Kurzfrist

ausgegeben am Dienstag, den 26.05.2026 um 18 UTC


SCHLAGZEILE:
Überwiegend Hochdruckwetter, morgen außer im Süden und Südwesten inaktive
Kaltfrontpassage und Abkühlung. Im äußersten Süden geringes Schauer- und
Gewitterrisiko.
Am Donnerstag meist keine Warnungen erforderlich.

Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 06 UTC
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Aktuell ... In der Nacht zum Mittwoch weitet sich die KLA zwischen 1000 und 500
hPa, die sich aber vermehrt auf die unteren Troposphärenschichten konzentriert,
von der Ostsee bis zur Landesmitte aus. So kann auch der Höhentrog von
Skandinavien etwas Raum nach Süden gutmachen. Das Wetter bleibt aber zunächst
antizyklonal. Durch die Achsenverlagerung des Rückens schwerpunktmäßig Richtung
Britische Inseln erfolgt somit effektive eine Regenerierung des Rückens bei
gleichzeitiger retrograder Verlagerung nach Westen. Zudem bildet sich dadurch
ein neues Hoch namens ´Boris´ bei Schottland.

Am Boden erreicht nun auch die Kaltfront den Norden Deutschlands, die von einer
flachen Welle über der Ukraine am Südrand eines kräftigen Tiefdruckkomplexes
über Westrussland ausgeht. In der Früh erreicht sie etwa eine Linie nördliches
NRW-Lausitz. Selbst kompakte Bewölkung sucht man in ihrem Umfeld wohl vergebens,
sie geht mit Windsprung von West auf Nord weitgehend inaktiv durch. Erst
postfrontal kündigt sich von der Nordsee gebietsweise etwas kompaktere
SC-Bewölkung an.

Infolge des postfrontalen Druckanstiegs des von den Hebriden zur westlichen
Nordsee wandernden Hochs BORIS, nimmt der Gradient in Küstennähe etwas zu, so
dass verbreitet Böen der Stärke 6, vereinzelt auch Bft 7 aus Nord bis Nordwest
auftreten.

Sonst verläuft die Nacht erneut windschwach und meist klar. Ganz vereinzelt ist
ein abgehobener Schauer, der über dem Schwarzwald oder der Alb ausgelöst wird,
nicht ganz ausgeschlossen. In Flussniederungen bildet sich das ein oder andere
flache Nebelfeld. Die Tiefstwerte liegen zwischen 9 und 15°C, in den
Ballungszentren entlang des Rheins und seiner Nebenflüsse sowie auf einigen
Höhenzügen 19 bis 15°C.


Mittwoch ... schwächt sich die KLA am Nachmittag ab und die Front wird mit jedem
Kilometer Richtung Südwesten strömungsparalleler und schließlich quasistationär.
Dadurch kommt es lediglich über Osteuropa zu einer nennenswerten Amplifizierung
des Troges, wir bleiben auf der Keilvorderseite im antizyklonalen
Einflussbereich, wobei sich das Hoch BORIS über der zentralen Nordsee festsetzt.


Die Kaltfront schafft es etwas südwestwärts bis zu einer Linie Pfalz-
Niederbayern, was im Umkehrschluss bedeutet, dass im Südwesten und Süden erneut
ein heißer Tag mit 30 bis 34°C ansteht. Eine gewissen Anfeuchtung
(Feuchtflusskonvergenz) ist zwar vor allem unmittelbar präfrontal zu
verzeichnen, was dann auch in MU CAPE von 500 bis 1000, punktuell sogar bis 1500
J/Kg mündet, das Problem bleiben kleinere Sperrschichtung, das überlagerte
Absinken sowie eine zumindest weiterhin sehr trockene mittlere Troposphäre.

So geht wohl hinsichtlich konvektiver Umlagerungen erneut nicht viel. Mithilfe
orographischer Unterstützung sind vor allem vom Hegau bis Südostbayern etwas
stärkere Anzeichen für einzelne, durchaus markante Gewitter gegeben mit
Starkregen, kleinerem Hagel und stürmischen Böen. Für mehr fehlt es an Scherung
und Dynamik.

Postfrontal setzt sich ebenfalls wieder rasch die Sonne durch. Die Anströmung
begünstigt Skandinavienföhn und damit kaum Bewölkung. Lediglich in Nordseenähe
gibt es bei nordwestlicher Anströmung unterhalb der recht flachen Inversion in
700 m etwas mehr SC-Bewölkung. Der Wind bleibt lebhaft, vor allem in
Nordfriesland sowie in den Hochlagen mit einem latenten Risiko für Böen der
Stärke 7.

In der eingeflossenen kühleren, gealterten Luftmasse aus Skandinavien gehen die
T850 schrittweise auf 5 Grad an der Ostsee und 13 Grad im nördlichen
Süddeutschland zurück. Nur im Südwesten gibt es höhere Werte um oder über 15
Grad. Entsprechend bleibt es an der See mit 14 bis 19°C recht frisch, sonst in
der Nordhälfte bei 20 bis 27°C angenehm.


In der Nacht zum Donnerstag wird der Rücken in seinem Westteil durch einen
flachen Randtrog abgeschwächt. Davon merken wir derweil noch nix und das Hoch
BORIS über der Nordsee bleibt mit seinem Keil, der nach Tschechien gerichtet
ist, bei uns wetterbestimmend.

Nördlich der Divergenzachse wird mit einer nordwestlichen Strömung weiterhin
bodennah etwas feuchtere Nordseeluft eingesteuert mit teilweise kompakterer
Sc-Bewölkung. Innerhalb der windschwachen Achse kann sich vor allem von der Ems
über Ostwestfalen bis nach Thüringen gebietsweise Nebel bilden. Sonst ist es
vielfach gering bewölkt oder klar und auch lokale Schauer oder Gewitter an den
Alpen klingen eingangs der Nacht rasch ab.

Im Norden und Osten sowie in der östlichen Mitte wird es recht frisch mit 9 bis
3 Grad, an der Küste mit rund 11 Grad. In der Lüneburger Heide sowie im Süden
Brandenburgs kann das Quecksilber in Bodennähe auf 0 Grad oder knapp darunter
sinken. Im Süden und Südwesten, wo der Luftmassenwechsel größtenteils ausbleibt,
bleibt es bei 10 bis 17° milder.


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Synoptische Entwicklung bis Freitag 06 UTC

Donnerstag ... Die Aussagen vom Frühbericht haben weiter Bestand. Es bleibt bei
Hochdruckeinfluss, wobei sich der Kern des Hochs zur deutschen Nordseeküste
verlagert und sein Keil weiter nach Tschechien weist. Während von
Schleswig-Holstein bis zur Lausitz und bis zur Oder anfangs SC-Bewölkung
vorherrscht, ist es sonst sonnig. Nur in den Alpen gibt es ein geringes
Schauerrisiko und somit sind bei schwachem bis mäßigem Wind aus Nordwest bis
Nordost wahrscheinlich keine Warnungen erforderlich.


Modellvergleich und -einschätzung
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Die externen Modelle simulieren die Entwicklung recht ähnlich.


Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Olaf Pels Leusden