Kurzfrist

ausgegeben am Mittwoch, den 05.08.2026 um 08 UTC


GWL und markante Wettererscheinungen:
GWL: TrW, Übergang zu BM
Heute im Osten, Nordosten und Süden erneut einzelne Schauer und Gewitter, lokal
Unwetter nicht ausgeschlossen. Am Donnerstag und Freitag in den äußersten Süden
und Südosten zurückziehende Gewittertätigkeit. Im äußersten Norden starker bis
stürmischer West- bis Nordwestwind. Heute in Teilen nochmals starke
Wärmebelastung.

Synoptische Entwicklung bis Freitag 24 UTC
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Mittwoch... verbleibt Deutschland weiterhin vorderseitig eines westeuropäischen
Höhentroges mit Drehzentrum über Schottland. Das korrespondierende Bodentief
JUSTINE befindet sich aktuell mit seinem Kern knapp östlich von Schottland und
verlagert sich von dort im Tagesverlauf allmählich über die nördliche Nordsee
hinweg. Mit der resultierenden südwestlichen Strömung gelangt heute weiterhin
feuchte und heiße Luft subtropischen Ursprungs zu uns. Entsprechend steigt die
Temperatur heute nochmals verbreitet auf Höchstwerte zwischen 30 und 34 Grad an,
im Südosten Bayerns sind nochmal bis zu 37 Grad möglich. Davon ausgenommen mit
bereits etwas "angenehmeren" Temperaturen ist der Nordwesten und äußerste Norden
des Landes. Dort hat die Passage einer ersten Kaltfront des Tiefs bereits eine
erste Abkühlung herbeigeführt und die Höchstwerte liegen dort zwischen 25 und 29
Grad, auf den Nordseeinseln auch noch etwas darunter. Die Kaltfront kommt im
Tagesverlauf noch etwas weiter landeinwärts voran, allzu große
Verlagerungstendenzen weist sie aufgrund der höhenströmungsparallelen
Ausrichtung aber nicht auf. Auch wettertechnisch zeigt sie - abgesehen von dem
leichten Temperaturrückgang - nur wenig Aktivität. Hebungsantriebe ergeben sich
eher aus der Höhe in Form von kurzwelligen ost-/nordostwärts durschwenkenden
Troganteilen. Dennoch sorgt sie dafür, dass die labilere Luftmasse zunehmend in
den Osten und Süden Deutschlands abgedrängt wird. Entsprechend liegt dort bei
CAPE Werten bis 1000 J/kg und teils sehr hohen PPWs zwischen 35 und 45 mm heute
der Fokus bezüglich Konvektion.
Aktuell sind in Verbindung mit einem Kurzwellentrog noch nächtliche
Konvektionsreste über dem Nordosten zu finden. Diese werden im Laufe des
Vormittags weiter ostwärts in Richtung Polen abziehen. Nach einer kurzen Pause
sollen sich dann ab den Mittagsstunden durch die Höhe ausgelöst auf Basis des
ICON-D2 zunächst ausgehend von der zentralen Mitte, also etwa Südniedersachsen,
Nordhessen, Nordthüringen, erneut einzelne Schauer und Gewitter entwickeln und
von dort schließlich nordostwärts verlagern. ICON-RUC und Super HD sehen diese
Entwicklung ähnlich, wobei letzteres noch einen weiteren Schwerpunkt von
Thüringen bis nach Sachsen reichend zeigt, was aufgrund der
Luftmasseneigenschaften durchaus plausibel ist. Im Süden ist vor allem ausgehend
von der Schwäbischen Alb, am späteren Nachmittag auch von den Alpen mit
einzelnen Schauern und Gewittern zu rechnen.
Aufgrund der Zutaten können in Verbindung mit den Gewittern Starkregen bis 25 mm
in einer oder mehrerer Stunden auftreten, die Wahrscheinlichkeiten für
unwetterartigen Starkregen sind trotz der hohen PPW Werte auf Basis des ICON-D2
EPS sehr gering. Zumindest in der Mitte und im Osten sind Scherung und eine
etwas höhere Zuggeschwindigkeit vorhanden. Im äußersten Süden ist kaum Scherung
vorhanden, am Alpenrand sind die Wahrscheinlichkeiten für heftigen Starkregen
auch etwas höher. Im Anfangsstadium der Zellen ist auch größerer Hagel bis 3 cm
denkbar. Hinzu kommt - man mag es bei der Luftmasse kaum glauben - ein recht
trockener Fuß in den Soundings, sodass auch Böen bis Sturmstärke Bft 8, 9
auftreten können (Signale seitens I-D2 EPS vorhanden). Auch einzelne schwere
Sturmböen Bft 10 sind nicht ausgeschlossen.
Im Westen und Norden ist eine deutlich stabilere Luftmasse anzutreffen. Einzelne
Schauer sind auch dort im Randbereich des Troges nicht ausgeschlossen.
Überwiegend bleibt es aber trocken.
Der Wind frischt im äußersten Norden etwas auf mit Böen Bft 7 aus Südwest bis
West.

In der Nacht zum Donnerstag verlagert sich das Drehzentrum des Höhentroges über
die Nordsee hinweg Richtung Skandinavien, wir verbleiben aber weiterhin auf
dessen Vorderseite. Über den äußersten Süden schwenkt ein weiterer
Kurzwellentrog hinweg, sodass dort die Gewittertätigkeit in einem Bereich von
den Alpen bis zum Bayerischen Wald über die Nacht hinweg weiter anhält. Dabei
sind ähnliche Begleiterscheinungen wie am Tage zu erwarten. Im Osten und
Nordosten ziehen die Gewitter in der ersten Nachthälfte ostwärts ab, nachfolgend
treten nur noch vereinzelt Schauer auf. Zudem greift eine zweite und damit die
eigentliche Kaltfront des etwa über Südnorwegen liegenden Tiefs JUSTINE von
Nordwesten auf uns über. Bis in die Frühstunden erreicht sie etwa eine Linie
Rügen-Eifel. Postfrontal gelangt ein Schwall kühlerer Meeresluft zu uns und die
Temperatur in 850 hPa geht von Werten zwischen 10 und 12 Grad auf 6 bis 8 Grad
zurück. Entsprechend liegen die Tiefstwerte abseits der See meist um 15 Grad,
präfrontal wird es nochmal eine eher unangenehme Nacht bei Werten zwischen 21
und 16 Grad.
Vor allem in Nordfriesland weht weiterhin ein starker (Bft 7) Südwestwind.

Donnerstag... schwenkt der Höhentrog weiter ostwärts und die Haupttrogachse
greift am Nachmittag von Westen auf uns über. Die Kaltfront wird zunehmend
strömungsparallel und verringert somit ihre Verlagerungsgeschwindigkeit. Bis zum
Abend hat sie aber weite Teile des Ostens und Südwestens überquert.
Die potentiell instabilste Luftmasse ist dann noch präfrontal über dem Südosten
Deutschlands zu finden, also etwa vom Bodenseeraum bis zum Bayerischen Wald und
südlich dieser Linie. Somit kommt es dort nach Abzug der nächtlichen Konvektion
im Tagesverlauf erneut zur Entwicklung von Schauern und Gewittern. Die
Luftmasseneigenschaften haben sich im Vergleich zum Vortag wenig geändert,
sodass erneut lokal mit Starkregen (teils unwetterartig), Hagel und Sturmböen
gerechnet werden muss.
In den weiteren Landesteilen kann es mit Passage der Kaltfront vereinzelt ein
paar Spritzer Regen geben, überwiegend bleibt es aber trocken. Im Laufe des
Nachmittags kommt es dann über dem äußersten Norden im Trogbereich zu einzelnen
Schauern.
Der Luftmassenwechsel setzt sich vom Nordwesten weiter landeinwärts fort. So
liegen die Höchstwerte erfreulicherweise meist unter 30 Grad, im Nordwesten
sogar unter 25 Grad. Einzig von der Lausitz bis in den Süden sind vor Eintreffen
der Front nochmal lokal um 30 Grad zu erwarten.
Am Rande des Bodentiefs über Skandinavien frischt der Wind im äußersten Norden
etwas auf und es kommt an den Küsten sowie im Schleswig-Holsteinischen
Binnenland zu starken bis stürmischen Böen Bft 7 bis 8 aus West bis Nordwest.

In der Nacht zum Freitag schwenkt die Trogachse über uns hinweg und die
Kaltfront erreicht den äußersten Süden. Rückseitig baut sich leichter
Hochdruckeinfluss auf. Entsprechend werden die Schauer und Gewitter bereits in
der ersten Nachthälfte weitgehend südostwärts abgedrängt. Lediglich im
Berchtesgadener Land kann es noch länger regnen. Auch im Norden lässt die
Schauertätigkeit wieder nach. Es bleibt aber noch ähnlich wie im Südosten
stärker bewölkt. Sonst hingegen klart es auf. Es kühlt auf 16 Grad im äußersten
Südosten und sonst auf 14 bis 8 Grad ab.
Der Druckgradient über dem Norden fächert wieder auf und der Wind lässt im Laufe
der Nacht nach. An einigen Küstenabschnitten sind noch Böen Bft 7 aus West bis
Nordwest möglich.

Freitag... schwenkt ein weiterer in die westliche Strömung eingelagerter
Kurzwellentrog über Deutschland hinweg ostwärts. Im Bodendruckfeld hat sich aber
bereits landesweit Hochdruckeinfluss durchgesetzt. So zeigt er abgesehen von
zeitweise etwas dichteren Wolkenfeldern kaum Wetteraktivität. Im äußersten Süden
allerdings sorgt er dafür, dass die an den Alpen liegende Kaltfront ein wenig
rückläufig wird und so der Alpenrand und das östliche Alpenvorland wieder in die
labilere Luftmasse rutschen. Insofern sind dort erneut einzelne Schauer und
Gewitter zu erwarten. Bei niedrigeren PPW und CAPE Werten, sollten diese aber
schwächer ausfallen als an den Vortagen.
Sonst gestaltet sich das Wetter ruhig. Bei der Temperatur ist Deutschland
zweigeteilt mit Höchstwerten zwischen 19 und 25 Grad in der Nordhälfte und 25
bis 29 Grad in der Südhälfte.

In der Nacht zum Samstag zieht der Kurzwellentrog ostwärts ab und ihm folgt ein
flacher Rücken. So bleibt der Hochdruckeinfluss erhalten, wenngleich sich der
Hochschwerpunkt von Deutschland Richtung östliches Mitteleuropa verlagert. Die
Schauer und Gewitter lassen auch im äußersten Süden rasch nach. Nachfolgend
gestaltet sich die Nacht ruhig und bei Tiefstwerten zwischen 13 und 6 Grad kann
mal wieder so richtig durchgelüftet werden.

Modellvergleich und -einschätzung
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Die Entwicklung der Wetterlage wird weitgehend übereinstimmend prognostiziert
mit kleineren Unschärfen bezüglich der Konvektion für den heutigen Tag, die im
Text bereits angesprochen wurden.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Johanna Anger