Kurzfrist

ausgegeben am Montag, den 18.05.2026 um 18 UTC


SCHLAGZEILE:
Am Dienstag im Nordosten einzelne Gewitter. Am Mittwoch häufiger Gewitter, teils
mit Starkregen, kleinkörnigem Hagel und Böen 7 bis 8 Bft.

Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 06 UTC
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Aktuell ... liegt Mitteleuropa bei geringen Druckunterschieden im Bereich einer
flachen Tiefdruckrinne, in die über der Mitte Deutschlands eine Okklusion
eingebettet ist. Davor liegt über Ostdeutschland eine mäßig warme, aber recht
trockene Luft, die auf der Rückseite des Tiefausläufers von einer kühleren,
dafür feuchteren und leicht instabilen Luft abgelöst wird.
In ihrem Bereich und vor einem nachfolgenden Höhentrog, der aktuell auf
Westdeutschland übergreift, haben sich Schauer und einzelne Gewitter gebildet.
Angesichts der flauen Luftmasseneigenschaften hinsichtlich Wassergehalt und
Labilität sowie eher moderater Scherung halten sich die Begleiterscheinungen in
Grenzen.

Trog und Okklusion verlagern sich nachts nach Osten, lassen dem Tagesgang
folgend mehr und mehr die Wetteraktivität vermissen. Die Schauer breiten sich
etwas in den Norden und Osten aus, lassen aber auch bald nach und die Gewitter
klingen weitgehend ab. Übrig bleibt etwas schauerartiger Regen über
Norddeutschland und Südbayern. Die Wahrscheinlichkeit für Starkregen ist gering.

Dafür baut sich ein schwaches Zwischenhoch über Süddeutschland auf, das in der
feuchten Grundschicht bei schwachem Wind für teilweise dichtere Nebelfelder gut
sein kann. Die Luft kühlt wieder ab und die Temperatur liegt Dienstag früh meist
bei 8 bis 2°C. Am Erdboden ist vor allem im südwestlichen und westlichen
Bergland in ungünstigen Lagen leichter Frost möglich.

Dienstag ... zieht der Trog mit der Okklusion nur langsam weiter nach Osten und
ist wahrscheinlich auch am Abend noch nicht über dem Nordosten Deutschlands
abgezogen. Der Tiefausläufer wird sogar wieder aktiviert, es baut sich im
Nordosten etwas Cape auf, was in der Folge Anlass gibt zu Schauern und einzelnen
Gewittern. Starke Entwicklungen sind kaum zu erwarten. Am ehesten ist vereinzelt
Starkregen möglich, bei langsamer Verlagerung und PPW bis 20 mm. Daneben wären
einzelne 7er Böen dabei und Graupel oder kleinkörniger Hagel.
Auch weiter westlich soll noch Konvektion in Gang kommen, diese wird weniger
hochreichend, weil Warmluftadvektion und das Zwischenhoch stabilisierend wirken.
Entsprechend bleibt es über Landesmitte und im Norden eher bei Schauern. Die
u.a. in ICON D2 dort avisierten Gewitter, sind zwar nicht ausgeschlossen, aber
unwahrscheinlich.

Die WLA steht übrigens im Zusammenhang mit der Warmfront eines Tiefs westlich
von Schottland, die im Tagesverlauf mit leichten Regenfällen auf den Westen und
Nordwesten übergreift. Dabei zieht sich das Zwischenhoch schon bald wieder nach
Südosten zurück.

Die Temperatur steigt bei zunehmend starker Bewölkung im Westen auf ca. 18°C, im
Osten geht es bei größeren Sonnenanteilen bis 22°C rauf.

In der Nacht zum Mittwoch zieht das Frontensystem langsam nach Osten durch,
wobei im Laufe der Nacht die Schichtung labilisiert, weil mit der Kaltfront auch
ein flacher Höhentrog von Westen folgt. Zählbares in Form von Gewittern springt
aber wahrscheinlich nicht dabei heraus; es bleibt also bei schauerartigen
Regenfällen, die auch keine relevanten Niederschlagssummen liefern.

Unter den Wolken wird weder Nebel noch Frost ein Thema.

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Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 06 UTC

Mittwoch ... steht in der leicht instabilen, etwas feuchteren Meeresluft und
gestützt durch einen flachen Höhentrog ein wechselhafter Tag mit Schauern und
Gewittern an.
Der etwas höhere Wassergehalt spricht für eine leicht steigende
Wahrscheinlichkeit für Starkregen. Ansonsten bleiben die Begleiterscheinungen im
Zaum mit eher 7er, als 8er Böen und wohl höchstens kleinkörnigem Hagel.

Mehr dazu ist in der Frühübersicht zu finden.


Modellvergleich und -einschätzung
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Die Modelle simulieren ähnlich.


Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Bernd Zeuschner