Kurzfrist

ausgegeben am Montag, den 10.08.2026 um 18 UTC


SCHLAGZEILE:
Nach Abklingen der letzten Gewitter ruhige Hochdruckrandlage ohne signifikante
Warnungen; im Südwesten und Süden sehr warm bis heiß, sonst mäßig warm bis warm.


Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 06 UTC
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Aktuell ... hat ein vom Raum Spitzbergen über Skandinavien bis ins östliche
Mitteleuropa reichender breit angelegter, aber flacher Höhentrog den Norden und
Osten des Vorhersagegebietes ostsüdostwärts passiert. Rückseitig stellt sich im
Laufe der Nacht eine mit Annäherung eines Rückens Richtung Britische Inseln
zunehmend antizyklonal konturierte nordwestliche Höhenströmung über Mitteleuropa
ein, wobei KLA und Absinken dominieren.
Somit gerät die inzwischen bis zur Landesmitte vorgedrungene Kaltfront des vom
Bottnischen Meerbusen langsam nordostwärts ziehenden Tiefs "LEONIE" in ein
zunehmend stabiles Umfeld und wurde bereits tagsüber von einer
Druckanstiegswelle überlaufen, so dass sie quasi "stabil aktiv" daherkommt, also
ohne viel "Wetter", aber mit einem durchaus kräftigen Temperaturrückgang
postfrontal, da ihr unmittelbar ein Schwall maritimer Polarluft (T850 hPa 8 bis
3 Grad) folgt. Derweil hat sich - ausgehend vom Hochdruckgebiet "RALF" über den
Britischen Inseln - ein Hochkeil über die Nordsee, Nordwest- und Ostdeutschland
bis nach Polen ausgeweitet.
Während mit Passage der Front bzw. präfrontal in der ersten Tageshälfte in
Teilen von Schleswig-Holstein und im nördlichen Vorpommern noch mehr als 5 l/m²
in sechs Stunden fielen (Schönhagen: 11 l/m²), kam am Nachmittag im Nordosten
kaum mehr was zusammen.
Postfrontal reichte es noch im Bereich der durchschwenkenden Trogachse im
Nordosten für eine Schauerlinie mit einigen wenigen Blitzen, nach Westen zu hat
sich derweil eine markante Absinkinversion in etwa 800 hPa etabliert.
Präfrontal schwenkt aktuell eine flache Tiefdruckrinne über die Südhälfte hinweg
südwärts. Die heiße Luftmasse subtropischen Ursprungs im Bereich der Rinne und
weiter südlich (T850 hPa um 18 UTC zwischen 16 Grad im Bereich Mosel und Main
und 21 Grad über dem Alpenvorland) war bzw. ist zwar hochreichend labil
geschichtet, aber für hochreichende signifikante Konvektion hat es lediglich von
der Schwarzwald/Alb-Region bis zu den ostbayerischen Mittelgebirgen bzw. ins
Alpenvorland gereicht, wo die Grundschichtfeuchte etwas höher ist, weiter
nördlich war es einfach zu trocken. Lediglich von Thüringen bis nach Sachsen und
Südbrandenburg gab es einzelne hochbasige Schauer, die aber kaum von Blitzen
begleitet wurden. Präfrontal wurde es in der Mitte und vor allem in der Südwest-
bzw. Südhälfte noch einmal richtig heiß; teilweise war die Luftmasse
hochreichend durchmischt. Verbreitet wurden 31 bis 35 Grad erreicht, von
Rheinhessen bzw. Rhein-Neckar über das Rhein-Main-Gebiet bis nach Mainfranken
sogar bis zu 37 Grad. Postfrontal wurden an den Küsten dagegen keine 20 Grad
mehr erreicht.
Im Laufe der kommenden Nacht wandert das Hochdruckgebiet langsam Richtung
westliche und südwestliche Nordsee, der über die Mitte Deutschlands hinweg nach
Südpolen reichende Keil verstärkt sich weiter. Südlich davon schwenkt die
Kaltfront nach Süddeutschland, löst sich dort aber auf, die maritime Polarluft
kann nicht weiter nach Süden vordringen. In 850 hPa erreicht die 10
Grad-Isotherme die Landesmitte, im Nordosten sinkt sie auf etwa 3 Grad, während
sie südlich der Donau bei 16 bis 18 Grad verharrt.
Zumindest südlich der Donau dauert es somit ein wenig, bis die konvektive
Aktivität zum Erliegen kommt, aber gegen Ende der ersten Nachthälfte sollte das
Thema dann endgültig durch ist. Dann bleibt es zwar an den Alpen bis ins Vorland
noch meist bewölkt, aber ein paar Tropfen Regen fallen dann höchstens noch
direkt an den Alpen.
Im Rest des Landes verläuft die Nacht weitgehend störungsfrei. Mit dem sich
verstärkenden Keil bleibt an dessen Nordostflanke ein recht scharfer Gradient
aufrecht, der entlang der nordfriesischen Küste und auch im Ostseeumfeld noch
für einige steife Böen (Bft 7) aus Nordwest sorgt. Zudem driften unterhalb der
Advektion von der Nordsee her gebietsweise dichtere Stratocumulus- bzw.
Stratusfelder in den Norden und Nordosten.
Vor allem vom Westen und Südwesten bis zur Landesmitte klart der Himmel
vielerorts auf. Während die Nacht im Südwesten und Süden sehr mild bleibt mit
Minima zwischen 19 und 14 Grad, kühlt es ansonsten, je nach Bewölkung, auf
frische 14 bis 8 Grad ab, lediglich an den Küsten bleibt es ebenfalls etwas
milder.

Dienstag ... kommt der Höhenrücken über den Britischen Inseln nur langsam nach
Osten voran, so dass wir auf dessen Vorderseite unterhalb einer antizyklonalen
Nordwestströmung verbleiben. Auch das Hochdruckgebiet über der Nordsee zeigt
kaum Verlagerungstendenz, der ins Vorhersagegebiet gerichtete Keil kann dagegen
ein wenig nach Norden an Boden gut machen. Absinken trocknet die Luftmasse
weiter ab, die noch etwas feuchtere und instabil geschichtete ehemalige
subtropische Luftmasse wird Richtung Alpen und Alpenvorland abgedrängt. Cape
kann lediglich noch am Alpenrand generiert werden und dort liegen die PPWs
weiterhin zwischen 25 und 30 mm. Ob es ein oder mehrere Gewitter aus dem
inneralpinen Bereich bis zu den Bayerischen Alpen schaffen, ist aber noch
unsicher, sie werden dann begleitet von Starkregen, kleinkörnigem Hagel und
stürmischen Böen, Unwetter sind unwahrscheinlich.
Nordöstlich der Keilachse wird die nach Norddeutschland vorgedrungene
Stratocumulusbewölkung nur langsam "weggeheizt", so dass sich in einigen
Regionen (insbesondere in Schleswig-Holstein und im nördlichen Niedersachsen,
vielleicht auch noch bis nach Sachsen-Anhalt) die Sonne schwer hat. Ansonsten
steht aber einem sonnigen oder nur leicht bewölktem Tag nichts im Wege. Flache
Quellwolken über der Osthälfte bzw. den östlichen Mittelgebirgen bleiben
harmlos. Im Norden und Nordosten wird die Advektion der kühleren Meeresluft nur
langsam gekappt, die 850 hPa-Temperatur schwankt dort abends zwischen 10 Grad im
Bereich der zentralen Mittelgebirge und 5 Grad im Nordosten. Südlich der
Keilachse liegen die 850 hPa-Temperaturen dann zwischen 13 Grad etwa entlang von
Mosel und Main und 19 Grad an Hochrhein und Alpen. Somit werden mit leicht
auffrischendem Nordwestwind an den Küsten und im küstennahen Binnenland
Höchstwerte zwischen 18 und 20 Grad, weiter landeinwärts im Norden und Osten
zwischen 21 und 26 Grad und im Westen und Süden zwischen 26 und 32 Grad, in
Südbaden bis 34 Grad erreicht.

In der Nacht zum Mittwoch verlagert das Hoch seinen Schwerpunkt nach Nord- und
Ostdeutschland. Es bleibt überwiegend wolkenlos bzw. gering bewölkt und die
advehierte, sehr trockene Luftmasse kann vor allem im Norden und Osten
ordentlich auskühlen auf etwa 10 bis 5 Grad, lediglich an den Küsten bleibt es
etwas milder. In der Südwesthälfte bleibt es dagegen mit 16 bis 9 Grad milder,
von der Saar über die Pfalz bis nach Südbaden liegen in den wärmebegünstigten
Regionen sowie in mittleren Höhenlagen die Minima auch noch etwas darüber.

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Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 06 UTC

Mittwoch ... und auch am Donnerstag verlagert das Hoch seinen Schwerpunkt nur
langsam ins östliche Mitteleuropa, so dass an dessen Südflanke heiße
Subtropikluft allmählich auch wieder über die Mitte des Vorhersagegebietes nach
Norden vorankommt. Mittwochabend schwankt die 850 hPa-Temperatur zwischen 9 Grad
im Nordosten und 20 Grad im Südwesten. Bei überwiegendem Sonnenschein werden
ganz im Norden Maxima zwischen 20 und 24 Grad, sonst zwischen 25 und 34 Grad
erreicht, ehe am Donnerstag die 30 Grad auch wieder bis in die Norddeutsche
Tiefebene vordringt und im Südwesten sogar wieder bis zu 37 Grad erreicht
werden. Die Nacht zum Donnerstag bleibt aufgrund der trockenen Luftmasse auch im
Südwesten noch halbwegs angenehm, das dürfte sich danach aber ändern, so dass
mit einer deutlich steigenden Wärmebelastung zu rechnen ist.


Modellvergleich und -einschätzung
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Die Modelle fahren einen einheitlichen Kurs, prognoserelevante Unterschiede sind
keine auszumachen.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Winninghoff