweg allmählich in Richtung Bretagne verlagert. An dessen
Nordflanke setzt sich ein Höhenkeil über Skandinavien hinweg ostwärts durch, das
sich bis Montagfrüh in ein abgeschlossenes Höhenhoch über Südnorwegen umwandelt.
Die Frontalzone ist weit im Norden zu finden und erstreckt sich von Neufundland
knapp südlich an Island vorbei über Lappland hinweg nach Nordwestrussland.
Durch dieses Höhenhoch wird ein ausgedehntes Bodenhoch über Südskandinavien und
Karelien gestützt. Von diesem Bodenhoch ausgehend ist eine Hochbrücke über
Schottland hinweg in das Seegebiet nördlich der Azoren gerichtet. An der
Südflanke dieser Brücke bzw. dieses Hochs wird mit einer nordöstlichen
bodennahen Windkomponente größtenteils kühle Luft herangeführt. Ageostrophisches
Ausfließen lässt anfangs an der Küste den Wind noch mit Böen Bft 7 auffrischen.
Tendenziell wird der Wind jedoch schwächer, so dass ausgangs der Nacht zum
Montag an der Küste und selbst auf den Ostfriesischen Inseln kaum noch Windböen
Bft 7 zustande kommen.
Aktuell liegt der Fokus noch auf dem o.g. Kaltlufttropfen. Hebung, die durch
einen umlaufenden Kurzwellentrog ausgelöst wird und durch Warmluftadvektion an
dessen Ostflanke verstärkt wird, lässt im Westen Niederschläge aufkommen, die
sich auf die Gebiete westlich des Rheins konzentrieren. Dort können noch einige,
in Staulagen bis maximal 10 mm Regen zusammenkommen, bevor in der zweiten
Nachthälfte mit der Verlagerung des Kaltlufttropfens nach Westen die
Niederschläge nachlassen.
In der Mitte und im Südosten können sich nach vorherigem Aufklaren Nebelfelder
bilden. Dies wird sich jedoch auf die östlichen Landesteile und dort vor allem
auf die Leelagen der Mittelgebirge beschränken.
Montag ... kräftigt sich das blockierende, über Fennoskandien liegende Höhenhoch
nebst korrespondierendem Bodenhoch. Kaltluftadvektion, die an der Vorderseite
(hier Westflanke) eines sich von Polen nähernden Kaltlufttropfens einsetzt,
sorgt für Absinken, so dass sich im Norden und vor allem im Nordosten
Deutschlands längere sonnige Abschnitte einstellen. Ansonsten konzentrieren sich
größere Auflockerungen, bedingt durch die nordöstliche, eher noch leicht
zunehmende bodennahe Windkomponente, auf die Leelagen der Mittelgebirge. Der
Wind aus Ost bis Nordost kann tagesgangsbedingt noch leicht auffrischen. Für
warnrelevante Böen reicht es jedoch nur an den für diese Windkomponente
anfälligen Küstenabschnitten und vielleicht für einige exponierte Berglagen,
wobei die Wahrscheinlichkeit hierfür insgesamt nur gering ist.
Dank Einstrahlung erfolgt im Westen ein leichter Temperaturanstieg auf Maxima um
oder etwas über 15 Grad, wogegen sonst 10 bis 14 und im Bergland Werte um 8 Grad
zu erwarten sind.
In der Nacht zum Dienstag verlagert sich der von Polen kommende Kaltlufttropfen
in den Nordosten Deutschlands; Warmluftadvektion lässt dort geringe
Niederschläge aufkommen. Ansonsten bleibt es trocken und es klart verbreitet
auf. Vor allem in den mittleren Landesteilen und dort besonders in
windgeschützten Tallagen kann sich leichter Frost oder zumindest Frost in
Bodennähe einstellen.
Der vorherige Kaltluftkörper, der nach wie vor über der Biskaya liegt,
interagiert mit einem auf den nahen Ostatlantik übergreifenden Trog. An der
Vorderseite dieses dann lang gezogenen Kaltluftkörpers entwickelt sich eine
flache Tiefdruckrinne; die vom Ärmelkanal über das Zentralmassiv bis zu den
Balearen reicht. Hierdurch verstärkt sich zu dem dann über Westrussland
liegenden Bodenhoch der Gradient, so dass der Wind sich kaum abschwächt und die
Nebelbildung, abgesehen vielleicht von einigen windgeschützten Lagen Mittel- und
Süddeutschlands, ansonsten weitgehend unterbunden wird.
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Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 06 UTC
Dienstag ... wird der Kaltlufttropfen gemäß bodennaher Strömung zu den Dänischen
Inseln gesteuert. Geringe Niederschläge, die aus rückseitiger Warmluftadvektion
resultieren, zeichnen sich daher in Ostseenähe sowie in der Oder-Neiße-Region
ab. Allerdings ist, was die Niederschlagsverteilung und die Regenmengen
betrifft, die Entwicklung noch unsicher.
Von Westen her nähert sich ein Trog, der aufgrund des darin einbezogenen
einstigen Kaltluftkörpers eine Doppelstruktur aufweist. Dessen östlicher
Teiltrog kommt bis Mittelfrankreich voran, vorderseitig dreht die Strömung auf
Süd, was an und in den Alpen leichten Föhn aufkommen lässt. Für warnrelevante
Böen reicht dieser jedoch nur in exponierten Gipfellagen, Auflockerungen sind
jedoch bis ins alpennahe Vorland vorstellbar. Vorderseitige Hebung sorgt von
Südwesten und Westen her für einen Wolkenaufzug, nennenswerte Niederschläge
zeichnen sich jedoch nicht ab.
Der Wind dreht auf Ost, im Norden auf Südost und ist daher an der See
größtenteils ablandig, so dass Wind- und stürmische Böen auf die offene Nordsee
beschränkt sind.
Die Tagesshöchsttemperaturen erreichen 8 bis 13, in Rheinnähe sowie im
alpennahen Vorland bis 15 Grad.
In der Nacht zum Mittwoch läuft der Kurzwellentrog (einst der über der Bretagne
liegende Kaltluftkörper) nach Nord-Nordost in die Nordsee ab. Vorderseitige
Hebung lässt von Westen her bis auf die Mitte übergreifend vermehrt
Niederschläge aufkommen, die zwar nicht warnrelevant sind, aber innerhalb 6
Stunden einige, in Staulagen auch um 10 mm ergeben können. Im Osten und
Nordosten bleibt es wahrscheinlich noch trocken, im Lee der Mittelgebirge kann
es aufklaren, so dass sich dort Nebelfelder bilden können. Leichter Frost oder
Frost in Bodennähe ist auf Teile der Mitte und dort vor allem auf windgeschützte
Tallagen der östlichen Mittelgebirge beschränkt.
Modellvergleich und -einschätzung
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Bis einschließlich Montag wird die oben beschriebene Entwicklung von allen
verfügbaren Modellen gestützt. Prognoserelevante Unterschiede lassen sich bis
dahin nicht ableiten.
Danach wird der sich von Polen nähernde Kaltlufttropfen unterschiedlich
behandelt. Während ICON u8nd GFS eine vergleichbare Entwicklung zeigen, erwarten
EZMW und UK10 eine 200 bis 300 km weiter südlich liegende Zugbahn, d.h. eine
Verlagerung über Mitteldeutschland hinweg ostwärts. Mittwochfrüh sehen ICON und
GFS diesen Kaltlufttropfen als Bestandteil des sich von Westeuropa nähernden
Troges und somit als Teiltrog, der auf Südnorwegen übergreift. UK10 und EZMW
lassen diesen Kaltlufttropfen ostwärts nach Nordpolen ziehen. Diese
Modellunterschiede erklären auch dien Unsicherheiten der Niederschlagsverteilung
am Dienstag und in der Nacht zum Mittwoch.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Thomas Schumann