Synoptische Übersicht Kurzfrist
SCHLAGZEILE:
Das letzte Winteraufbäumen bevor Westwinde den unbeständigen Vorfrühling nach
Deutschland bringen.
Synoptische Entwicklung bis Freitag 06 UTC
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Aktuell ... sieht es in der zweiten wochenhälfte nach den letzten Zuckungen des
Winters aus (zumindest vorerst und mittelfristig). Bis einschließlich Freitag
dominiert die Wetterlage Südost antizyklonal das Ensemble des IFS. Dabei sorgen
die antizyklonalen Strömungsbedingungen allenfalls in der Nordosthälfte
Deutschlands und Osteuropa noch für ruhiges Wetter. Ansonsten bestimmen doch
schon atlantische Tiefs das Wetter und bringen Niederschläge ins Land. Im Duell
Kaltluft und Warmluft kann zweitgenannte zunächst noch ein Übergewischt
behaupten. Entsprechend fallen vielerorts die Niederschläge auch noch in der
festen Phase. Zur Hilfe eilt dann auch eine Tiefdruckentwicklung über
Norditalien und den Golf von Genua. Ab Samstag hat die Kaltluft aber zunehmend
im ganzen Land ausgespielt. Im IFS-EPS übernehmen westliche Wetterlagen, die
eine Zonalisierung beschreiben. Resultierend würde mit zahlreichen Tiefs und
Tiefausläufern milde Atlantikluft das Land fluten und den Winter vorerst
vertreiben. Das Wechseltheater mit duellierenden Luftmassen geht aber nicht ohne
Getöse vorbei. Aus Sicht der Meteorologen steht demnach eine durchaus spannende
und auch warnreiche Witterungsperiode an.
Heute Abend liegt das Land im Bereich eines Rückens, der sich mit seiner Achse
von der Schweiz über Südwestdeutschland und Belgien bis nach Schottland
erstreckt. Über Westeuropa steht aber schon ein kräftiges und hochreichendes
Tief in den Startlöchern, welches einen Frontenzug nach Deutschland schickt.
Dieser greift am Abend auf den Südwesten über und verlagert sich langsam
nordostwärts, bevor er über der nördlichen Mitte den Geist aufgibt. Weiter lässt
ihn die Kaltluft erst einmal nicht kommen. Die WLA getriggerten Niederschläge
sind schon am Nachmittag auf den Südwesten übergegriffen. Im Bergland und
östlich der Alb fällt dabei Schnee sonst aufgrund des Temperaturniveaus schon
Regen oder Schneeregen. In der Nacht mit vorankommen in die Mitte soll sich ein
Streifen kräftiger Schneefälle ausbilden, der sich nur noch zögerlich verlagert
und wohl bis Donnerstagmittag nennenswerte Neuschneemengen generiert. Der
Schwerpunkt soll demnach etwa vom Niederrhein und südlichem Münsterland über
Rothaargebirge, Westerwald, Hunsrück und Taunus bis zur südlichen Rhön und dem
Spessart ziehen. Entsprechend markante Schneewarnungen wurden schon ausgegeben.
Während diese von der Eifel bis zur Pfalz evtl. etwas zu hoch angesetzt sind,
muss im Westerwald, Taunus und Spessart die Unwetterschwelle im Fokus bleiben.
Vor allem im 6h Zeitraum sind dort regional auch Neuschneemengen von 15 bis 20
cm, im 12h Zeitraum lokal bis 25 cm möglich. Südlich der Donau bleibt die
Schneephase wohl nur ein vorübergehendes Phänomen. Durch den milden Tag, durch
die Wolken kaum Auskühlung und Advektion milderer Luft fällt bis
Donnerstagvormittag meist Regen oder Schneeregen. Da sich auch im Boden kein
Frost befindet, sollte auch gefrierender Regen nur lokal begrenzt, vor allem in
Tälern und Senken der süddeutschen Berge kurzzeitig ein Thema sein. Die Regionen
von der Alb bis zur südlichen Hohenloher Ebene mit dem höchsten Potential wurden
dafür schon mit einer markanten Glatteiswarnung versehen. Die geringen
Schneefälle in der Nordosthälfte, die noch auf einem abziehenden Trog. basieren
und zunehmend nachlassen, wurden mit einer gelben Glättewarnung vor geringem
Schnee und gefrierende Nässe abgefangen. Mit dem nach Ostfrankreich ziehenden
Tief frischt auch der Wind auf und sorgt vor allem im westlichen und zentralen
Bergland für steife, exponiert auch stürmische Böen. Auf den Alpengipfeln steht
Föhnsturm in Aussicht. Auf Warnungen vor Schneeverwehungen im Mittelgebirgsraum
wurde zunächst verzichtet, da überwiegend nasser Schnee erwartet wird. Im
Schwerpunkt der Schneefälle gelangt dagegen Schneebruch und evtl. auch
Leiterseilschwingungen ins Visier. Zu guter Letzt müssen bis Donnerstagvormittag
noch die Frostwarnungen eine kleine Erwähnung finden. Abgesehen vom Südwesten
und Teilen des Südens wird recht verbreitet leichter bis mäßiger im Nordosten
auch strenger Frost prognostiziert.
Donnerstag ... bleibt Deutschland zweigeteilt. Während der Norden und Osten
weiter kalt und trocken daherkommen, dominieren im Süden und Westen sowie Teilen
der Mitte weiter unbeständige, zu Niederschlägen neigende Bedingungen. Der
Streifen vom Niederrhein bis nach Ostbayern verliert an Intensität. Dabei fällt
in tiefen Lagen zunehmend Regen oder Schneeregen. Im Südwesten fallen die
nachlassenden Niederschläge bis in höhere Lagen als Regen. Ab den Mittagsstunden
wird es dann von Italien über die Alpen hinweg wieder spannender. Das Tief über
Norditalien schiebt Aufgleitniederschläge bis in den Süden Deutschlands. Das
sich gleichzeitig die östliche Strömung wieder verstärkt und kältere Luft
einsickern kann, sollen die Niederschläge überwiegend als Schnee niedergehen.
Betroffen wäre bis Freitagmittag bevorzugt die Region südlich der Donau, wo es
länger anhaltend und kräftig schneien kann. Am Alpenrand können dabei innerhalb
von 12 bis 24h zwischen 10 und 20 cm, im Stau bis 30 cm und im Allgäu und
Werdenfelser Land lokal bis 40 cm Neuschnee zusammenkommen. Weiter nördlich sind
wohl 5 bis 15 cm, nördlich der Donau um 5 cm Neuschnee möglich. Entsprechend
sind in Bayern und der Südosthälfte Baden-Württembergs verbreitet gelbe, an den
Alpen auch markkante Schneewarnungen auszugeben. Inwieweit für die genannten
Schwerpunkte am Alpenrand Unwetterwarnungen ausgegeben werden müssen, lässt sich
derzeit aufgrund bestehender Unsicherheiten noch nicht abschließend klären.
Grundsätzlich ist geplant die Warnungen für das zweite Schneeereignis am
Donnerstagvormittag auszugeben. Der Wind weht allenfalls im Westen und
Nordwesten auf der Ostflanke des Tiefs spürbar und vor allem in den westlichen
und zentralen Mittelgebirgen auch stark böig. Stürmische Böen oder Sturmböen
bleiben einzelnen Kammlagen vorenthalten. Dafür sind am Niederrhein und im
Münsterland auch in tiefen Lagen vereinzelte steife Böen möglich. Weitere
Warnungen sind wohl für Frost und Glätte zu verzeichnen. Im Nordosten herrscht
Dauerfrost und in Vorpommern und Ostsachsen in der Nacht zum Freitag auch
nochmals strenger Frost. Ansonsten ist bis auf den Südwesten und äußersten
Westen nochmals mit leichtem bis mäßigen Frost zu rechnen. Überall wo es frostig
wird muss dabei mehr oder weniger ausgeprägt mit Glätte gerechnet werden, was
aber für den Winter eigentlich nichts Neues ist.
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Synoptische Entwicklung bis Samstag 06 UTC
Freitag ... steht ein neues Tief bei Schottland in den Startlöchern seinen
Frontenzug nach Deutschland zu schicken. Diese sollen demnach dann auch den
Wetterumschwung hin zu einer milderen Westlage bringen. Ab dem Mittag kommen von
Westen wohl WLA getriggerte Aufgleitniederschläge auf, die wohl nur sehr
kurzzeitig als Schnee fallen und nachfolgend rasch bis in größere Höhen in Regen
übergehend. Während die Niederschläge in der Westhälfte kaum Unruhe stiften und
meist nur mit einer gelben Glättewarnung vor etwas Schnee einhergehen, sieht es
in der Nordosthälfte anders aus. Dort liegen noch die Frostluft und der Frost im
Boden. Demnach wäre alle für eine Schweinerei angerichtet. Da lassen sich
natürlich die Modelle nicht lange bitten und produzieren bis Samstagmorgen von
Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern bis nach Sachsen sowie in
Südostbayern zahlreiche Schlangen, die eine großräumige Glatteislage andeuten.
Diese könnte östlich der Elbe allenfalls noch von einer etwas längeren
Schneephase abgemildert werden, was derzeit aber noch nicht abschließend
absehbar ist. Mit der milden Luft bläst auch der Wind böig über das Land. Im
Bergland und an der See sind steife, exponiert stürmische Böen im Programm. Der
Frost beschäftigt zum Samstag wohl nur noch die Osthälfte, während der Westen
und Südwesten schon vom Vorfrühling träumen.
Alle weiteren Details und genaueren Ausführungen können der Frühübersicht
entnommen werden.
Modellvergleich und -einschätzung
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Die Modelle beschreiben die großskalige Luftdruck- und Geopotentialverteilung
sowie synoptischen Prozesse vergleichbar. Gewisse Unterschiede gibt es bei der
Verlagerungsgeschwindigkeit der Schneefronten, der Intensität der Schneefälle
und teils auch die räumliche Ausweitung nach Nordosten. Da die Abweichungen
jedoch recht gering ausfallen, kann modellübergreifend grundsätzlich von einer
hohen Vorhersagegüte ausgegangen werden. Es bleibt auch spannend zu sehen,
inwieweit die Neuschneemengen von den Modellen in der Analyse getroffen wurden,
da diese bei Isothermen Bedingungen die Neuschneemengen gerne unterschätzen.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Lars Kirchhübel