Kurzfrist
SCHLAGZEILE:
Ruhige Hochdruckrandlage ohne markante Wetterereignisse.
Synoptische Entwicklung bis Samstag 06 UTC
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Aktuell ... befindet sich Deutschland im Einflussbereich einer flachen
Hochdruckbrücke, die sich von den Azoren über Frankreich bis nach Südosteuropa
erstreckt und gestützt wird durch einen Höhenkeil, der im Laufe der Nacht
langsam über das nördliche Mitteleuropa bzw. Südskandinavien hinweg ostwärts
schwenkt. Im Laufe der Nacht kann sich die Brücke noch verstärken, verlagert
ihren Schwerpunkt (Hochdruckgebiet "VUKADIN") aber mehr und mehr Richtung
Süddeutschland bzw. Südpolen. Bereits im Laufe der zweiten Nachthälfte greift
von den Britischen Inseln her ein relativ schwacher und breiter Höhentrog auf
die Nordsee über. Dieser korrespondiert wiederum mit dem inzwischen weitgehend
okkludierten Frontensystem eines Tiefs bei Island, das in den kommenden Stunden
von den Britischen Inseln auf die Nordsee übergreift und morgens das Seegebiet
unmittelbar westlich der Deutschen Bucht erreicht.
Somit setzt im Laufe der Nacht im Nordwesten bereits Druckfall ein, wodurch sich
dort der Gradient verschärft und der Wind zumindest über der Nordsee ausgangs
der Nacht böig aus Südsüdwest auffrischt. Eventuell reicht es auf Helgoland und
Sylt bereits für einzelne steife Böen (Bft 7).
Mit Annäherung der Front werden die Wolken im Nordwesten und äußersten Westen
allmählich dichter, bis zu den Frühstunden sollte es aber noch trocken bleiben.
Ansonsten dominiert fast landesweit der Einfluss der Hochdruckbrücke. Die
aktuell noch vielerorts vorhandene flache Quellbewölkung löst sich auf bzw. geht
vor allem von der Mitte bis in den Nordosten unterhalb der insbesondere dort
vorhandenen ausgeprägten Absinkinversion (in 800 hPa) über in
Stratocumulusbewölkung, die gebietsweise auch recht dicht bleibt.
Stärkere, teilweise geschlossene Bewölkung hält sich auch ganz im Südosten,
insbesondere an den Alpen und im Alpenvorland. Diese ist einem Höhentief über
Norditalien geschuldet, das in der Region für einiges an Bambule sorgt und an
deren Nordflanke feuchte Luft auch über den Alpenhauptkamm hinaus nach Norden
schwappt. Ein flacher Randtrog, der über die Alpen bis Freitagfrüh nach
Ostbayern zieht, bietet dazu noch etwas dynamischen Hebungsinput. Gebietsweise
fällt in diesen Regionen im Laufe der Nacht auch Regen, allerdings meist nur in
geringen Mengen.
Die eingeströmte Luftmasse ist polaren Ursprungs, entsprechen gehen die
Temperaturen bei (außer im Nordwesten) meist nur schwacher Luftbewegung in den
wolkenarmen Regionen deutlich zurück auf Minima zwischen 9 und 3 Grad. Dort, wo
sich Bewölkung hält und an den Küsten bleibt es mit zweistelligen Minima etwas
milder.
Freitag ... verlagert sich der flache Randtrog über Ostbayern langsam
nordostwärts Richtung Polen, so dass die Niederschläge im Südosten Bayerns sich
an den Alpenrand zurückziehen und am Nachmittag ganz zum Erliegen kommen. Von
Nordwesten her lockern die anfangs dichten Wolken dort allmählich auf.
Der Höhentrog über der Nordsee greift im Tagesverlauf auf den Nordwesten
Deutschlands über und kommt etwa bis zur Mitte bzw. den Nordosten voran,
verliert dabei aber deutlich an Kontur. Im Bodenfeld überläuft er die Okklusion,
die die Nordwesthälfte des Landes überquert und dabei deutlich an
Wetterwirksamkeit verliert. Präfrontal kann es im Nordwesten sowie in der
nördlichen Mitte etwas regnen, die Mengen bleiben aber übersichtlich.
Postfrontal gibt es etwa vom Niederrhein über das Münsterland und
Weser-Ems-Gebiet bis nach Schleswig-Holstein am Nachmittag und Abend noch
einzelne schwache Schauer, für Gewitter sind diese aber wohl nicht hochreichend
genug (Labilitätsfläche bis etwa 650 hPa). Im Nordseeumfeld kann es vor
Frontpassage zumindest an exponierten Küstenabschnitten bzw. bei auflandigem
Wind einzelne steife Böen (Bft 7) aus Südwest bis Süd geben, postfrontal dreht
der Wind auf Westnordwest und flaut rasch wieder ab.
Im Rest des Landes bleibt dagegen die Hochdruckbrücke wetterbestimmend. Vor
allem in einem breiten Streifen vom Südwesten über die Mitte bis in die
Osthälfte scheint vielerorts die Sonne bei nur flacher Quellbewölkung bzw. nach
Westen und Südosten zu auch WLA-Gewölk. Von Frankreich her wird eine etwas
wärmere Luftmasse ins Vorhersagegebiet advehiert mit T850 hPa zwischen 6 Grad im
Nordosten und 10 Grad im Südwesten. Unter den dichten Wolken im Nordwesten und
im äußersten Südosten werden Maxima zwischen 17 und 20 Grad erreicht, ansonsten
wird es mit 20 bis 24 Grad, am Oberrhein und Neckar eventuell auch 25 Grad
angenehm warm.
In der Nacht zum Samstag zieht der Trog weiter nach Ostpolen und "verschmilzt"
mit dem dort bereits liegenden Randtrog. Rückseitig folgt ein breiter, aber
flacher Rücken, der sich morgens vom Ärmelkanal über die Deutsche Bucht bis nach
Südskandinavien erstreckt. Mit Annäherung des Rückens kann sich die
Hochdruckbrücke über dem Vorhersagegebiet wieder verstärken mit einer 1025
hPa-Isobare, die von Westfrankreich bis nach Süddeutschland reicht.
Die Okklusion kommt somit kaum noch etwas nach Osten, aber kaum mehr nach Süden
voran und löst sich über der Mitte des Landes mehr und mehr auf. Nennenswerter
Niederschlag fällt auch im Frontbereich nicht mehr, allerdings folgt postfrontal
unterhalb einer sich verschärfenden Absinkinversion in etwa 800 hPa von der
Nordsee her vielerorts recht dichte Stratocumulusbewölkung. Gering bewölkt
bleibt es somit lediglich im Süden und Südosten, eventuell auch ganz im Osten,
dort kann sich morgens gebietsweise Nebel ausbreiten. Entsprechend fällt die
Nacht milder aus als die Vornacht. Im Süden liegen die Minima meist zwischen 10
und 5 Grad, in einigen Mittelgebirgs- und Alpentälern eventuell auch etwas
darunter. Sonst werden Tiefstwerte zwischen 14 und 9 Grad erreicht, an den
Küsten bleibt es gebietsweise noch milder.
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Synoptische Entwicklung bis Sonntag 06 UTC
Samstag ... hat sich gegenüber den Ausführungen in der Frühübersicht nichts
Wesentliches geändert.
Modellvergleich und -einschätzung
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Die Modelle simulieren bis einschließlich Samstag einheitlich. Warn- und
prognoserelevante Unterschiede lassen sich keine ausmachen.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Winninghoff