Kurzfrist

ausgegeben am Montag, den 26.10.2026 um 18 UTC


SCHLAGZEILE:
Antizyklonale Südwestlage, überwiegend ruhiges Wetter ungewöhnlich mild, im
Bergland und an der Küste zeitweise stürmische Böen

Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 06 UTC
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Aktuell ... zieht ein sich abschwächender Langwellentrog mit der Achse über
Polen ostwärts ab. Vorderseitig eines neuen, ostwärts vorankommenden
Langwellentroges wölbt sich ein Keil über Westeuropa auf, dessen Achse im Laufe
der Nacht rasch auf Deutschland übergreift. Dabei erfasst die Warmfront eines
zum Trog gehörenden atlantischen Sturmtiefs den Westen Deutschlands. Damit
verbunden ist ein schwaches Regengebiet, das allerdings vom Keil überlaufen wird
und sich somit auf dem Weg zur Mitte abschwächt. Die aufziehende dichte
Bewölkung verhindert die Ausstrahlung, sodass Frost höchstens in einigen
exponierten Tälern der Ostalpen, des Bayerischen Waldes und des Erzgebirges
auftritt. Auch dichter Nebel sollte die Ausnahme sein. Der noch kräftige
Gradient im Nordwesten sorgt an der Nordsee für Windböen..

Dienstag ... kommt der langwellentrog unter der Verkürzung seiner Wellenlänge
ostwärts voran und Greift auf Frankreich über. Der vorderseitige Keil wird somit
nach Polen geschoben. Wir verbleiben unter einer südwestlichen Strömung, wobei
für die Jahreszeit ungewöhnlich warme Luft mit 850-hPa-Temperaturen von teils
über 10 °C nach Deutschland advektiert wird. In der bodennah recht feuchten Luft
halten sich besonders im Norden anfangs noch dichtere, tiefe Wolkenfelder, die
sich im Tagesverlauf aber von Süden her auflösen. An der See gibt es weitere
Böen, ansonsten ist der Gradient schwach, sodass die Durchmischung relativ
schlecht ist und die hohen 850-hPa-Temperaturen nicht so richtig bis in tiefere
Schichten durchgreifen können. Die 20-Grad-Marke wird daher nur am Nordrand (im
Lee) der westlichen Mittelgebirge und am Oberrhein geknackt. Am kältesten bleibt
es von Oberfranken über Südsachsen bis zur Oberlausitz, wo ein kalter Südwind
aus dem ausgekühlten böhmischen Becken die Temperatur auf Werte unter 13 °C
drückt.
Erst im Laufe des Nachmittags erreichen die Wolken der Kaltfront des Sturmtiefs,
dessen Zentrum sich Richtung Nordmeer verlagert, den Nordwesten.
Damit in Verbindung steht ein Regenband, das in der Nacht zum Mittwoch bis in
die Mitte vorankommt. Diese Front wird durch die Hebung des ehemaligen
Atlantiktrog gestützt, der nun als Kurzwellentrog über Deutschland greift.
Postfrontal lockert die Bewölkung dabei im Westen wieder auf und es kann sich
lokal dichterer Nebel bilden. Vor der Front bleibt es im Südosten noch lange
aufgelockert oder klar. Hier kann es lokal leichten Frost geben.

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Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 06 UTC

Mittwoch ... ändert sich and er Vorhersage im Vergleich zu den Vorläufen recht
wenig. Die Kaltfront zieht im tagesverlauf nach Osten und Südosten ab.
Rückseitig fließt eine subpolare Meeresluftmasse ein, in der 850 hPa-Temperatur
bis auf 1 °C sinkt. Diese gelangt aber rasch unter dem Einfluss eines
nachrückenden Bodenhochs, der den Trog durch absinken Wetterunswiksam macht,
sodass postfrontal mit heiterem Wetter zu rechnen ist. Nur in Südsachsen und im
Südosten werden postfrontale Schauer simuliert.
Der Norden allerdings wird von den Resten eines alten Frontensystems getroffen,
die an der Nordflanke des Hochs ostwärts gesteuert werden. Dort bleibte wolkig
oder stark bewölkt und am Abend kommt vom Westen etwas Regen auf.
In der Nacht zum Donnerstag sind wir abgesehen vom Norden mit für die Jahreszeit
typischen Grenzschichtproblematik bei Hochdruckeinfluss konfrontiert. In der
feuchten Luft bilden sich rasch Nebel oder Hochnebel. Wo es im Süden länger klar
bleibt, gibt es leichten Frost.


Modellvergleich und -einschätzung
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Die Modellsimulationen sind im Wesentlichen gleich.


Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Christian Herold