Synoptische Übersicht Kurzfrist

ausgegeben am Montag, den 23.02.2026 um 18 UTC


SCHLAGZEILE:
Im Osten abklingende Schauer, von Südwesten neuer Regen, am östlichen Alpenrand
in Hochlagen kräftiger Schneefall. Zur Wochenmitte freundliches und mildes
Frühlingswetter, aber auch lokal teils zähe Nebelfelder.

Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 06 UTC
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Aktuell ... findet man beim Blick auf die Geopotential- und Temperaturkarten in
der Höhe ein schönes Omega-Muster vor, bei dem wir auf der Rückseite des
östlichen Troges liegen. Dieser schwenkt nun eingangs der Nacht allmählich auch
aus dem Osten und Nordosten Deutschlands ostwärts ab. Mithin wird auch die -30°C
Isotherme in 500 hPa ostwärts abgedrängt und findet sich in den Morgenstunden
nur noch Richtung Oder und Oberlausitz wieder.

Dementsprechend lässt die anfänglich noch rege Schauertätigkeit immer mehr nach
und zieht nach Vorpommern Berlin/Brandenburg und Sachsen zurück. Am Erzgebirge
entsteht mit der nordwestlichen Anströmung vorübergehend eine kleine
Stausituation, wo die Schneefallgrenze in der einfließenden subpolaren
Meeresluft mit T850 von 0 bis -4°C in stärkeren Schauern bis 700 m absinkt.
Nennenswerte Akkumulation findet aber nur in den Kammlagen statt mit ein paar
Zentimetern Neuschnee.

Über Norddeutschland lockert es nach Abklingen der Schauer teils stärker auf und
in der feuchten Grundschicht bei vielfach gesättigten, teils noch in tieferen
Schichten gefrorenen Böden bildet sich gebietsweise dichter Nebel - zumal auch
der Wind im Bereich eines schwachen Zwischenhochkeils am Boden nur noch sehr
schwach unterwegs ist. Eisreste im Bereich der Küsten tun ihr Übriges dazu,
weshalb das Polnische UM sicherlich auch auf den Nordfriesischen Inseln ein
Nebelmaximum setzt.

Man erkennt es aber bereits im Satbild, dass die Ruhe nicht lange währt und so
setzt im Westen mit Annäherung einer Warmfront bereits Warmluftadvektion ein,
die den Rücken überläuft. Letzte Schauer des Tages Richtung Eifel gehen quasi
nahtlos in neue stratiforme Niederschläge über, die sich vom Rhein bis zum
Bayerischen Wald und zu den Alpen hin ausbreiten und vor allem dort staubedingt
auch intensivieren. Vielfach fällt Regen, erst oberhalb von 1200 bis 1300 m auch
Schnee. Und das gerade am östlichen Alpenrand kräftig, wo vielfach schon 10 bis
20 cm binnen nur weniger Stunden in der Früh fallen. Sonst sind es meist 12h
Mengen zwischen 5 und 10 l/qm im Süden und Südwesten, Richtung Franken
glücklicherweise eher um oder unter 5 l/qm wo Flüsse vereinzelt schon Meldestufe
3 überschritten haben.

Die Temperaturen sinken am Oberrhein kaum unter 10 Grad, im Nebel in Schleswig
bis nahe 0°C. Auf den Bergen ist es teils noch stürmisch, sonst lässt der Wind
deutlich nach.

Dienstag ... gelangen wir immer mehr in den Einflussbereich des Höhenrückens
über Westeuropa, dessen Achse bis zum Abend schon die Norwegische Westküste und
die Rheinmündung erreicht. Am Boden weitet sich eine Hochparzelle von Frankreich
bis zum Böhmischen Becken aus, die durch die Warmfront förmlich gespalten wird.
Gewisse Anteile an WLA sind zwar noch vorhanden, werden durch die sich
verstärkende NVA aber zunehmend überkompensiert, womit sich die Warmfront -
sobald die Weser und Werra erreichend - immer mehr auflöst. Spätestens zum
Nachmittag fällt daraus nur noch vereinzelt etwas Regen oder Sprühregen.

Etwas verzögert verhält es sich am östlichen Alpenrand, wo die Stauniederschläge
erst zum Abend nachlassen und in der Nacht zum Mittwoch abklingen. Bis dahin
sind nochmals 10 bis 20 l/qm, in Staulagen bis 30 l/qm zu erwarten, wobei die
Schneefallgrenze auf 1700 bis 1800 m ansteigt.

Richtung Lausitz sorgt ein gewisses Maß an Restlabilität bis knapp oberhalb der
Grenzschicht (ca. -5°C auf 800 hPa) noch für vereinzelte schwache Schauer, im
Norden halten sich vielerorts zähe Nebel- und Hochnebelfelder aus der Nacht. So
ist es insgesamt um größere Sonnenanteile noch nicht allzu gut bestellt, am
ehesten findet man sie präfrontal an der Saale sowie im äußersten Südwesten
Richtung Hochrhein und Breisgau. In letztgenannter Region wird es dann mit 18°C
auch am mildesten, sonst werden häufig 8 bis 14°C, Richtung Ostsee nur um 5°C
erreicht. Der Wind spielt keine Rolle mehr.


In der Nacht zum Mittwoch schiebt sich die Hauptachse des Omegas immer mehr nach
Mitteleuropa. Die Warmfront löst sich auf, der Schwerpunkt des Bodenhochs reicht
als Brücke von Finnland über Polen bis zum Balkan.

In der resultierenden schwachen, südöstlichen Strömung ist in der nach wie vor
feuchten Grundschicht bei gesättigten Böden großflächig mit dichten Nebel- und
Hochnebelfeldern zu rechnen. Ausgenommen sind lediglich die Leelagen der
Mittelgebirge wie beispielsweise das Ruhrgebiet oder der Nordrand des
Erzgebirges. WarnMos setzt Nebelschwerpunkte sowohl von Nordfriesland bis
Nordbrandenburg aber auch von Thüringen und Hessen bis in den Süden.

Sollte es doch einmal länger aufklaren, so ist vor allem am Alpenrand, im
östlichen Mittelgebirgsraum sowie Richtung Baruther Urstromtal stellenweise
leichter Frost möglich. Glätte tritt aber nur ganz vereinzelt auf. Im großen
Rest des Landes bleibt es frostfrei bei 9 bis 2°C.

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Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 06 UTC

Mittwoch ... unter der Hochachse herrscht Absinken und es wird nicht nur
höhenmild, auch niedertroposphärisch wird mit >10°C in 850 hPa in der
Südwesthälfte die nächste Stufe des Frühlings gezündet. Die spannende Frage ist,
inwieweit zähe Nebel- und Hochnebelfelder, die sich mitunter erst am Nachmittag
auflösen, einen Strich durch die Rechnung machen.

Zugegeben, die Sonne hat Ende Februar schon ordentlich Kraft, aber die Inversion
ist auch nicht ohne und die Durchmischung ist mit dem vielfach nur schwachen
Wind aus Südost verbesserungswürdig. Für einzelne Flusstäler von Nordhessen bis
zur Donau könnte der Tag zur Geduldsprobe werden und am Ende doch nur bei 10°C -
oder nur wenig mehr - enden. Am Fuße des Schwarzwalds sowie im Ruhrgebiet und
Rheinland sind 17 bis lokal knapp 20°C wahrscheinlich. Warntechnisch steht
tagsüber außer der Nebelauflösung nichts weiter an.


Modellvergleich und -einschätzung
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Die Basisfelder sind allesamt sehr ähnlich in den Berechnungen.

Mit am interessantesten sind eigentlich die Unterschiede in der Nebelauflösung
am Mittwoch, bei dem das ICON (wie im letzten Herbst) wieder die
pessimistischste Lösung fährt und die Auflösung vom Upland und Hunsrück über
Unterfranken bis zur Donau teilweise gar nicht zulässt. Unterm Strich wirkt das
IFS da realistischer. Ganz unter dem Motto: Ja, es kann dauern, aber bis zum
Abend klappt's! Die Höchstwerte drücken würde aber auch das Szenario
signifikant.


Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Robert Hausen