Kurzfrist
SCHLAGZEILE:
Im Berchtesgadener Land anfangs kräftige Gewitter mit heftigem Starkregen.
Ansonsten vorübergehender Trogeinfluss mit kurzer Abkühlung. Meist trocken.
Synoptische Entwicklung bis Samstag 06 UTC
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Aktuell ... liegt ein blockierendes Hoch mit seinem Schwerpunkt über der
Bretagne. Über Skandinavien liegt ein umfangreicher Tiefdruckkomplex, der mit
einem Langwellentrog verbunden ist, dessen Achse gerade in den Norden
Deutschlands hereinschwenkt. Die zum Tief gehörende Kaltfront schleift über dem
Südosten Deutschlands. Dort sind noch die Reste der subtropischen Luftmasse
vorhanden, in der 500-1000 J/kg ML-CAPE simuliert werden. Damit verbunden ist
ein Feuchteband, das für dichte Bewölkung und etwas Regen sorgt. Dieses Band ist
nur örtlich konvektiv aktiviert worden, da die Kaltluft schon bodennah das
Feuchteband unterlaufen hat. Etwas anders sieht es im äußersten Südosten aus.
Dort entwickeln sich rückwertig anbauende Gewitter ausgehend von den Alpen.
Diese verclustern aktuell über dem Berchtesgadener Land und sollen bis zum
südlichen Bayerischen Wald ziehen. ICON-RUC und andere Lokalmodelle rechnen in
diesem Bereich mit lokalen Niederschlagsmengen von bis zu 100 mm in wenigen
Stunden. (Bis zu 40 mm sind lokal schon gefallen). Die Simulationen sind
sicherlich etwas übertrieben, aber mit unwetterartigen Mengen ist weiterhin zu
rechnen. Eine Unwetterwarnung ist ausgegeben. In Richtung Bayerwald sind die
Niederschlagsprognosen eher gering.
Rückseitig der Kaltfront fließt eine deutlich erwärmte, trockene subpolare
Luftmasse ein, in der die Taupunkte in den einstelligen Bereich fallen. Im
Trogbereich zieht über die Mitte eine mittelhohe Wolkenschicht durch. Einzelne
Radarechos bringen keinen Niederschlag, weil er in der trockenen Grundschicht
rasch verdunstet. Die nachfolgenden Cumuluswolken können sich i nur im äußersten
Norden zu Schauern entwickeln, da bereits wieder eine Sperrschicht durch
Absinken bei etwa 700 hPa vorhanden ist. Mit der Annäherung des Troges hat der
Gradient im Norden deutlich zugelegt. In Zusammenspiel mit der labilen
Grenzschicht kam es dadurch zu stürmischen Böen an der Küste, die allerdings
allmählich nachlassen.
In der Nacht lassen die Gewitter im äußersten Südosten allmählich nach. Im
Nordwesten gibt es noch dichtere Cumulusbewölkung mit geringer Schauerneigung.
In einem breiten Streifen über die Mitte wird es locker bewölkt oder klar,
nachdem das mittelhohe Wolkenband abgezogen bzw. sich aufgelöst hat. Bei
niedrigen Taupunkten kühlt es in der Nacht bis auf teilweise einstellige Werte
ab.
Freitag ... befindet sich Deutschland in der Höhe unter dem flacher werdenden
Höhentrog, der allerdings kaum Wirkung entfalten kann, da Bodennah von Westen
ein ausgedehnter Bodenhochkeil Richtung Mitteleuropa vorankommt. Die Folge ist
vielerorts heiteres Wetter. Im Norden, am Nordrand des Keils, halten sich unter
Trogeinfluss jedoch länger dichte Cumuluswolken, die auch einzelne flache
Schauer bilden können. Die 10-°C-Isotherme auf 850 hPa erreicht die Mitte
Deutschlands. So wird im Norden die 25-°C-Marke nicht mehr erreicht. Auch
Richtung Alpen ist die Luft noch labil geschichtet, sodass dort ebenfalls
dichtere Quellbewölkung vorherrscht. Ob sich daraus am Nachmittag ein Gewitter
an den deutschen Alpen entwickelt, bleibt unsicher. Aufgrund des starken
Gradienten im Norden ist die Ausgabe von Windwarnungen für die Ostseeküste noch
unsicher.
Die Nacht zum Samstag verläuft vielerorts klar und mit teils einstelligen
Tiefstwerten wieder relativ kühl.
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Synoptische Entwicklung bis Sonntag 06 UTC
Samstag ... gibt es kaum Änderungen in den neuen Modelläufen. Der Trog
verringert seine Amplitude weiter und zieht nach Osten ab. Ihm folgt ein
flacher, aber ausgedehnter Höhenkeil. In der Folge verlagert sich das Bodenhoch
nach Mitteleuropa. Dadurch setzt wieder starke WLA ein und die heiße
nordafrikanische Luftmasse wird erneut über Südosteuropa angezapft, sodass die
15-°C-Marke wieder die Mitte Deutschlands erreicht. Dies kann als Auftakt der
nächsten Hitzewelle oder als Ende der kurzen Hitzeunterbrechung gedeutet werden.
Das alte Zirkulationsmuster hat sich somit wieder regeneriert.
Modellvergleich und -einschätzung
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Die Modellsimulation sind recht5 ähnlich.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Christian Herold