Kurzfrist
GWL und markante Wettererscheinungen:
GWL: BM
Heute im Norden ruppige Kaltfrontpassage. Küsten bis Mittwoch böiger, teils auch
stürmischer West- bis Nordwestwind. Am Alpenrand in der Nacht zum Mittwoch
mäßiger Stauniederschlag. In der Folge Hochdruckeinfluss, Nächte teils dichter
Nebel.
Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 24 UTC
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Dienstag... zieht Sturmtief HILDA mit einem Kerndruck von etwas über 985 hPa bei
den Färöer gelegen bis zum Abend nach Norden, überquert den Polarkreis und
schlägt zum Abend mit einem geschätzten Kerndruck von rund 970 hPa im westlichen
Europäischen Nordmeer auf (IFS-ENS noch Streuung um 5 hPa beim Kerndruck). An
HILDA gekoppelt ist eine Warmfront, die heute tagsüber zügig von West nach Ost
über weite Bereiche Deutschlands geführt wird. Einzig der äußerste Osten wird
wohl erst nach Sonnenuntergang vom Wolkenaufzug betroffen sein.
Ansonsten beginnt der Tag im Süden und Osten nach lokaler Nebelauflösung
freundlich oder sonnig und trocken. Im Westen weitet sich die dichte Bewölkung
bis zum Mittag zur Mitte aus und bringt hier und da etwas Regen mit
unbedeutenden Mengen. Zum Nachmittag und Abend werden dann auch weite Bereiche
Süd- und Ostdeutschlands von der dichten Bewölkung und etwas Nass erfasst.
Der Warmfront folgt von Westen rasch eine Kaltfront, die zudem über der Nordsee
zusehends südwärts okkludiert, wobei sich dank Interaktion mit Südnorwegen zum
Nachmittag/Abend über dem Skagerrak ein schwaches Randtief entwickelt, das den
Druckgradienten an dessen Südflanke jedoch kaum verstärkt. Die angesprochene
Kaltfront passiert die Deutsche Bucht ab dem Nachmittag ostwärts und erreicht
Schleswig-Holstein eingangs der Nacht und diese Frontpassage fällt recht ruppig
aus. Dies liegt nicht nur an der günstigen Platzierung im linken Auszug eines
kräftigen 110 kt Höhenjets, sondern auch an geringfügig vorhandener Labilität.
Allerdings weist der begleitende 3km Scherungsvektor mit 25 bis 30 kt nur mäßige
Intensität bzw. eine recht strömungsparallele Konfiguration zur Front auf, was
den Organisationsgrad mindert. Die Kaltfront wird von einer regen konvektiven
Aktivität begleitet, die jedoch mit ELs um 5 km nur mäßig hochreichend ist und
nur sporadisch in den graupelbildenden Bereich vorstößt. Auffallend ist aber
eine etwas aggressivere Handhabe beim LPI im Vergleich zur Deterministik und das
könnte an der Interaktion der Front mit einer von Westen vorstoßenden
Abtrocknung bis 800 hPa zusammenliegen, die je nach timing für mehr potenz.
Instabilität gut wäre. Unter dem Strich wird aber eine recht unorganisierte
Konvektionslinie erwartet, die mit einigen (kurzlebigen) Gewittern aufwartet und
bei einem Hintergrundwind von 40 kt in 950 hPa von Bft 8 bis Bft 9 Böen
begleitet wird. Diese betreffen vor allem die offshore und küstennahen Bereiche
im Übergang von Abend zur Nacht.
Bis zum Abend erfasst die Kaltfront auch den Nordwesten der Republik mit
vorübergehend kräftigeren Schauern und vielleicht einem kurzen Gewitter
inklusive einem böig auffrischenden Westwind.
Abseits des Windmaximums peripher der Deutschen Bucht frischt im Verlauf des
Nachmittags und Abend der ablandige Südwind entlang der Ostsee zeitweise böig
auf (bevorzugt offshore, in der Nacht zum Mittwoch mit Winddrehung auf West
zunehmend auch küstennah) und auf dem Brocken sind einzelne markante/stürmische
Böen aus Südwest nicht ausgeschlossen.
Die Maxima liegen im (sehr) milden Bereich und weisen Werte von 14 bis 21 Grad
auf, mit den höchsten Werten den Oberrhein entlang und in Richtung Niederrhein.
In der Nacht zum Mittwoch kommen Warm- und Kaltfront unter Verkleinerung des
Warmsektors bis zur Oder und den Alpen voran, sodass der Großteil der Nacht im
Süden und Osten bedeckt mit etwas Nass verläuft. Im Stau der Alpen inklusive
eines seichten Luvkeils regnet es zeitweise auch etwas kräftiger und konvektiv
verstärkt, sodass dort 12 std. Niederschlagsmengen von 10 bis lokal 20 mm/12h zu
erwarten sind. Sonst fallen die Mengen mit 1 bis 5, lokal um 8 mm/12h deutlich
geringer aus (entlang der See können diese jedoch dank diabatischem Input mit
rund 10 mm/12h etwas höher ausfallen). Im Verlauf der Nacht enden die
Niederschläge von Nordwesten postfrontal der teilokkludierten Kaltfront und es
lockert im gesamten Norden und Westen auf - streckenweise wird es auch klar und
es bleibt trocken. Lokal sind dank effektiver Ausstrahlung einige Nebelfelder
über der westlichen Mitte vorstellbar.
Die Minima liegen zwischen 12 und 7 Grad.
Dank eines 35kt niedertroposphärischen Windfeldes bleibt der Wind aus Nordwest
im Umfeld der Küsten stark böig bis stürmisch und das betrifft auch exponierte
Gipfel wie den Brocken. Sonst kommt der Wind meist nur schwach, im Norden mäßig
aus Südwest bis West.
Mittwoch... wandern ein mobiler Keil inklusive Bodenhoch von Frankreich nach
Deutschland und bringen eine nachhaltige Wetterberuhigung.
Die Reste der an die Alpen ziehenden teilokkludierten Kaltfront sorgen im
Alpenstau noch für länger anhaltende Regenfälle, die 12 std. Mengen liegen aber
meist nur noch zwischen 5 und 10 mm. Ab der Mittagszeit gehen die anhaltenden
Niederschläge zunehmend in Schauerform über, wobei die Intensität und Anzahl der
Schauer sukzessive nachlässt.
Ansonsten entwickeln sich im Stau vom Erzgebirge sowie im Umfeld der Oder/Ostsee
am Vormittag noch einzelne Schauer, bevor der Mittwoch ab der Mittagszeit auch
hier trocken verläuft. Den Rest der Republik erwartet nach Auflösung lokaler
nächtlicher Nebelfelder ein freundlicher Wolken-Sonne-Mix, wobei die teils rege
Quellbewölkung zum Abend (besonders im Südwesten) in sich zusammenfällt.
Die Höchstwerte liegen zwischen 14 und 20 Grad und der Wind kommt schwach, im
Nordosten mäßig bis frisch aus überwiegend westlicher Richtung. Der böige,
exponiert auch stürmische Nordwest- bis Westwind schwächt sich bereits am
Vormittag über der Deutschen Bucht und bis zum Abend auch peripher der Ostsee
sukzessive unter die jeweiligen Warnschwellen ab.
In der Nacht zum Donnerstag sorgt Hochdruckeinfluss für eine störungsfreie
Nacht. Meist ist es klar, nur zeitweise (besonders im Norden) ziehen ausgedehnte
hohe Wolkenfelder durch und im Verlauf der Nacht kann sich überregional teils
dichter und warnrelevanter Nebel mit Sichtweiten von unter 150 m bilden. Die
Tiefstwerte liegen zwischen 11 und 2 Grad (küstennah am mildesten), wobei
regional leichter Frost in Bodennähe auftreten kann (auch dank nur schwacher
Windverhältnisse).
Donnerstag... erwartet uns ruhiges Hochdruckwetter. Nach Auflösung nächtlicher
Nebelfelder scheint besonders im Westen die Sonne von einem nur leicht bewölkten
Himmel, während den Norden wiederholt ausgedehnte Wolkenfelder passieren. Der
Nebel/Hochnebel kann sich (wenigstens regional) im Umfeld der Donau zäh bis weit
in den Tag halten. Es bleibt trocken und mit Höchstwerten von 13 bis 22 Grad
wird es erneut ein (sehr) milder Tag. Der Wind kommt nur schwach, im Nordwesten
auch mäßig aus überwiegend südlicher Richtung.
In der Nacht zum Freitag ändert sich meist wenig, sodass erneut eine teils
klare, teils neblig-trübe Nacht bevorsteht. Allerdings fällt das Geopotenzial
über Nordwesteuropa im Vorfeld eines die Nordsee erreichenden Höhentroges und es
muss im Nordwesten im Verlauf der Nacht mit dem Aufzug dichter Bewölkung
gerechnet werden - peripher der Deutschen Bucht sind ausgangs der Nacht auch
einzelne Tropfen nicht ausgeschlossen. Die Minima liegen zwischen 11 und 2 Grad.
Modellvergleich und -einschätzung
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Die Numerik erfasst die Kurzfrist recht einheitlich mit nur geringen
Diskrepanzen.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Helge Tuschy