Kurzfrist

ausgegeben am Samstag, den 08.08.2026 um 08 UTC


GWL und markante Wettererscheinungen:
GWL: BM, zu Beginn kommender Woche NWa
Heute keine markanten Wetterereignisse, am Sonntag und Montag im Süden bzw.
Südosten einzelne kräftige Gewitter.
Dazu heute nur im Südwesten, ab Sonntag außer in Norddeutschland verbreitet
heiß.

Synoptische Entwicklung bis Montag 24 UTC
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Samstag... bestimmt das Hochdruckgebiet "QUIRIAKUS" das Wettergeschehen im
Vorhersagegebiet. Es wird gestützt durch einen flachen Höhenrücken, der sich -
gestützt durch persistente WLA vorderseitig eines Höhentroges mit Schwerpunkt
südlich von Island bzw. eines Randtroges westlich der Biskaya, was über
Mitteleuropa im Tagesverlauf zu weiterem Potenzialgewinn führt. Aktuell befindet
sich der Schwerpunkt des Hochs noch über dem Nordosten Deutschlands, bis zum
Abend verlagert er sich aber Richtung Polen, so dass die Grundströmung quasi
landesweit auf Ost bis Südost dreht. Niedertroposphärisch wird dagegen der Weg
frei für heiße Subtropikluft aus Südwesteuropa, die heute bereits den Südwestend
es Landes erfasst. Von aktuell 5 Grad im Nordosten und knapp 15 Grad im
Südwesten steigt die 850 hPa-Temperatur bis zum Abend auf 7 bis 19, in Südbaden
vielleicht sogar schon knapp 20 Grad.
Vor allem über dem Norden und Osten des Landes hat sich eine markante
Absinkinversion in etwa 800 hPa etabliert. Darunter ist der Feuchtenachschub von
der Nordsee her mit allmählicher Drehung der Wind über Südwest auf Südost
inzwischen weitgehend abgeschnitten, so dass sich eventuell noch vorhandene
Wolkenfelder im Tagesverlauf weitgehend auflösen dürfte. In der Mitte und im
Süden scheint die Sonne dagegen von einem nahezu wolkenlosen Himmel. Lediglich
an den Alpen ist die Luftmasse potenziell instabil geschichtet mit PPWs um 25 mm
und mehreren 100 J/kg Cape, die im Tagesverlauf generiert werden können. Das
reicht für hoch reichende Quellbewölkung, aber wohl nicht für Schauer oder gar
Gewitter.
Vor allem im Norden und in Teilen der Mitte fiel die vergangene Nacht durchaus
frisch aus (Quickborn sogar 4,8 Grad Tmin). Dort bleibt es auch tagsüber
angenehm temperiert mit Höchstwerten zwischen 20 und 24 Grad ganz im Norden und
25 bis 30 Grad in der Mitte und der Osthälfte. Im Südwesten und Süden wird es
dagegen bereits wieder sehr warm bis heiß mit Maxima zwischen 28 und 33 Grad.

In der Nacht zum Sonntag kommt der Höhentrog bei Island langsam ostwärts
Richtung Norwegische See voran, während der Randtrog westlich der Biskaya kaum
Verlagerungstendenz zeigt. Der flache Höhenrücken über Mitteleuropa wird dadurch
insgesamt etwas nach Osten abgedrängt und weicht einer flauen, aber mit
Annäherung eines kurzwelligen Troganteils vor allem über dem Westen und
Nordwesten des Landes später leicht zyklonal konturierten Südwestströmung.
Im Bodenfeld verlagert das Hochdruckgebiet seinen Schwerpunkt weiter Richtung
Baltikum/Weißrussland, während sich über dem Vorhersagegebiet bei insgesamt
leichtem Druckfall ein schwachgradientiges Druckfeld etabliert. Mit der mehr auf
Südwest drehenden niedertroposphärischen Strömung kommt die Subtropikluft weiter
nordwärts voran, die 850 hPa-Temperatur steigt bis Sonntagfrüh auch an der
Ostsee auf 10 Grad. Dabei verläuft die Nacht wettertechnisch ruhig und
störungsfrei. Vielerorts ist es gering bewölkt oder wolkenlos, lediglich über
den Westen und Norden ziehen etwas häufiger hohe Wolkenfelder, die der
zunehmenden WLA geschuldet sind.
Insgesamt bleibt es milder als in der Vornacht mit Minima zwischen 18,
vielleicht 19 Grad in den Ballungszentren Südwestdeutschlands bzw. in mittleren
Höhenlagen dort und knapp unter 10 Grad in Mulden- und Senkenlagen im Nordosten
sowie in einigen Tälern der zentralen und östlichen Mittelgebirge.

Sonntag... schwenkt der flache kurzwellige Randtrog über Norddeutschland hinweg
ostwärts, erweist sich aber als kaum wetterwirksam, lediglich einige lockere
Wolkenfelder ziehen durch, es bleibt dort aber trocken. Die westsüdwestliche
Höhenströmung bleibt aber leicht "flatternd", und gegen Abend greift ein
weiterer kurzwelliger Troganteil auf den äußersten Westen/Südwesten des Landes
über.
Im Bodenfeld schwenken von Benelux bzw. Nordostfrankreich her flache
Tiefdruckrinnen zunächst nach Norddeutschland, später nach Südwestdeutschland
und die heiße Subtropikluft kommt bis nach Norddeutschland voran. In 850 hPa
steigt die Temperatur auf 13 Grad in Nordfriesland und auf über 20 Grad im
Südwesten. Vor allem im Südwesten und Süden bis in die südliche Mitte ist die
Luftmasse potenziell instabil geschichtet mit einer erneut hochreichenden
Mischungsschicht. Insbesondere über Teilen Bayerns können dabei gebietsweise 500
bis 1000 J/kg Cape generiert werden, allerdings weist grade dort die Luftmasse
in etwa 700 hPa eine schwache Deckelung auf. Dennoch simulieren die
hochauflösenden Modelle mit Annäherung der Rinne von Frankreich her, die als
durchaus markante Druckwelle den Südwesten des Landes am späten Nachmittag und
Abend ostnordostwärts überqueren soll, gebietsweise Auslöse, am ehesten an deren
Südende im Bereich Alb/Oberschwaben. Bei halbwegs günstigen Scherungsbedingungen
(um oder knapp über 15 m/s DLS und auch letztendlich mit Hilfe der Orographie
getriggerten LLS) und PPWs von etwa 25 mm oder knapp darüber sind trotz
limitierter Cape durchaus kräftigere Entwicklungen möglich, wobei der Wind
angesichts der trockenen Grundschicht (D-Cape 700 bis kleinräumig über 1000 J/kg
in der Region) im Fokus der Begleiterscheinungen steht. Sturmböen sollten
durchaus in Betracht gezogen werden; nicht ausgeschlossen sind auch ein/zwei
Superzelle(n), die von der Ostalb Richtung Mittelfranken bzw. bayerisches
Schwaben (Augsburg, vielleicht auch ins nördliche Oberbayern ziehen. Dann können
auch schwere Sturmböen oder mehr (Unwetter) sehr kleinräumig mit von der Partie
sein. Hagel und Starkregen (hohe Zuggeschwindigkeit) dürften dagegen maximal
markanten Warnkriterien genügen.
Mehr Auslöse simulieren die Modelle entlang der Druckwelle aktuell nicht bzw.
reicht es nur für schwache Schauer (wobei man natürlich einzelne Gewitter nie
ausschließen sollte), die im Laufe des Abends über die Südhälfte (bis nach
Rheinland-Pfalz, Südhessen, Thüringen) ostwärts ziehen. Dennoch kann der Wind
auch in diesen Regionen böig auffrischen, steife bis stürmische Böen aus West
nicht ausgeschlossen.
Im großen Rest des Landes bleibt es wettertechnisch ruhig. Im Osten und Südosten
scheint die Sonne von einem oft nur gering bewölkten Himmel, ansonsten ziehen
zeitweise lockere, im Bereich der Druckwelle im Süden spätnachmittags, abends
und eingangs der Nacht auch dichtere Wolkenfelder durch. Ganz im Norden (etwa
nördliches Emsland bis Ostseeküste und weiter nördlich) werden die 30 Grad nicht
erreicht, für 25 bis 29 Grad reicht es aber auch dort, an der Nordsee bleibt es
bei auflandigem Wind etwas kühler. Im Rest des Landes wird es heiß mit 30 bis 35
Grad, im Rhein-Neckar-Raum bis nach Unterfranken auch knapp darüber.

In der Nacht zum Montag kommt der Höhentrog über der Norwegischen See langsam
ostwärts voran, amplifiziert aber südwärts und greift auch auf die Nordsee über.
Damit verstärkt sich die zunehmend diffluente westsüdwestliche Höhenströmung vor
allem über dem Nordwesten und Norden deutlich.
Im Bodenfeld erreicht die Kaltfront des mit dem Trog korrespondierenden
Tiefdruckkomplexes über der Norwegischen See bzw. über Skandinavien bis
Montagfrüh die mittlere Nordsee. Präfrontal werden die Wolken über dem
Nordwesten und Norden Deutschlands dichter und morgens fällt im Bereich Deutsche
Bucht bzw. Nordfriesland auch etwas Regen. Der Wind frischt dort aus Nordwest
auf, ist aber wohl noch nicht warnrelevant.
Die langsam über die Südhälfte (bis zur südlichen Mitte) hinweg ostwärts
laufende Druckwelle wird während der Nacht dynamisch durch kurzwellige
Troganteile etwas gestützt und bleibt zumindest halbwegs aktiv, wobei sie nach
Süden zu deutlich nach Südwesten zurückhängt. Zumindest I-D2 simuliert in
Bayern, ganz vereinzelt sogar in Sachsen noch einige wenige Gewitter, SuperHD
ist diesbezüglich aber noch defensiver aufgestellt.
Im Großteil des Landes bleibt es also trocken bei durchziehenden hohen und
mittelhohen Wolkenfeldern, gebietsweise ist es aber auch gering bewölkt. Es
bleibt sehr mild bis warm, vor allem im Südwesten werden die 20 Grad in einigen
Ballungszentren und in mittleren Höhenlagen die 20 Grad nicht unterschritten. In
der Norddeutschen Tiefebene kann es dagegen noch vielerorts auf unter 15 Grad
abkühlen.

Montag... schwenkt der breite Höhentrog langsam über den Norden und Osten
Deutschlands hinweg ostwärts, während sich dessen Drehzentrum nach Nordnorwegen
verlagert. Das korrespondierende Bodentief vertieft sich bis zum Abend auf unter
990 hPa und zieht Richtung Lappland. Die Kaltfront kommt vor allem nach Passage
der Trogachse nun etwas flotter nach Süden voran und hat bis zum Abend ganz
Norddeutschland überquert. Allerdings laufen ihr bereits KLA und eine
Druckanstiegswelle voraus, wodurch sie deutlich an Wetterwirksamkeit einbüßt.
Während am Vormittag präfrontal bzw. mit Frontpassage in Schleswig-Holstein noch
gebietsweise 5 bis 10 l/m² fallen können, sind es am Nachmittag vom nördlichen
Niedersachsen bis ach Vorpommern bzw. Nordbrandenburg oft nur noch wenige
Zehntel, eventuell reicht es in Ostvorpommern noch für 1 bis 2 l/m².
Südlich der der Kaltfront vorauslaufenden Druckanstiegswelle kann sich über den
mittleren Landesteilen eine Tiefdruckrinne verstärken, die im Tagesverlauf
südostwärts zieht und an der sich nach Lesart des I-EU sogar ein flaches
Bodentief entwickelt, das vormittags vom südlichen Niedersachsen bis nach
Brandenburg zieht. Rückseitig kommt die Rinne dann am Nachmittag rasch nach
Südostdeutschland voran. Die Luftmasse dort bleibt potenziell instabil
geschichtet und im Bereich des konvergenten Windfeldes innerhalb der Rinne kommt
es auch zu einer gewissen Feuchteanreicherung (PPWs 25 bis 30 mm). Die
Konvektion erlaubenden Modelle simulieren um die Mittagszeit bis zum Nachmittag
in Teilen BaWüs und Bayerns bis nach Sachsen gebietsweise mehr als 500 J/kg
ML-Cape. Für einige Gewitter dürfte es in diesen Regionen somit reichen, die
große Nummer ist es aber nicht. Die Begleiterscheinungen sollten sich maximal im
Markanten Bereich abspielen, Unwetter (am ehesten vielleicht noch aufgrund
schwerer Sturmböen) sind nur gering wahrscheinlich.
Der zwischen Kaltfront und Rinne von Westen über die Mitte hinweg ostwärts
vorstoßende Hochkeil ist immerhin so kräftig ausgeprägt, dass es insbesondere
nach Osten zu (von den mittleren bis in die östlichen Landesteile) mit
Winddrehung auf Nordwest für einzelne steife Böen reicht. Diese kann es auch an
exponierten Küstenabschnitten von Nord- und abends Ostsee geben.
Postfrontal gelangt ein Schwall maritim erwärmter Polarluft nach
Norddeutschland, bis zum Abend sinkt die 850 hPa-Temperatur dort auf 7 bis 10
Grad. Im Süden bleibt es dagegen heiß mit 17 bis 22 Grad in 850 hPa südlich von
Mosel und Main. Bei zeitweise stärkerer Bewölkung liegen die Höchstwerte im
Norden somit meist zwischen 20 und 24 Grad. Mit jedem Kilometer Richtung Süden
und Südosten wird es wärmer; etwa südlich einer Linie Eifel-Oderbruch werden die
30 Grad verbreitet überschritten und südlich des Mains gebietsweise auch die 35
Grad.

In der Nacht zum Dienstag schwenkt der Höhentrog rasch weiter nach Osten und
weicht einer glatten, zunehmend antizyklonal konturierten nordwestlichen
Höhenströmung.
Großräumiges Absinken induziert auch im Bodenfeld weiteren Druckanstieg über dem
Vorhersagegebiet und ausgehend von einem Hochdruckgebiet über den Britischen
Inseln verstärkt sich der vom Westen/Nordwesten über die Landesmitte
ostsüdostwärts gerichtete Bodenhochkeil weiter. Die Kaltfront erreicht noch die
Landesmitte und löst sich dann auf. Nördlich davon kann unterhalb der markanten
Absinkinversion gebietsweise dichtere Stratocumulusbewölkung nach
Norddeutschland vordringen und die 850 hPa-Temperatur sinkt auf Werte zwischen 2
Grad über der Nordsee und 10 Grad in der Landesmitte. An den Küsten weht dabei
noch lebhafter Nordwestwind mit einzelnen steifen Böen an exponierten
Küstenabschnitten. Mit Minima zwischen 13 und 8 Grad - an den Küsten etwas
darüber - wird die Nacht in Norddeutschland angenehm frisch.
Die Südhälfte bleibt dagegen im Einflussbereich der Subtropikluft (T850 südlich
des Mains zwischen 11 und 18 Grad), die aber ebenfalls etwas abtrocknet.
Eventuelle Schauer oder gar Gewitter klingen somit rasch ab und es klart
teilweise auf. Entsprechend fällt die Nacht nicht ganz so warm aus wie die
davor, die Minima schwanken meist zwischen 19 und 14 Grad.

Modellvergleich und -einschätzung
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Anhand der synoptischen Basisfelder lassen sich keine warn- und
prognoserelevanten Unterschiede ausmachen.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Winninghoff