Kurzfrist

ausgegeben am Mittwoch, den 14.10.2026 um 08 UTC


GWL und markante Wettererscheinungen:
BM

Anfangs an den Küsten ein paar Windböen aus West bis Nordwest, eventuell auch
einzelne stürmische Böen, nachlassend. Nachts gebietsweise Nebel und Bodenfrost,
ganz vereinzelt in ungünstigen Mittelgebirgslagen Luftfrost nicht
ausgeschlossen.

Synoptische Entwicklung bis Freitag 24 UTC
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Mittwoch... zieht ein kurzwelliger Troganteil, dessen Achse schon aktuell etwa
im Bereich des Stettiner Haffs zu finden ist, weiter nach Osten und beginnt
abzutropfen. Ebenfalls nach Osten zeiht der dem Höhentrog vorlaufende Bodentrog,
der in den Frühstunden etwa von Nord nach Süd orientiert über Zentralpolen
liegt. In den Bodentrog ist die Front eines kräftigen Tiefs zwischen dem Nordkap
und Island eingebettet, deren schleifende Reste auch noch über dem Süden
Deutschlands zu finden sind. In der Folge kommt es an den Alpen, am Vormittag
auch noch im Alpenvorland (und eventuell auch im Nordosten) zu geringen
Regenfällen, die aber spätestens im Laufe des Nachmittags nachlassen. Dann sind
auch die Wind- und Sturmböen an der Nordsee (Bft 7 bis 8), die vom rückseitig
des Bodentroges etwas schärfer aufgestellten Druckgradienten getriggert werden,
Geschichte (die letzten Warnungen laufen bis 11 MESZ). An der Ostsee halten sich
die dortigen Windböen (Bft 7) noch bis in den späten Nachmittag bzw. frühen
Abend, eventuell mit einem vorübergehenden leichten Ausgreifen ins vorpommersche
Binnenland, eventuell auch mit einzelnen exponiert auftretenden stürmischen Böen
(Bft 8), dann fächert auch dort der Gradient merklich auf. Von Westen schiebt
sich nachfolgend nicht nur ein Höhenrücken, sondern auch das zugehörige
Bodenhoch (FLORIAN) herein, welches zum Abend Süddeutschland erreicht und mit
dem eine allgemeine Wetterberuhigung einhergeht. Das Absinken bewirkt zunehmende
Wolkenlücken, so dass der Tag, insbesondere im Westen, wo sich das Hoch zuerst
bemerkbar macht, einen freundlichen und phasenweise auch sonnigen Charakter
annimmt. Abgesehen von den Böen im Norden weht der Wind meist nur schwach,
anfangs gebietsweise auch mal mäßig (vor allem im Norden und Osten). Die mit 2°C
bis 10°C relativ milde Luftmasse lässt mit Sonnenunterstützung am Oberrhein
maximal 22°C zu, in den übrigen Landesteilen sind es 14°C (in einigen höheren
Mittelgebirgslagen) und bis 20°C im Südwesten.

In der Nacht zum Donnerstag wölbt sich der positiv geneigte Rücken noch ein
wenig in Richtung Nordskandinavien und äußerstes Nordwestrussland auf, ohne
dabei substanziell nach Osten/Südosten voranzukommen. Dabei wird er von dem nach
Süden in Richtung der westlichen Ukraine ziehenden Höhentief aufgehalten. Hoch
FLORIAN verlegt seinen Schwerpunkt daher nur marginal, bis zum Donnerstagmorgen
erreicht FLORIAN Tschechien. Unter Hochdruckeinfluss gestaltet sich die Nacht
bei lockeren Wolken trocken, selbstverständlich muss aber ein Auge auf die
Grenzschichtprozesse geworfen werden. So deuten die Modelle vor allem in der
Mitte und im Süden gebietsweise Nebel- und Hochnebel an. Im Norden ist das
Risiko diesbezüglich nicht ganz so hoch, was teils durch hohe und mittelhohe
Bewölkung verhindert wird, im Nordwesten aber auch durch den im Vorfeld der
nächsten Front etwas anziehenden Wind. Ansonsten weht der Wind schwach aus
unterschiedlichen Richtungen. Die Temperaturen sinken auf 12°C auf einigen
Inseln, ansonsten sind es im Westen, Nordwesten und Norden bei etwas besserer
Durchmischung 9 bis 6°C. Von Oder und Neiße bis in den Süden liegen die
Frühwerte meist zwischen 5 und 1°C. In einzelnen ungünstigen Mittelgebirgslagen
mag leichter Frost knapp unter 0°C nicht ausgeschlossen sein, sicher ist aber
gebietsweise Frost in Bodennähe.

Donnerstag... kann die Achse des Höhenrückens auf Deutschland übergreifen und
bis in die nördliche Mitte vorankommen. Das Hoch über dem östlichen Mitteleuropa
nimmt eine Verbindung zu einem Hoch über Nordwestrussland auf, so dass sich
insgesamt eine östlich von uns liegende, von Südwest nach Nordost orientierte
Brücke etabliert. Am Rande dieser Hochdruckzone erwartet uns ruhiges
Hochdruckwetter. Nach Auflösung nächtlicher Nebelfelder scheint besonders im
Westen, teils aber auch im Süden die Sonne von einem nur leicht bewölkten
Himmel, wobei diesbezüglich bei schwachen, südlichen bis südöstlichen Winden
insgesamt die Nord- und Nordwestleelagen der Mittelgebirge in der Vorhand sein
dürften. Den Norden und Osten dürften wiederholt hohe und mittelhohe
Wolkenfelder passieren, so dass dort die Sonnenanteile geringer ausfallen.
Weniger Sonne sollten auch die Ecken mit zähem Nebel abbekommen, etwa an der
Donau oder an einigen Nebenflüssen des Rheins, wo sich der Nebel zäh bis weit in
den Tag hält. Es bleibt trocken und mit Höchstwerten von zumeist 15 bis 22°C
wird es erneut ein (sehr) milder Tag.

In der Nacht zum Freitag ändert sich meist wenig, sodass erneut eine teils
klare, teils neblig-trübe Nacht bevorsteht. Allerdings fällt das Geopotenzial
über Nordwesteuropa im Vorfeld eines die Nordsee erreichenden Höhentroges und es
muss im Nordwesten im Verlauf der Nacht mit dem Aufzug dichter Bewölkung
gerechnet werden - wobei die Modelle sich über das Ausgreifen der Wolken ins
Binnenland noch nicht ganz einige sind. Unabhängig davon können aber in
Nordfriesland ausgangs der Nacht erste Tropfen fallen. Die Minima bewegen sich
zwischen 12°C im Nordseeumfeld und 2°C in ungünstigen Mittelgebirgslagen, lokal
ist Frost in Bodennähe wieder ein Thema.

Freitag... und in der Nacht zum Samstag schwenkt der unserem Höhenrücken
folgende westeuropäische Langwellentrog zu uns herein, seine Achse erreicht
ausgangs der Nacht zum Samstag das Emsland - und, das sei jetzt schon gesagt,
labilisiert mit Höhenkaltluft die Schichtung, so dass es in der zweiten
Nachthälfte im Nordseeumfelb hier und da einen Schauer geben kann. Vorderseitig
des Troges kommt das o. e. Frontensystem eines Sturmtiefs über dem Nordmeer am
Tage kaum nach Südosten voran. Erst in der Nacht nimmt es Fahrt auf, was auch
einem sich über Südskandinavien bildenden Teiltief geschuldet ist, so dass es in
den Frühstunden des Samstags den Süden erreicht. Dabei zeigen sich aber
weiterhin die schon oben angedeuteten Modellunterschiede bezüglich der
Verlagerungsgeschwindigkeit der Front (z. B. GFS: relativ langsame Verlagerung,
z. B ICON und IFS: recht schnelle Verlagerung). Während der Süden und Südosten
Bayerns präfrontal bis in den Samstagmorgen hinein trocken bleiben, was dann
allerdings lokal wieder Nebel erwarten lässt, fällt in den übrigen Landesteilen
nach vorheriger Wolkenverdichtung etwas Regen (meist um 2 l/qm mit
Frontpassage). Lokal kann sich aber auch etwas mehr akkumulieren, was lokalen
schauerartigen Verstärkungen, der am Tage trantütigen Verlagerung über dem
Nordwesten und Staueffekten an den Mittelgebirgen geschuldet ist. Dann sind hier
und da auch mal um 5 l/qm an Regen denkbar, punktuell auch noch etwas mehr. Die
Luftmasse ist im Frontbereich zwar leidlich feucht mit PPWs um 25 mm, aber die
Schichtung ist stabil und es baut sich präfrontal auch kein CAPE auf, so dass
Gewitter nach jetziger Lesart nicht auf der Agenda stehen. Dafür lohnt ein Blick
auf den Wind. Immerhin ist die Frontpassage mit einer markanten Winddrehung von
Südwest auf Nordwest verbunden. Da an der Front und postfrontal der Gradient
etwas anzieht, insbesondere über dem Nordwesten, wo sich auch das o. e. Teiltief
bemerkbar macht, kann im Tagesverlauf an der Nordsee, im weiteren Verlauf aber
auch im Frontbereich und damit nach Südosten verlagernd der Wind vorübergehend
bis zu steifen Böen Bft 7 auffrischen. IFS denkt an der Nordsee auch über
stürmische Böen Bft 8 nach, ein Gedanke, den man auch für einzelne exponierte
Mittelgebirgsgipfel haben könnte. Am Tage steigen die Temperaturen auf 16°C an
der dänischen Grenze und auf bis zu 24°C am Oberrhein, wo nochmal ein Schub
Warmluft advehiert wird, am Samstagmorgen sind es in Südostbayern 7 bis 5°C,
sonst 12 bis 7°C. Dabei scheint freitags im Süden und Osten präfrontal nochmal
verbreitet die Sonne, abgesehen von den Ecken mit zähem Nebel. Im Nordwesten hat
die Sonne dagegen tagsüber kaum eine Chance, vom Südwesten bis zur Ostsee kann
es zumindest bis zum Frontaufzug noch ein paar Sonnenstunden geben.


Modellvergleich und -einschätzung
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Grundsätzlich simulieren die Modelle die kommenden Abläufe recht ähnlich. Die
Unterschiede bei der Verlagerung der Front wurden schon angedeutet. Da die
Frontpassage aber an warnwürdigen Parametern nur den Wind im Schlepptau hat und
dieser - wenn überhaupt - nur kurzfristig abgewarnt werden kann, haben die
Modellunterschiede keine Auswirkung auf die Warnstrategie.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Martin Jonas