Kurzfrist
SCHLAGZEILE:
Ruhiges Herbstwetter mit kleineren Schönheitsfehlern. In den Nächten örtlich
Nebel und Frost.
Synoptische Entwicklung bis Dienstag 06 UTC
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Aktuell ... haben wir es im Einflussbereich eines umfangreichen Hochs (KLAUS)
mit ruhigem Herbstwetter zu tun, dass neben der herbstlich üblichen
Grenzschichtproblematik aber auch nicht ganz frei von kleineren Störfaktoren
ist. Das Zentrum des Hochs liegt mit über 1040 hPa dicht nordwestlich von
Irland, schlängelt sich aber in abgeschwächter Form als eine Art Brücke mit
mehreren kleineren Zentren über Deutschland und das Baltikum hinweg ostwärts und
wird in diesem Bereich auch durch hohes Geopotential in der Höhe unterstützt.
Just genau dazwischen, über der Nordsee besitzt es eine kleine Schwachstelle in
Form eines nicht sonderlich angsteinflößenden, aber dennoch gut erkennbaren
Troges, der in den kommenden Stunden zwischen den Hochblöcken regelrecht
eingequetscht wird, dadurch seine Wellenlänge stark verkürzt und in der Folge
Richtung Südwestliche Nordsee zum Abtropfen gezwungen wird. Innerhalb dieses
Troges ist eine schwache, leicht wellende (Scheitel über dem Skagerrak)
Kaltfront eingelagert, die eingangs der Nacht von der Nordsee auf den Nordwesten
Deutschlands mit etwas Regen übergreift. Die Mengen sind mit meist 2 bis 5 l/qm
innerhalb 12 Stunden gering.
Postfrontal frischt der relativ scharf von Südwest auf Nord drehende Wind
infolge des rasch nachrückenden Druckanstieges an der Nordsee auf, so dass vor
allem entlang der Ostfriesischen Küste die ein oder andere steife Böe (Bft 7)
mit dabei ist. Das simulieren die Global- wie hochauflösenden Modelle recht
unisono, wobei aufgrund der nur langsamen Verlagerung der Rinne ostwärts und der
Windrichtung die Wahrscheinlichkeit für warnwürdige Böen im ICON-D2 EPS östlich
von Helgoland rasant von 50% rund um Borkum auf 0% abnimmt.
Ein zweiter "Störenfried" ist das für die Jahreszeit wirklich massive Höhentief
im Raum Rom. Es umspannt weite Teile Nord- und Mittelitaliens mit unter 552 gpdm
und Temperaturen nahe -30°C in 500 hPa. Im Umfeld von Adria und Ägäis bringt das
gebietsweise kräftige gewittrige Starkregenfälle mit sich. Im Norden
Griechenlands gelten Starkregenwarnungen der höchsten Kategorie (3). Hierzulande
findet an dessen Nordflanke nur ein schüchterner Streifschuss in Form dichterer
Wolkenfelder und noch geringfügigen Niederschlägen am östlichen Alpenrand statt.
Oberhalb etwa 1000 m fallen diese auch als Schnee.
Sonst dominiert unterhalb der Inversion bei rund 850 hPa eine teils feuchte
Grundschicht, die aber durch die allmähliche Alterung der Luftmasse (xPs, T850
bis -3°C) und den beständigen Nordostwind im Süden (Überströmung Bayerwald,
etc.) in Teilen abgetrocknet, so dass sich vor allem in der Südhälfte auch
größere Wolkenlücken zeigen. Bei Taupunkten unweit des Gefrierpunkts muss bei
längerem Aufklaren örtlich mit leichtem Frost bis -3°C gerechnet werden, bevor
sich örtlich Nebelfelder bilden.
Montag ... kräftigt sich das Hoch über Nordwesteuropa und zieht mit Schwerpunkt
nach Schottland. Der inzwischen schmale Trog über der südlichen Nordsee tropft
zu einem kleinen Höhentief ab, dass sich nach Nordwestfrankreich verlagert.
Damit geht der dynamische Support unserer Kaltfront über Norddeutschland
verloren, die sich damit abschwächt. Was bleibt, ist ein Band mit starker
Bewölkung und immer schwächeren Regenfällen von NRW bis zur Ostseeküste.
Während sich auch ganz im Südosten in der Peripherie zum Höhentief im
Mittelmeerraum starke Bewölkung mit etwas nieseln hält, setzt sich im breiten
Bereich dazwischen neben Nebel und Hochnebel gebietsweise die Sonne durch. Das
gilt übrigens auch postfrontal für ein erweitertes Nordseeumfeld, wo der
auflebende Nord- bis Nordostwind die Wolkendecke zerreißt. Dort dürfte es vor
allem im Bereich der ostfriesischen Inseln zu Böen 7 Bft reichen, auch exponiert
im Hochschwarzwald stehen weitere, teils stürmische Böen an, dort aber aus Ost.
Am mildesten wird es im Nordwesten, wo die postfrontal einfließende durchmischte
und erwärmte Meereskaltluft für bis 13°C gut ist. Sonst liegen die Maxima in der
gealterten Festlandsluft bei 5 bis 10°C, bei längerem Nebel im Süden auch etwas
darunter.
In der Nacht zum Dienstag hält sich vom Norden in den Westen als Überbleibsel
des Tiefausläufers eine Feuchteschliere mit starker Bewölkung und geringen
Regenfällen. Auch im Südosten sind Auflockerungen selten und es nieselt ab und
zu ein bisschen.
Dazwischen lockert es teils stärker auf und gebietsweise bildet oder verdichtet
sich Nebel, bzw. Hochnebel. Zudem geht es bei längeren Auflockerungen auch
wieder bis knapp unter 0°C. An der Nordsee und im Hochschwarzwald bleibt es
windig mit Böen 6-7 Bft auflandig in Ostfriesland und 7 bis 8 Bft in Böen auf
exponierten Gipfeln im Hochschwarzwald.
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Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 06 UTC
Dienstag ... liegt das blockierende Hoch mit einem Kerndruck über 1040 hPa im
Bereich Schottland, nördliche Nordsee. Es hat sich derweil Richtung Ostsee
ausgeweitet, was eine eher östliche bis nordöstliche Strömung bei uns zur Folge
hat.
Anhand der Feuchtefelder zeichnet sich im Norden weiter der alternde
Tiefausläufer ab, der dort gebietsweise starke Bewölkung, aber kaum noch Regen
bringt. Auch im Süden bleibt es teils stark, teils hochnebelartig bewölkt mit
marginalem nieseln.
Ansonsten gibt es wieder die Mischung aus anfänglichem Nebel und Hochnebel sowie
tagsüber teils freundlichen Regionen vor allem über der Mitte, nach Südwesten
zu, aber auch ganz im Norden.
Die Temperaturen ändern sich nicht viel und exponiert an der Nordsee und im
höheren Bergland weht ein kräftiger Ost- bis Nordostwind mit einigen stürmischen
Böen auf den Gipfeln.
Modellvergleich und -einschätzung
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Nennenswerte Modellunterschiede sind in den bis hierhin verfügbaren 12z Läufen
nicht auszumachen.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Robert Hausen