Kurzfrist

ausgegeben am Donnerstag, den 29.10.2026 um 18 UTC


SCHLAGZEILE:
Ruhige Hochruckwetterklage mit der üblichen Grenzschichtproblematik und Frost in
der Südhälfte.

Synoptische Entwicklung bis Samstag 06 UTC
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Aktuell ... wölbt sich vorderseitig eines Atlantiktroges ein blockierender Keil
auf, dessen Achse von der Iberischen Halbinsel über Großbritannien bis ins
Nordmeer reicht. Korrespondierend dazu liegt ein kräftiges Hoch mit seinem
Zentrum über Deutschland, das weite Teile West- und Mitteleuropas beeinflusst.
An seiner Ostflanke ist in der Höhe ein Kaltlufftropfen abgetropft, der über dem
Balkan liegt. Sein Trogresiduumt befindet sich mit seiner Achse über Polen.
Rückseitig des Troges wird bodennah eine Schliere feuchter Luft über die
nördlichen Mitte Deutschlands südwärts geführt. Damit verbunden ist dichte,
tiefe Bewölkung, aus der auch etwas Sprühregen fällt. In den nächsten Stunden
trifft diese auf die nördliche Mittelgebirgsschwelle. Ansonsten herrscht
verbreitet Absinken vor, wodurch es größtenteils locker bewölkt oder klar ist.
In der noch feuchten gealterten Subpolarluftmasse (T850-hPa ~ 2°C) kühlt es in
den nächsten Stunden rasch aus, wobei die Temperatur in ungünstigen Lagen sowie
in größeren Gebieten in Bayern unter den Gefrierpunkt sinkt. Bei Taupunkten von
3 bis 7 °C bildet sich vielerorts aber rasch Nebel.

Freitag ... kommt die Achse des Höhenkeils weiter ostwärts voran wobei sich ein
abgeschlossenes Höhenhoch mit Schwerpunkt über Großbritannien bildet. Von dort
aus verläuft die Achse am Freitagabend über die Nordsee bis nach
Westskandinavien. Der Schwerpunkt des Bodenhochs verlagert sich zur Nordsee. Die
Wettersituation in Deutschland bleibt ähnlich wie heute. In der
schwachgradientigen Lage besteht erneut die übliche Grenzschichtproblematik.
Während sich südlich der Divergenzachse Nebel und Hochnebel über weite Gebiete
rasch auflösen, bleibt es im Norden unter dem Einfluss bodennaher, sehr feuchter
Meeresluft bedeckt. Die Höchstwerte erreichen je nach Sonnenschein 8 bis 15 °C.
In der Nacht zum Samstag bildet sich vor allem in den südlichen Landesteilen und
in Flussniederungen wieder dichter Nebel. Gebietsweise gibt es auch wieder
Frost. In der Höhe zieht ein schwacher Low-Level-Jet an der Südflanke des
Bodenhochs etwas an, sodass auf den Schwarzwaldgipfeln Sturmböen auftreten. Im
Norden bleibt es unter hochnebelartiger Bewölkung meist bedeckt.

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Synoptische Entwicklung bis Sonntag 06 UTC

Samstag ... ändert sich wenig zu den Vorläufen. Ein Kaltlufttropfen tropft über
Skandinavien ab und zieht in der Nacht zum Sonntag über Polen und Tschechien.
Dadurch wird im Osten Deutschlands die bodennah feuchte Luftmasse gehoben, wobei
die scharfe Absinkinversion, entstanden durch das Hoch auf etwa 800-750 hPa
ansteigt. Auf 850 hPa sinkt die Temperatur dabei unter 0 °C. Somit ist es in der
Osthälfte sowie nördlich der Mittelgebirgsschwelle hochnebelartig bedeckt.
Besonders am Nordrand des Erzgebirges kann etwas Sprühregen fallen. In den
Gipfellagen der östlichen Mittelgebirge ist dann in der Nacht zum Sonntag
gefrierender Nebel möglich. Die Zugbahn des Kaltlufttropfens ist dabei noch
unsicher.


Modellvergleich und -einschätzung
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Die Modellsimulationen sind alle recht ähnlich.


Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Christian Herold