Kurzfrist

ausgegeben am Dienstag, den 03.11.2026 um 18 UTC

Schlagzeile:
Nebel und leichter Frost, sowie zeit- und gebietsweise steife, im Bergland
mitunter stürmische Böen

GWL und markante Wettererscheinungen:
NEa

Synoptische Entwicklung bis Freitag 06 UTC
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Mittwoch, den 04.11.2026

Synoptische Entwicklung:
In der Nacht zum Mittwoch bleiben Bodenhoch KLAUS und die korrespondierende
Höhenantizyklone quasistationär, wobei sich der über Nordostdeutschland nach
Polen gerichtete Bodenhochkeil etwas verstärkt. An dessen Südflanke kommt die
"Feuchteschliere" ein wenig weiter nach Süden und auch nach Westen voran, so
dass es in weiten Teilen der Norddeutschen Tiefebene und in der Osthälfte bis zu
den östlichen und zentralen Mittelgebirgen überwiegend stark bewölkt bis bedeckt
bleibt. Lediglich in Schleswig-Holstein und in Vorpommern lockern die Wolken von
Nordosten zeitweise auf. Insgesamt wird die Absinkinversion im Bereich dieser
Feuchteschliere aber etwas nach unten, bis auf ca. 800 hPa, gedrückt.
Auch weiter südlich macht sich das Absinken bemerkbar (Absinkinversion strebt
der 900 hPa entgegen) und somit steigen die Chancen auf größere Wolkenlücken vom
südlichen NRW bis nach Franken bzw. zur Oberpfalz. Dort, wo es länger
aufgelockert bewölkt bleibt, kann es leichten Frost geben, stellenweise auch
dichten Nebel, ansonsten bleibt es aber, abgesehen von den Höhenlagen, die sich
knapp unterhalb der Inversion befinden, überwiegend frostfrei.
Nach wie vor kann es in einigen Gipfellagen, auch getriggert durch Low Level
Jets, steife bis stürmische Böen geben. Im Fokus stehen der Bayerische Wald und
der Schwarzwald.


Potentielle Warnelemente:
In einigen Gipfellagen (Schwarzwald, kommende Nacht auch Bayerischer Wald) kann
es steife bis stürmische Böen aus Ost bis Nordost geben.
Ansonsten steht die Grenzschichtproblematik im Fokus. Dort, wo es länger
aufgeht, ist leichter Frost möglich und stellenweise auch warnrelevanter Nebel.


Modellvergleich:
Unsicherheiten beschränken sich auf Details und sind kaum wetter- und
warnrelevant.

Konsistenz:
Aus Sicht der Konsistenz gibt es keine wesentlichen Abweichungen.


Donnerstag, den 05.11.2026


Synoptische Entwicklung:
Am Mittwoch verstärkt sich der von der nach wie vor quasistationären
Höhenantizyklone ausgehende Höhenkeil über dem Nordosten Deutschlands bzw. Polen
und weitet sich bis zum nördlichen Balkan aus. Der Höhentrogkomplex weiter
südlich zieht sich dadurch als Höhentief nach Südwesteuropa zurück. An der Lage
des sich kaum abschwächenden und ebenfalls nach Südosten ausweitenden Bodenhochs
ändert sich dagegen nur wenig.
Somit bleibt die Grenzschicht im Fokus der Prognoseaktivität. Nach wie vor lässt
sich die Schliere mit der etwas feuchteren Luftmasse ausmachen, die aus der
ehemaligen Front resultiert. Sie kommt über der Mitte des Landes nur wenig nach
Süden voran, verliert aber durch das beständige Absinken langsam an Mächtigkeit
und mit dem Entrainment trockenerer Luftmassen kann es dort auch größere Lücken
geben. Dennoch bleibt es wohl vor allem von Südbrandenburg/Sachsen bis nach
Thüringen und Nord- bzw. Mittelhessen oft stark bewölkt.
In den übrigen Regionen dürfte sich die Hochnebeldecke häufiger auflösen als am
Vortag, da auch dort die Grenzschicht an Mächtigkeit einbüßt. Vor allem im Lee
der Mittelgebirge scheint auch länger die Sonne. Dagegen bleibt es am ehesten
vom Bodensee/Oberschwaben bis ins nördliche Alpenvorland wohl ganztägig trüb.
Dort werden kaum 5 Grad erreicht, sonst liegen die Höchstwerte meist zwischen 6
und 10 Grad, an den Küsten sowie mit Sonne an einigen Mittelgebirgshängen auch
darüber. In einigen Hochlagen kann es weiterhin steife, vereinzelt auch
stürmische Böen aus Ost bis Nordost geben, die in der Nacht zum Donnerstag
langsam nachlassen.

Potentielle Warnelemente:
Der Wind weht vor allem im höheren Bergland teils frisch mit steifen Böen (Bft
7), vereinzelt auch stürmischen Böen (Bft 8) auf einigen Gipfeln. In der Nacht
zum Donnerstag lässt der Wind sukzessive nach.
In der Nacht zum Donnerstag nimmt die Neigung zu leichtem Frost und
warnrelevantem Nebel etwas zu.

Modellvergleich:
Nichts Relevantes.

Konsistenz:
Nichts Relevantes.


Freitag, den 06.11.2026


Synoptische Entwicklung:
Auch am Donnerstag ändert sich an der Gemengelage nur wenig. Die
Höhenantizyklone wird langsam abgebaut, reicht aber auch in der Nacht zum
Freitag nach wie vor als breiter, zunehmend meridional ausgerichteter Rücken vom
Nordmeer bzw. Seegebiet zwischen Island und Schottland über Mitteleuropa bis in
den zentralen Mittelmeerraum mit Schwerpunkt über der nördlichen Nordsee. Das
Bodenhoch schwächt sich ein wenig ab, bleibt aber quasistationär. Bodennah dreht
die Strömung im Vorhersagegebiet mehr auf Ost, so dass trockenere Festlandsluft
advehiert wird, zudem schrumpft die Grenzschicht weiter auf teilweise deutlich
unter 900 hPa.
Somit lösen sich Nebel und Hochnebel vielerorts auf. Lediglich an den Nord- bzw.
Osthängen einiger Mittelgebirge bleibt es trüb, auch von Oberschwaben bzw. vom
Hochrhein bis ins Alpenvorland hält sich eventuell ganztägig Nebel bzw.
Hochnebel. Etwas dichtere Bewölkung zieht im Tagesverlauf von Norden her vor
allem Richtung schleswig-holsteinische bzw. vorpommersche Ostseeküste; diese
gehört zu einer Kaltfront, die über Nordosteuropa südwärts nach Weißrussland
bzw. Nordpolen zieht.
Am Temperaturniveau ändert sich tagsüber nur wenig. In den Nebelregionen
Süddeutschlands werden die 5 Grad kaum erreicht, sonst liegen die Maxima
zwischen 6 und 10 Grad, mit Sonne vor allem im Lee einiger Mittelgebirge auch
darüber.
In der Nacht zum Freitag bleibt es vielerorts länger klar, so dass die Neigung
zu dichtem Nebel weiter zunimmt. In den Nordosten und Norden ziehen von
Nordosten her dichtere Wolkenfelder, es bleibt aber trocken. Bei länger klarem
Himmel gibt es häufig leichten Frost.

Potentielle Warnelemente:

Donnerstag tagsüber und auch in der Nacht zum Freitag weht zwar in einigen
Höhenlagen weiterhin lebhafter Ostwind, der erreicht aber meist nur Bft 7 und
ist somit voraussichtlich nicht warnrelevant.
In der Nacht zum Freitag gibt es bei klarem Himmel vielerorts leichten Frost bis
-3 Grad, gebietsweise bildet sich auch dichter warnrelevanter Bodennebel.

Modellvergleich:
Die anderen Modelle zeigen die Entwicklung sehr ähnlich.

Konsistenz:
Die Konsistenz zu den Vorläufen des IFS ist sehr gut.

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Fazit:
Das blockierende Hoch bleibt uns erhalten. Mit dessen Ausdehnung nach
Mitteleuropa wird trockenere Luft advehiert, die zu mehr
Wolken-/Hochnebelauflösung führt. Zeitgleich stiegt in den Nächten die
Frostgefahr und Nebelneigung. *

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jacqueline Kernn