Kurzfrist
SCHLAGZEILE:
Zunehmend leicht unbeständig, lokal Gewitter mit Starkregen möglich, an der
Nordsee zunehmend windig bis stürmisch, im Süden nochmals heiß!
Synoptische Entwicklung bis Dienstag 06 UTC
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Aktuell ... induziert ein Rücken über Westeuropa ein Hoch über Deutschland.
Nachfolgend sorgt absinken zu Abtrocknung und somit vielfach sonniges Wetter.
Dabei stehen am Abend Taupunkte von 6 bis 12 Grad Temperaturen in 2 m von 18 bis
30 Grad gegenüber. Die vom Radar gezeigten schwachen Echos im Nordwesten
verdunsten dabei auf dem Weg zum Boden und bringen somit bisher keinen messbaren
Eintrag.
Montag ... wird vom IFS-EPS weiter komplett der Wetterlage Südwest antizyklonal
zugesprochen. Ausschlaggebend dafür ist der Rücken, der mit seiner Achse
ostwärts schwenkt und somit über Deutschland hinweg wandert. Korrelierend
verschiebt sich aber auch das Bodenhoch nach Osten und liegt mit Schwerpunkt
dann schon über der Slowakei und Ungarn. Hierzulande macht sich dann schon die
Trogvorderseite bemerkbar. Die stärksten Hebungsimpulse induzieren einen
Bodentrog, der sich im Verlauf zu einer Art Rinne entwickelt. Während die
Kaltfront des steuernden Tiefs nördlich von Schottland nur langsam dem
Nordwesten Deutschlands nähert, kommt die KLA rasch voran und überläuft die
Front. Dafür hat ein über die südliche Mitte hinwegrauschender Kurzwellentrog
die Finger im Wetterspiel. Zudem scheint auch eine Konvergenz gewisse Aktien zu
haben. Was bedeutet dies für das Wetter in Deutschland? Da der erste
Kurzwellentrog allenfalls mit einer labilen Schichtung harmoniert. Sind die
Hebungsimpulse noch limitiert, könnten aber im Süden sowie vom Erzgebirge bis
zur Neiße einzelne Schauer oder etwas Regen auslösen. Ein weiterer kurzwelliger
Anteil korreliert dann schon besser mit der potentiellen Konvergenz und sorgt
vor allem von NRW über Teile Hessens und Rheinland-Pfalz bis in den Südwesten
für Hebung, die mit teils ungedeckelten Cape-Werten von 350 bis 1000 J/kg
einhergeht. Resultierend gibt es einige, inhomogen verteilte und konvektiv
geprägte Hinweise für schauerartige Regenfälle vom Nordwesten über die Mitte
hinweg in den Südwesten. Kann das HKN in rund 850 bis 800 hPa erreicht werden,
steht ausreichend Energie zur Verfügung, sodass auch Gewitter wahrscheinlich
werden. Bei PPWs um 30 mm ist resultierend lokal auch Starkregen nicht
auszuschließen. Für stärker organisierte Systeme fehlt es aber an hochreichender
Scherung. Als großer Gegenspieler steht das trockene Entrainment bereit. Demnach
wird keine verbreitete Auslöse erwartet. Bevorzugt im Umfeld der Mittelgebirge
könnten sich aber durchaus teils kräftige Gewitter ausbilden.
In der Nacht soll dann getriggert von PVA die Kaltfront aktiviert werden,
wenngleich diese weiter gegen die vorlaufende KLA kämpft. Dennoch zeigt vor
allem das europäische IFS vom Westen in den Nordosten Regenfälle. Zudem reicht
wohl PVA des Troges auch im Nordseeumfeld aus, schauerartige Niederschläge
auszulösen.
Der Wind spielt am Montag und in der Nacht zum Dienstag allenfalls im
Nordseeumfeld eine Rolle, wo dieser stark böig daherkommt und vor allem nachts
im Küstenumfeld mit steifen Böen einhergehen kann. Die Temperaturen in 850 hPa
können sich auf der Trogvorderseite und somit Advektion aus Südwesteuropa
nochmals ordentlich klettern und schließlich Werte von 11 bis 19 Grad
produzieren. In Bodennähe korrelieren diese mit Höchstwerten von 23 Grad an der
Ostsee und bis 33 Grad am Oberrhein.
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Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 06 UTC
Dienstag ... liegt Deutschland weiter auf der Trogvorderseite des Troges, der
kaum ostwärts vorankommt und sich stattdessen eher südwestwärts amplifiziert.
Das hochreichende Tief macht dabei über dem Nordosten Schottland Halt und dessen
Kaltfront legt sich weiter in die hochreichend südwestliche Grundströmung einmal
quer über Deutschland. Während somit in der Südosthälfte weiter die subtropische
Luft vorherrschend ist, dringt in den Nordwesten schon kühlere Atlantikluft ein.
Vor allem südlich der Donau ist dabei auch eine antizyklonale Höhenströmung zu
verzeichnen, sodass trotz labiler Schichtung die Hebungsimpulse kaum ausreichen
sollten, um verbreitet Schauer und Gewitter auszulösen. Dennoch können örtlich
die diabatischen Impulse von der Orografie unterstützt werden und Konvektion
auslösen. Den Cape-Werten von 300 bis 700 J/kg steht jedoch ein Deckel von 20
bis 100 J/kg CIN entgegen. Bei Auslöse muss bei PPWs von 23 bis 30 mm auch der
Starkregen berücksichtigt werden. Modellübergreifend stärkere und signifikante
Hebungsimpulse, die vorwiegend PVA getriggert sind, stehen im Nordwesten zur
Verfügung und sorgen dort voraussichtlich für schauerartig verstärkten Regen.
Übrig bleibt die große Unbekannte, die Kaltfront. An dieser scheiden sich weiter
die Modellgeister. Während ICON, UK10 und GFS nur sanfte Hinweise auf konvektiv
geprägte Niederschläge im Programm haben, simuliert das IFS weiter stärkere
Niederschlaqsintensitäten vom Westen in den Osten. In der Nacht zum Mittwoch
soll der Trog mit seiner Achse dann deutlich an das Land heranrücken, sodass vor
allem den Westen und Südwesten PVA indiziert stärkere Hebungsimpulse erreichen,
die dann auch mit den frontogenetischen Prozessen interagieren. Im Süden und
Südosten sind dann einzelne Schauer und Gewitter möglich, während vom Westen und
Südwesten über die Mitte hinweg in den Norden und Nordosten Regenfälle auftreten
sollen, die im Südwesten auch kräftiger ausfallen könnten.
Der Wind bleibt weiter an der Nordsee spürbar und weht dort in Böen stark bis
stürmisch. Ansonsten könnte der heranrückende Jet auch in einzelnen gipfellagen
stürmische Böen oder Sturmböen bringen. Bei den Temperaturen ergibt sich
zunehmend ein starkes Nordwest-Südost-Gefälle mit Werten zwischen 5 bis 21 Grad.
Bodennah resultierend Höchstwerte von 19 Grad an der Nordsee und bis 33 Grad im
Südosten.
Modellvergleich und -einschätzung
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Aufgrund von geringen Unterschieden in der Ausprägung der Kurzwellentröge bzw.
kurzwelligen Anteilen sowie deren genauen Zugbahn wird die Intensität und genaue
räumliche Einordnung von potentiellen Niederschlägen am Montag von den Modellen
noch etwas abweichend simuliert. Auch die Aktivierung der Kaltfront in der Nacht
zum Dienstag und am Dienstag sehen die Modelle unterschiedlich. Während das IFS
die größte Intensität zeigt, haben ICON und GFS fast keine Hinweise für
signifikante Niederschläge im Programm. Das UK10 simuliert zwar etwas Regen,
bleibt aber ebenfalls deutlich hinter den Vorgaben des IFS zurück. Zudem wird
die Windstärke im Nordseeumfeld von den Modellen meist 1 Bft abweichend
abgebildet.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Lars Kirchhübel