Kurzfrist
GWL und markante Wettererscheinungen:
GWL: HB
Heute einzelne kräftige Gewitter mit markanten Böen. In der Folge erneut
Hochdruckeinfluss und trocken. Im Norden mäßig warm bis warm, im Süden sehr warm
bis heiß.
Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 24 UTC
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Montag... unterbricht eine schwache Trog- inklusive Kaltfrontpassage das
hochdruckdominante Wetter, allerdings nur vorübergehend, denn bereits in der
Folge baut sich die nächste Hitzewelle von Südwesten auf.
Der Montag beginnt im Norden peripher einer südostwärts ziehenden Kaltfront
meist wolkenverhangen und gebietsweise fällt etwas Regen, der sich mit seinem
Schwerpunkt zum Nachmittag in Richtung MV verlagert, während die Bewölkung von
Westen auflockert - dann allerdings mit einem Schauer- und lokalen
Gewitterrisiko. Die Scherung ist mehr als ausreichend für organisierte
Konvektion, allerdings mindern 200-400 J/kg MLCAPE das Potenzial für
organisierte Konvektion. Dennoch kann zum Nachmittag/Abend in Mecklenburg das
eine oder andere kräftige Gewitter mit kleinem Hagel, stürmischen Böen und einem
kräftigen Platzregen nicht ausgeschlossen werden. Die Scherung in den untersten
3 km ist bereits KLA dominant, was die SRH mindert, dennoch sollte man am
Nachmittag auch mal einen Blick auf die Geschwindigkeitsfelder im Radar werfen,
liegen die LCLs doch recht niedrig. Über den Tag gesehen fallen die 12 std.
Niederschlagsmengen mit 2-5 l/qm überschaubar aus, in der Nähe zur Ostsee ist
regional auch 5 bis 10 l/qm Nass in 12h nicht ausgeschlossen.
Eine der Kaltfront vorgelagerte Konvergenz über der Mitte der Republik findet
sich in einer recht trockenen Umgebung wieder, was die Entwicklung von Gewittern
mindern sollte. Hier divergiert die Numerik jedoch erheblich über der östlichen
Mitte (Franken, Thüringen bis Sachsen). Zeigt das ID2 (Deterministik und EPS,
00Z) kaum Entwicklungspotenzial, so ist RUC von Franken bis nach Sachsen
deutlich aggressiver aufgestellt. Da auch ID2 in diesem Streifen etwas MUCAPE
entwickelt, wird aus aktueller Sicht dort wenigstens mit einzelnen Gewittern
gerechnet. Dank der hochbasigen Natur und bei rund 15 m/s hochreichender
(uneffektiver) Scherung stehen die Böen im Hauptfokus mit Bft 8 bis 9. Sollte
sich in der Tat durch einige cell merger ein etwas größerer Gewittercluster
etablieren, dann kann strichweise eine Bft 10 nicht ausgeschlossen werden. Zudem
muss lokal mit kleinkörnigem Hagel und einem kräftigen Platzregen gerechnet
werden. Abseits des genannten Gebietes bleibt es über der Mitte meist trocken
mit reichlich Sonnenschein.
Bleibt noch der Süden zu nennen, wo bessere Grenzschichtfeuchte von Südwesten
herangeführt wird und für 500-1000 J/kg MUCAPE gut ist. Problem hier ist die nur
leicht zyklonal konturierte Höhenströmung, ohne großartigen und vor allem
fokussierten Hebungsinput aus der synoptischen Dynamik heraus. Somit ist ab dem
Mittag zunächst entlang der Orografie, später auch abseits davon mit einzelnen
hochbasigen Gewittern zu rechnen, die lokal mit Bft 8/9 Böen, Hagel und einem
kräftigen Platzregen einhergehen (örtlich markant mit Mengen um 20 l/qm/h bei
PWATs um 25 mm). In den meisten Regionen bleibt es aber trocken und das bei
üppigem Sonnenschein.
Zusammengefasst kann es heute vor allem über der östlichen Mitte und allgemein
im Süden hier und da einige kräftige Gewitter geben, die besonders durch ein
hohes Böenpotenzial auffallen und auch in Richtung Mecklenburg ist am
Nachmittag/Abend ein einzelnes kräftiges Gewitter nicht ausgeschlossen.
Die Maxima liegen im Norden bei Frontpassage und bei auf +3 bis +4 Grad in H85
zurückgehenden Temperaturwerten zwischen 20 und 24 Grad. Sonst werden 25 bis 33
Grad, im Süden 29 bis 35 Grad erwartet.
Der Wind kommt mäßig aus Nordwest und frischt besonders im Umfeld der Küsten
sowie über der östlichen Mitte (auch abseits der Konvektion) zeitweise böig aus
Nordwest auf (Bft 6 bis 7).
In der Nacht zum Dienstag brodelt es im Alpenvorland noch etwas und es
entwickeln sich wiederholt einige Schauer, lokal auch Gewitter, die örtlich mit
markanten Böen einhergehen. Sonst verläuft die Nacht meist klar und trocken, nur
in Richtung Erzgebirge (peripher der über der Mitte liegenden, wetterinaktiven
Kaltfront) und allgemein im Umfeld der Nordsee und Ostsee ziehen zeitweise
dichtere Wolkenfelder vorüber.
Die Minima liegen im Norden postfrontal der Kaltfront zwischen 14 und 7 Grad, im
Nordwesten bodennah noch kälter, während die Nacht im Süden mit 19 bis 14 Grad
mild verläuft. Der Nordwestwind weht küstennah böig (Bft 6 bis 7), exponiert auf
Rügen auch mal stürmisch (Bft 8). Sonst schläft der Wind im Binnenland abseits
der Konvektion im Süden rasch ein.
Dienstag... weitet ein Bodenhoch mit dem Namen RALF seinen Einfluss von
Nordwest- auf Mitteleuropa aus und sorgt meist für einen wolkenarmen bis
wolkenlosen Tag und eine Fortdauer der trockenen Verhältnisse. Über den Norden
ziehen zeitweise dichtere Wolkenfelder und allgemein muss im Norden mit dem
Tagesgang mit teils reger (seichter) Konvektion in der gut durchmischten
subpolaren Luftmasse gerechnet werden (Inversion bei rund 800 hPa). Zum späten
Nachmittag lockert diese aber wieder auf. Am direkten Alpenrand besteht zudem
ein geringes Gewitterrisiko.
Die Maxima liegen im Norden bei auflandigem Wind zwischen 18 und 23 Grad, wobei
sich diese mäßig warme Luftmasse bis zu den zentralen Mittelgebirgen ausbreiten
sollte. Südlich davon bleibt es mit 28 bis 34 Grad hochsommerlich warm bis heiß.
Der Wind weht meist schwach bis mäßig aus Nord bis Nordost, im Nordosten aus
Nordwest und frischt im Umfeld der Ostsee zeitweise böig auf.
Die Nacht zum Mittwoch verläuft meist klar, im äußersten Norden ziehen zeitweise
dichtere Wolkenfelder vorüber. Trocken bleibt es überall bei Minima im Norden
zwischen 11 und 6 Grad (küstennah um 15 Grad) und im Süden zwischen 18 und 11
Grad.
Mittwoch... wandert RALF bereits zur Ostsee weiter, sodass von Westen erneut ein
ausgeprägter thermischer Keil auf Mitteleuropa übergreifen kann.
Das hat somit einen störungsfreien Tag zur Folge mit viel Sonnenschein am Tag
und meist klaren Verhältnissen in der Nacht zum Donnerstag. Niederschlag wird
keiner erwartet. Die Maxima liegen von Nord nach Südwest zwischen 18 und 34
Grad, mit den höchsten Werten entlang des Oberrheins. Die Nacht wird im Westen
und Südwesten mit 18 bis 15 Grad wieder mild, sonst kühlt es nochmal auf 12 bis
7 Grad ab. Der Wind aus Nordost bis Ost spielt warntechnisch keine Rolle.
Waldbrandgefahr und Trockenheit bleiben somit weiterhin ein großes Thema.
Modellvergleich und -einschätzung
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Die Numerik hat heute mit der Ausprägung der Konvektion größere Probleme, hebt
jedoch allgemein ähnliche Regionen hervor (Süden, östliche Mitte und lokal
Mecklenburg). In der Folge ergeben sich unter Hochdruckeinfluss keine
nennenswerten Diskrepanzen.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Helge Tuschy