Kurzfrist
SCHLAGZEILE:
B M, Übergang zu H M
Ruhiges Hochdruckwetter, weitgehend ohne markante Wettererscheinungen.
Synoptische Entwicklung bis Montag 06 UTC
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Aktuell ... liegt Deutschland unter einem Höhenkeil, der sich vom westlichen
Mittelmeerraum bis nach Skandinavien erstreckt. Gestützt wird dieser durch eine
Hochbrücke, die sich vom Seegebiet südlich der Azoren über England und Polen
hinweg ostwärts ausdehnt.
Am Abend greift von der Nordsee her ein schwacher Kurzwellentrog auf den Norden
Deutschlands über und zieht rasch ostwärts ab. Im Einflussbereich der über
Schottland nach Nordskandinavien verlaufenden Frontalzone breiten sich im
Nordwesten und Norden mehrschichtige Wolkenfelder aus. Einzelne geringe
Niederschläge sind allenfalls in Grenznähe zu Dänemark möglich, meist bleibt es
jedoch trocken. Weiter südlich hält sich unter dem Einfluss der Hochbrücke
häufig sonniges Wetter.
In der Nacht zum Sonntag überquert eine nur schwach ausgeprägte Kaltfront den
Nordwesten und äußersten Norden Deutschlands. Da diese zuvor bereits vom Trog
überlaufen wurde und zunehmend unter antizyklonalen Einfluss gerät, bleibt ihre
Wetterwirksamkeit gering. Die Front macht sich im Wesentlichen durch zeitweise
dichtere mehrschichtige Bewölkung bemerkbar, die bis in die mittleren
Landesteile vorankommt. Vereinzelte schwache Niederschläge sind dabei nur im
äußersten Norden nicht ausgeschlossen.
Nach Süden hin bleibt der Himmel meist klar. Dort kann die Luftmasse in der
zweiten Nachthälfte gut auskühlen, sodass insbesondere in Tal- und Muldenlagen
örtlich einstellige Tiefstwerte auftreten. Insgesamt verläuft die Nacht
überwiegend ruhig und trocken.
Sonntag ... sorgt wischen Island und Schottland kräftige Warmluftadvektion für
weiteren Geopotentialanstieg, wodurch sich der bisherige Höhenkeil zu einem
breit angelegten Höhenrücken verstärkt. Das korrespondierende Bodenhoch
verlagert sich zur südlichen Nordsee, während die Hochbrücke über Mitteleuropa
bestehen bleibt. An dessen Nordflanke sickert etwas feuchtere Luft in den
Nordwesten und Norden Deutschlands ein. Dort halten sich zunächst teils kompakte
St-Felder, die tagsüber in aufgelockerte Sc-Bewölkung übergehen.
Die nur schwach ausgeprägte Kaltfront kommt im Tagesverlauf etwa bis zur
Mittelgebirgsschwelle voran. Präfrontal bleibt die Luftmasse vor allem über den
östlichen Mittelgebirgen sowie vereinzelt auch über den zentralen Mittelgebirgen
mäßig labil. Da großräumige Hebungsantriebe und Scherung weitgehend fehlen und
gleichzeitig der antizyklonale Einfluss dominiert, sind die Bedingungen
insgesamt nur wenig gewitterfreundlich. Dennoch können sich lokal, begünstigt
durch Orographie und eine schwache Konvergenz etwas feuchterer Luft in den
unteren Schichten, einzelne Wärmegewitter entwickeln. Sollte es zur
Gewitterbildung kommen, sind lokal Starkregen bis 15 l/qm sowie stürmische Böen
bis etwa 70 km/h (Bft 8) möglich. Die Gewitter bleiben voraussichtlich kurzlebig
und fallen zum Abend rasch in sich zusammen.
Die Temperaturen ändern sich in der Mitte und im Süden nur wenig, in tieferen
Lagen Süddeutschlands sind vereinzelt nochmals leicht höhere Werte möglich. Im
Norden werden abhängig von Küstennähe und Bewölkung meist 21 bis 26 Grad
erreicht, direkt an der See bleibt es teils unter 20 Grad.
In der Nacht zum Montag verlagert sich der Schwerpunkt des Bodenhochs nach
Norddeutschland. Absinken sorgt verbreitet für gering bewölktes oder klares
Wetter. Aufgrund der schwachen Luftdruckgegensätze und der trockeneren Luft
bleibt die Nebelbildung weitgehend aus. Im nördlichen und nordöstlichen
Binnenland macht sich die rückseitig eingeflossene kühlere Luftmasse mit örtlich
einstelligen Tiefstwerten bemerkbar.
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Synoptische Entwicklung bis Dienstag 06 UTC
Montag ... bleibt der antizyklonale Einfluss unter einem breit angelegten
Höhenrücken bestehen. Das eingelagerte Höhenhoch liegt mit seinem Schwerpunkt
über Nordfrankreich, das zugehörige Bodenhoch über der südlichen Nordsee.
Rückseitig der inzwischen aufgelösten schwachen Kaltfront hat sich trockenere
und stabilere Luft durchgesetzt. Bei nahezu ungestörter Sonneneinstrahlung
steigen die Temperaturen verbreitet auf 28 bis 33 Grad. In Nordseenähe sowie im
Nordosten werden meist 23 bis 27 Grad, direkt an der Küste um 20 Grad erreicht.
In der Nacht zum Dienstag verstärkt sich der Höhenrücken vorübergehend in
Richtung mittlerer Nordatlantik. Gleichzeitig verlagert sich die Frontalzone
über der Nordsee und Südskandinavien etwas südwärts. Dadurch können sich zur
dänischen Grenze hin zeitweise Wolkenfelder bemerkbar machen, Niederschlag wird
jedoch nicht erwartet. Sonst verläuft die Nacht meist klar; einstellige
Tiefstwerte bleiben auf Tal- und Muldenlagen der mittleren Landesteile
beschränkt.
Modellvergleich und -einschätzung
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Die Modelle stützen die zuvor beschriebene Entwicklung weitgehend konsistent;
aus den synoptischen Basisfeldern ergeben sich keine nennenswerten
prognoserelevanten Unterschiede. Einige hochaufgelöste Modelle simulieren am
Sonntagnachmittag und -abend isolierte Gewitter über den zentralen und östlichen
Mittelgebirgen. Die Gewitterwahrscheinlichkeit bleibt jedoch gering, da der
Einfluss des Höhenrückens mit dem Absinken sowie der trockenen Luft in mittleren
und höheren Schichten die Gewitterbildung deutlich hemmen dürften.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Marco Manitta