Kurzfrist

ausgegeben am Mittwoch, den 10.06.2026 um 18 UTC


SCHLAGZEILE:
Wechselhaft und mäßig warm.

Synoptische Entwicklung bis Freitag 06 UTC
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Aktuell ... und den Rest dieser Kurzfrist ergeben sich keine nennenswerten
Diskrepanzen zur ausführlichen Frühübersicht. Daher folgt hier nur eine knappe
Zusammenfassung der Entwicklung.

Heute Nachmittag und Abend verbleiben wir noch trogvorderseitig in einer
hebungsfreudigen Umgebung. Mit zunehmender Abkühlung in der Höhe dauert die rege
Schauer- und Gewittertätigkeit im Westen an (Graupel und stürmische Böen) und
auch im Osten können sich noch einzelne Gewitter entwickeln (langsam ziehend und
daher lokal mit Starkregen um 15 l/qm/h einhergehend).

Im Südosten der Republik dauern die skaligen Niederschläge weiter an, sodass in
der gültigen markanten Dauerregenwarnung die Niederschlagsmengen weiter erhöht
werden. Oberhalb von 2000 m (zeitweise auch etwas darunter) schneit es am
östlichen Alpenrand weiter mit einigen Zentimetern Neuschnee.

Besonders in Richtung Sachsen-Anhalt bleibt es bei etwas Sonnenschein bis zum
Abend meist trocken.

Die abendlichen Werte liegen meist zwischen 20 und 14 Grad, mit den höchsten
Werten in Richtung Anhalt. Im Südosten werden es bei Dauerregen recht frische 12
bis 10 Grad. Abseits der Konvektion kommt der Wind mäßig bis frisch aus
überwiegend westlicher Richtung.

In der Nacht zum Donnerstag verlagert sich der Trog direkt über Deutschland,
sodass die Schauer- und Gewittertätigkeit besonders im Westen und äußersten
Osten nur zögernd nachlässt. Nach Mitternacht sind es dann meist nur noch die
Schauer, über der Deutschen Bucht weiterhin mit dem einen oder anderen Gewitter
garniert. Zwischen den Schauern bleibt es aber auch zunehmend längere Zeit
trocken.

Im Südosten klingt der anhaltende Regen bis Mitternacht sukzessive ab, dann
treten nur noch einzelne kurze Schauer auf.

Die Minima liegen zwischen 10 und 6 Grad, im Bergland um 4 Grad.


Donnerstag ... dauert die Schauer- im Tagesverlauf auch erneut auflebende
Gewittertätigkeit weiter an und mit 17 bis 20 Grad bleibt es meist nur mäßig
warm. Zum Nachmittag und Abend kommt im Westen mehrschichtige Bewölkung auf, die
einerseits die Konvektion zunehmend abschwächt, andererseits aber auch neuen
Regen in Richtung Niederrhein aufkommen lässt.

Der Wind kommt weiterhin mäßig bis frisch aus West, in Schauer- und Gewitternähe
mit einzelnen Böen (Bft 7).

In der Nacht zum Freitag erfasst uns eine Warmfront aus Westen, die nahezu
deutschlandweit einen für die Natur gern gesehenen Landregen bringt (4 bis 8
l/qm in 12h, in Staulagen bis 15 l/qm/12h). Einzig im Süden und Osten bleibt es
bis zum Ausgang der Nacht meist trocken.

Die Minima liegen zwischen 13 und 7 Grad.


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Synoptische Entwicklung bis Samstag 06 UTC

Freitag ... Fortdauer der wechselhaften Witterung. Eine teilokkludierte
Warmfront mit einer strömungsparallel über der Mitte Deutschlands schleifenden
Kaltfront bringen teils länger anhaltenden Landregen mit 12 std. Mengen zwischen
5 und 10 l/qm, in einigen Staulagen auch etwas darüber. Besonders in Richtung
Berchtesgadener Land kann eine erneute Staulage mit markanten
Niederschlagsmengen nicht ausgeschlossen werden, wird aber weiterhin nur von
ICON entsprechend hervorgehoben. Die EPS-Wahrscheinlichkeiten haben zu gestern
nur unwesentlich zugenommen (20 bis 30% für mehr als 25 l/qm/12h im östlichen
Alpenstau). Richtung Hochschwarzwald bleibt es meist trocken.

Die Maxima liegen von Nordost nach Südwest zwischen 17 und 24 Grad, den
Oberrhein entlang lokal bei 25 Grad.

Der Westwind weht frisch, im Nordwesten sowie im Bergland stark böig. Im
exponierten Bergland sind auch wiederholt markante Böen (Bft 8 bis 9) nicht
ausgeschlossen.

In der Nacht zum Samstag bleibt es wechselhaft, wenngleich die stratiformen
Niederschläge zunehmend in zahlreiche und kleinräumige Schauerstraßen
aufbrechen. Entsprechend inhomogen fallen die 12 std. Mengen beim Niederschlag
aus, die zwischen 1 und lokal 15 l/qm liegen. Im Stau des Berchtesgadener Landes
sind höhere Mengen weiterhin möglich, wenngleich die Numerik diesbezüglich stark
streut. Im Südwesten bleibt es meist trocken.

Die Minima liegen zwischen 15 und 10 Grad.


Modellvergleich und -einschätzung
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Die Kurzfrist wird in der Numerik insgesamt recht einheitlich vorhergesagt.
Allerdings ergeben sich feine Unterschiede bei der Passage der Fronten und
Wellen (besonders zum Freitag). Dies hat Auswirkungen auf die Ausprägung der
Staulage am östlichen Alpenrand, wo im schlimmsten Fall erneut markante Mengen
auftreten können. Dies wird innerhalb von 24h bis Samstag 12z besonders von ICON
favorisiert, die 30 bis 50 l/qm in 24h im Berchtesgadener Land zeigen, während
UK10 nur kleinräumig bis 40 l/qm erwartet. EZ und GFS verbleiben meist unterhalb
der markanten Mengen. Da die Luftmasse vergleichsweise feucht ist (PW 25 bis 30
mm), erscheint es grundsätzlich plausibel, dass entlang der Orografie markante
Mengen auftreten können, was in den Globalmodellen zu stark geglättet wird.
Allerdings ist auch ICON in den jüngsten 3 Modellläufen auf einem abschwächenden
Ast bezüglich der Mengen, sodass die Unsicherheiten noch als groß angesehen
werden.


Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Helge Tuschy