Kurzfrist
SCHLAGZEILE:
GWL: Hoch Nordmeer Fennoskandien antizyklonal (HNFa). Von Südwesten zunehmend
feuchter und wärmer mit schauerartigen Regenfällen und einzelnen Gewittern.
Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 06 UTC
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Aktuell ... liegt Deutschland im Einflussbereich eines Höhenrückens, dessen
Achse sich von Frankreich über Deutschland bis zur Nordsee erstreckt.
Korrespondierend dazu dominiert auch am Boden eine umfangreiche Hochdruckzone.
Während im Nordosten noch etwas kühlere Meeresluft lagert, breitet sich von
Südwesten zunehmend wärmere und feuchtere Luft nordwärts aus. Dort ziehen
vermehrt mittelhohe und hohe Wolkenfelder auf, aus denen vereinzelt etwas Regen
fallen kann. Im Nordosten klingen die letzten Schauer dagegen ab und es lockert
zunehmend auf.
In der Nacht zum Dienstag bleibt der Höhenrücken zunächst wetterbestimmend.
Gleichzeitig nähert sich von Frankreich ein Kurzwellentrog, der zwar nicht
unmittelbar auf Deutschland übergreift, in den Frühstunden aber zunehmend
Hebungsimpulse bis in den Südwesten liefert. Dort breiten sich schauerartige
Regenfälle aus, vereinzelt können auch Gewitter eingelagert sein. Aufgrund der
langsamen Verlagerung ist punktuell Starkregen um 20 l/qm in 1 bis 3 Stunden
nicht völlig ausgeschlossen, die Wahrscheinlichkeit dafür bleibt jedoch gering.
Auch weiter östlich über Süddeutschland können zuvor bereits einzelne Schauer
oder kurze Gewitter auftreten, die Wahrscheinlichkeit dafür ist jedoch sehr
gering.
Nördlich des Mains verläuft die Nacht dagegen meist ruhig und vielfach klar. Im
Nordosten sind gebietsweise Nebel oder Hochnebel möglich. Der Wind weht
überwiegend schwach aus östlichen Richtungen, lediglich in exponierten Lagen des
östlichen Berglandes kann er zeitweise etwas stärker auffrischen.
Dienstag ... verbleibt Deutschland unter einem kräftigen Höhenrücken, der
allerdings von einem nordwärts schwenkenden Kurzwellentrog überlaufen wird.
Gleichzeitig setzt sich im Südwesten zunehmend feuchtwarme Luft mit PPW-Werten
um 30 mm durch. Der Kurzwellentrog liefert dabei den notwendigen Hebungsimpuls
für schauerartige Regenfälle, die sich im Tagesverlauf von Süden bis etwa zu
einer Linie Niederrhein-Vogtland ausweiten. Aufgrund der zunächst weitgehend
stabilen Schichtung sind dabei kaum Gewitter zu erwarten.
Am späten Nachmittag und Abend kann sich nach vorübergehenden Auflockerungen vor
allem im Südwesten und an den Alpen etwas CAPE aufbauen. Dort entwickeln sich
einzelne Gewitter, die sich bei vorhandener hochreichender Scherung zu
Multizellen organisieren können. Lokal sind Starkregen um 20 l/qm in kurzer
Zeit, kleinkörniger Hagel und stürmische Böen möglich. Unwetterartige
Entwicklungen sind nach aktuellem Stand nicht zu erwarten.
In der Nacht zum Mittwoch schwächen sich die Niederschläge zunächst ab. In der
zweiten Nachthälfte greift jedoch ein neuer Kurzwellentrog auf Benelux über und
sorgt erneut für Hebung. Dadurch werden die Niederschläge im Südwesten wieder
aktiviert und können schauerartig sowie teilweise gewittrig ausfallen. Mit
weiterer Feuchtezufuhr ist lokal erneut Starkregen möglich, während Sturm und
Hagel aufgrund der überwiegend abgehobenen Konvektion und geringen CAPE-Werte
kaum eine Rolle spielen.
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Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 06 UTC
Mittwoch ... verbleibt Deutschland auf der Vorderseite des Langwellentroges über
Westeuropa unter einem sich verstärkenden Höhenrücken. Ein eingelagerter
Kurzwellentrog zieht nordostwärts, schwächt sich im Tagesverlauf jedoch
zunehmend ab. Die damit verbundenen schauerartigen Regenfälle breiten sich
zunächst bis etwa zu einer Linie Emsland-Vogtland aus, verlieren mit
nachlassendem Hebungsantrieb aber zunehmend an Intensität.
Vereinzelt können in diesem Bereich auch kurze Gewitter auftreten. Aufgrund
einer stabileren Schicht um 500 hPa und trockener Luft darüber bleibt die
Gewitterneigung insgesamt jedoch begrenzt. Wo sich dennoch Gewitter entwickeln,
sind lokal markante Begleiterscheinungen möglich. Auch im Süden sind einzelne
Gewitter nicht völlig ausgeschlossen, aufgrund fehlender dynamischer Hebung aber
eher wenig wahrscheinlich. Im Nordosten bleibt es dagegen noch weitgehend
trocken.
Im Norden verschärft sich zwischen dem Hochdruckgebiet über Skandinavien und dem
tiefen Luftdruck über Westeuropa beziehungsweise den Britischen Inseln der
Druckgradient. Dadurch frischt der östliche Wind vor allem an der Ostseeküste
Schleswig-Holsteins sowie auf der offenen Nordsee deutlich auf. Dort sind
zeitweise steife Böen um Bft 7 möglich.
In der Nacht zum Donnerstag verstärkt sich der Höhenrücken weiter und sorgt
durch zunehmendes Absinken für eine weitgehende Wetterberuhigung. Schauer und
Gewitter klingen ab. Erst in den Frühstunden nimmt auf der Vorderseite eines
neuen Kurzwellentroges die konvektive Aktivität von Südwesten her wieder zu,
greift voraussichtlich aber noch nicht auf Deutschland über.
Modellvergleich und -einschätzung
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Die vorliegenden Modelle simulieren die synoptische Entwicklung weitgehend
übereinstimmend. Die größten Unterschiede bestehen hinsichtlich der
Schaueraktivität in der kommenden Nacht über Süddeutschland. Die Signale für
Starkregen sind in der Nacht zum Dienstag insgesamt sehr schwach. Am Dienstag
tagsüber nehmen sie im Süden etwas zu, wobei mögliche Starkregenereignisse
hauptsächlich an Gewitter gebunden sind.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Marco Manitta