Kurzfrist
SCHLAGZEILE:
Abends einzelne, teils starke Gewitter. Ab Morgen zunehmende Wärmebelastung,
teilweise schwül. Geringe Gewitterneigung.
Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 06 UTC
----------------------------------------------------------------
Aktuell ... liegt ein recht flacher Höhenrücken über Westeuropa, der von
WLA und kurzwelligen Troganteilen überlaufen wird. Dazu kommt ein flaches Tief
über Deutschland, in dessen Bereich sind eine warme und feuchte Luftmasse bei
uns ausgebreitet hat. Diese ist zudem instabil geschichtet.
Die PPW Werte sind auf 30 mm, die Grenzschichtfeuchte auf ca. 10 g/kg gestiegen
und MU Cape liegt bei 500 bis 1000 J/kg.
Über dem Südosten regnet es an der Warmfront schauerartig, auch dort sind schon
konvektive Strukturen eingelagert.
Dahinter hat die Bewölkung von Westen aufgelockert und es haben sich mit der
Einstrahlung und gestützt durch Konvergenzen im Tief, über dem Westen vereinzelt
Gewitter gebildet, die angesichts der Luftmasse teils mit Starkregen und kleinem
Hagel verbunden sind. Labilität, Feuchte überlappen zum Teil mit ausgeprägter
Scherung bei gekurvten Hodographen (SRH), sodass abends (vereinzelt)
organisierte Strukturen, eventuell Superzellen und unwetterartige Entwicklungen
nicht ganz ausgeschlossen sind.
Allerdings hinkt die Konvektion aktuell (18 MESZ) die Konvektion stark den
modellierten Verhältnissen hinterher und es haben sich bis dato nur wenige
Gewitterzellen entwickelt. Die mögliche abendliche Konvektion ist also mit
großen Fragezeichen zu sehen.
Der Norden und Nordosten werden von der feucht warmen Luft noch nicht erreicht.
Entsprechend passiert dort konvektiv gar nichts.
In der Nacht zum Mittwoch greift der Höhenrücken zwar auf Deutschland über, mit
der niedertroposphärisch westlichen Strömung wird weiter feuchte (PPW >35 mm)
und wolkenreiche Luft vor allem in die Landesmitte geführt und die Strömung
flattert noch leicht. Je weiter nach Süden es geht, desto mehr trocknet es ab
und im Norden bleibt die Luft trocken.
Das Tief füllt sich auf und zieht dabei nach Osten ab, dem folgt auch die
Konvektion. Die möglichen Gewitter ziehen im Laufe der Nacht über den Südosten
ab. Dahinter stabilisiert die Schichtung deutlich. Gerade über Süddeutschland
stehen die Chancen auf Auflockerungen oder geringe Bewölkung besser.
Warmluftadvektion am Rande von Tiefausläufern über der Nordsee bringt vom
Nordwesten bis in die Mitte dichtere Bewölkung und ab und zu auch leichten
Regen. Sollte es aufklaren, ist Nebel nicht ausgeschlossen.
Mittwoch ... kräftigt sich der Höhenrücken bei uns und etwas steigender
Bodendruck führt zur Ausbildung einer Hochdruckzone vom mittleren Nordatlantik
bis Mitteleuropa und zum Alpenraum. In der nunmehr nur noch schwachen Strömung
verstärkt sich niedertroposphärisch die Zufuhr sehr warmer, gleichzeitig
feuchter Luft. Die Temperatur geht rauf auf 18°C in 850 hPa über dem Südwesten
und die Feuchte steigt auf 30 bis 40 mm PPW.
Allerdings bleibt die Schichtung ziemlich stabil, sodass die Wolken- und
Feuchtezufuhr am Rande der Tiefausläufer über NW Europa lediglich zu Bewölkung
führt, die über Benelux und die Nordsee in den Norden und die Mitte gesteuert
wird, daraus kann etwas Regen fallen.
Im Südwesten wird die Sonne spielbestimmend und auch ganz im Osten und
Nordosten. Über der Mitte und dem Süden steht ein Sommertag an, im Südwesten
geht es bis 32°C rauf. Im Norden wird die Temperatur durch die Bewölkung
ausgebremst. Die Wärmebelastung nimmt bei steigender Schwüle zu.
Eine warntechnische Baustelle kann der Süden werden, wo die Schichtung
instabiler ist und etwas Cape aufgebaut wird. Mit Hilfe der Orografie, dynamisch
ist keine Hebung zu erwarten, sind an/in den Alpen, eventuell ins Vorland
ausbreitend einzelne starke Gewitter möglich. ICON simuliert sehr zurückhaltend,
in IFS, GFS, S-HD sind die Gewitter in stärkerem Maße vorhanden.
In der Nacht zum Donnerstag liegt der Norden im Übergangsbereich zur Frontalzone
mit Tiefausläufern, während zur Mitte und im Süden die Hochdruckzone den Ton
angibt. Die Schichtung im Norden bleibt stabil, entsprechend regnet es ab und
zu, weitgehend skalig. Sonst überwiegt geringe Bewölkung. Die Nacht bleibt in
relativ feuchter Luft mild bis warm, in einigen wärmeliebenden Regionen und
Ballungsräumen sinkt die Temperatur nur wenig unter 20°C, meist auf 17 bis 13°C.
----------------------------------------------------------------
Synoptische Entwicklung bis Freitag 06 UTC
Donnerstag ... liegt ein Höhenrücken über Deutschland und sorgt mit Absinken für
einen in großen Landesteilen sonnigen Tag. Nur der Norden liegt am Rand der
Frontalzone und damit teilweise unter Bewölkung. Regnen wird es daraus
wahrscheinlich nicht, oder nicht viel.
Markant wird die Temperaturentwicklung. Es wird zunehmend heiße Luft zu uns
transportiert. In 850 hPa geht es auf 20°C rauf, in 2m liegen die Maxima meist
zwischen 28 und 35°C. nur ganz im Norden wird es weniger heiß. Dazu ist es recht
schwül mit starker Hitzebelastung. Die Gewitterneigung ist erstmal sehr gering.
Erst in der Nacht zum Freitag könnten mit Annäherung einer Tiefdruckrinne von
Frankreich her erste, dann möglicherweise auch starke Gewitter in den Westen und
Nordwesten ziehen.
Modellvergleich und -einschätzung
----------------------------------------------------------------
Die Modelle simulieren ähnlich.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Bernd Zeuschner