Kurzfrist

ausgegeben am Dienstag, den 14.04.2026 um 18 UTC


SCHLAGZEILE:
Erst Hochdruckeinfluss, in der Folge leicht wechselhaft und mild bis sehr mild.
In den Nächten abklingende Frostgefahr.

Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 06 UTC
----------------------------------------------------------------
Aktuell ... dauert die vergleichsweise ruhige Kurzfrist weiter an, wobei sich
zur Frühübersicht kaum Diskrepanzen ergeben.

Der Nachmittag und Abend verlaufen im Westen unter dem Einfluss der seichten
Antizyklone STEFAN freundlich, teils auch sonnig und trocken. Im Süden und Osten
dominiert hingegen noch dichte Bewölkung der Tiefdruckrinne ULLA I und II, die
sich vom zentralen Mittelmeer nordwärts bis in den Osten Deutschland erstreckt.
Gleichzeitig interagiert diese Rinne mit einem stark negativ geneigten Trog über
Dänemark, was besonders dem Nordosten noch einige Schauer beschert. Die Mengen
fallen jedoch unbedeutend aus und vielerorts bleibt es gänzlich trocken.

Die abendlichen Werte liegen zwischen 15 und 10 Grad, im Südosten zwischen 12
und 8 Grad, im Bergland und nahe der Ostsee auch etwas darunter. Der schwache
bis mäßige Nordwestwind (regional mehr aus Nord oder West) spielt warntechnisch
ebenfalls keine Rolle.

Die Nacht zum Mittwoch verläuft unter STEFAN ruhig, im Süden wolkenverhangen
dank höherer Restfeuchte in der unteren Troposphäre und im Norden und Westen
meist klar und trocken. Einzig im Südosten von Bayern regnet es noch zeitweise
leicht mit regional 1 bis 3 Litern Nass auf den Quadratmeter. Nebel kann sich
gebietsweise im Norden bilden, der besonders in Schleswig-Holstein auch
warnrelevant ausfällt (Sichtweiten von unter 150 m).

Dank effektiver Ausstrahlung kühlt es im Westen und Norden auf +4 bis -2 Grad
ab, bodennah tritt verbreitet leichter bis lokal mäßiger Frost auf (in den
Ensembleverfahren gibt es in den genannten Bereichen geringe
Wahrscheinlichkeiten für leichten Luftfrost). Im Süden und besonders im Südosten
bleibt es je nach Bewölkungsverteilung mit 9 bis 3 Grad milder. Der Wind weht
schwach/antizyklonal um das Bodenhoch, das sich über Nordostdeutschland
befindet.


Mittwoch ... dominiert weiterhin hoher Luftdruck das Wetter in Deutschland,
sodass es überall trocken bleibt. Einzig im Südosten können sich einzelne
Schauer entwickeln.

Ansonsten verläuft der Wettertag zweigeteilt mit einem bewölkten Süden
(besonders Südosten) und einem freundlichen bis sonnigen
Westen/Norden/Nordosten. Keine Änderungen bei den schwachen Windverhältnissen
peripher von STEFAN, der weiterhin über dem Nordosten der Republik liegt (sich
allerdings abschwächend).

Die Maxima liegen je nach Bewölkungsverteilung zwischen 14 und 22 Grad, mit den
höchsten Werten (auch advektiv gestützt) im Westen. Im Umfeld der Ostsee bleibt
es mit rund 8 bis 12 Grad deutlich kühler.

In der Nacht zum Donnerstag erwartet uns eine insgesamt recht bewölkte Nacht,
was einerseits aus der weiterhin im Süden und Osten vorhandenen Restfeuchte
resultiert, andererseits aber durch eine, Norddeutschland tangierende Warmfront
hervorgerufen wird, die die Deutsche Bucht ostwärts passiert. Einzelne Schauer
sollten sich auf den Süden und äußersten Westen beschränken, sonst bleibt es
trocken.

Dank der dichten Bewölkung wird es meist eine frostfreie Nacht mit Minima
zwischen 10 und 5 Grad, im Osten bis +2 Grad. Dort kann lokal leichter Frost in
Bodennähe weiterhin nicht ausgeschlossen werden (abhängig, ab wann die dichte
Bewölkung ankommt). Der Wind kommt schwach, im Nordwesten auch mäßig aus Südwest
bis Süd.

----------------------------------------------------------------

Synoptische Entwicklung bis Freitag 06 UTC

Donnerstag ... passieren die bereits genannte Warmfront und eine wetterinaktive
Kaltfront besonders den Norden und die Mitte von Deutschland. In der milden und
mäßig feuchten Luftmasse (T85 um +5 Grad im Süden) kann im Tagesverlauf etwas
MUCAPE in einige Schauer und einzelne Gewitter umgemünzt werden, die besonders
die Mitte und den Norden betreffen. Meist trocken verläuft der Tag postfrontal
im Nordwesten.

Die Maxima liegen zwischen 15 und 23 Grad, mit den höchsten Werten entlang des
Oberrheins. Nur bei auflandiger Windkomponente entlang der Ostsee bleibt es mit
rund 7 bis 11 Grad deutlich kühler. Der Wind kommt mäßig bis frisch aus West bis
Südwest, in Vorpommern aus Ost.

In der Nacht zum Freitag schwächen sich die Niederschläge insgesamt ab,
besonders im Norden und Osten kann es aber bis weit in die Nacht noch einzelne
schwache Schauer geben. Sonst verläuft die Nacht mal stärker, mal weniger stark
bewölkt und trocken. Regional kann sich im Süden Nebel bilden.

Die Minima liegen zwischen 8 und 4 Grad bei einem schwachen Wind aus
unterschiedlichen Richtungen.



Modellvergleich und -einschätzung
----------------------------------------------------------------
Innerhalb der Numerik ergeben sich keine nennenswerten Unterschiede, wenngleich
konvektive Schwerpunkte unterschiedlich berechnet werden. Da die Niederschläge
aber meist schwacher Natur sind fällt diese Diskrepanz nicht weiter ins Gewicht.



Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Helge Tuschy