Kurzfrist
SCHLAGZEILE:
Anfangs wechselhaftes Aprilwetter, in der Folge ruhiges Hochdruckwetter. Nachts
Frostgefahr. Zum Donnerstag Kaltfrontpassage von Westen und leicht wechselhaft.
Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 06 UTC
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Aktuell ... und den Rest dieser Kurzfrist ergeben sich keine nennenswerten
Diskrepanzen zur Frühübersicht, sodass nur Warnrelevantes erwähnt wird.
Heute Nachmittag und Abend dauert das wechselhafte Aprilwetter mit zahlreichen
Schauern und einem lokalen Gewitter weiter an, wenngleich die Intensität zum
Abend nachlässt (Schneefallgrenze zwischen 600 und 700 m pendelnd). Im Norden
sorgt der dämpfende Einfluss der 5 bis 6 Grad kühlen Deutschen Bucht für geringe
konvektive Aktivität mit teils sonnigen bzw. wolkenarmen Abschnitten entlang der
Küsten, während es im Alpenstau mit wechselnder Intensität und etwas Neuschnee
weiterschneit. Der Nordwestwind weht im Norden stark bis steif (Bft 6 bis 7) und
sonst mäßig bis frisch aus West bis Nordwest.
Die abendlichen Werte liegen zwischen 10 Grad im Westen und 2 Grad am Alpenrand,
mit leichtem Frost im süddeutschen Bergland.
In der Nacht zum Mittwoch dauern die Schneefälle am Alpenrand weiter an und
bringen dort erneut 5 bis 10 cm Neuschnee in 12 Stunden, allerdings inhomogen
verteilt, dank des konvektiv durchsetzen Charakters der Niederschläge.
Ansonsten treten bei überwiegend starker Bewölkung weitere Schauer mit
wechselnder Phase auf, dazwischen bleibt es aber auch länger trocken. Besonders
im Süden und über der östlichen Mitte kann sich dabei vorübergehend eine dünne
Neuschneedecke von wenigen Zentimetern ausbilden. Im Norden bildet sich teils
dichter Nebel mit Sichtweiten von unter 150 m, während die Nacht in Richtung
Vorpommern teils klar verläuft.
Die Minima liegen bei einem schwachen bis mäßigen Wind aus überwiegend
nördlicher Richtung zwischen +3 und -3 Grad, wobei es im Nordwesten meist
frostfrei bleibt. Im süddeutschen Bergland tritt auch teils mäßiger (Luft)Frost
auf.
Mittwoch ... tritt unter zunehmendem Hochdruckeinfluss insgesamt
Wetterberuhigung ein. Im Süden herrscht peripher der noch vorhandenen
Höhenkaltluft weiterhin reges Schauerwetter (Schwerpunkt die Schwäbische Alb mit
rund 5 l/qm/12h). Diese ist bezüglich Intensität und Aktivität erneut dem
Tagesgang unterworfen. Zum Abend schwächen sich die Schauer aber auch hier
endgültig ab. Die Staulage am Alpenrand endet im Verlauf des Tages, sodass meist
nur noch wenige Zentimeter Neuschnee fallen.
Ansonsten herrscht nach teils zäher Hochnebel- und Nebelauflösung (besonders im
Norden) tagsüber freundliches und trockenes Wetter vor. Besonders im Westen und
in Richtung Vorpommern gibt es viel Sonnenschein.
Die Maxima liegen im bewölkten Süden zwischen 5 und 9 Grad und sonst zwischen 10
und 14 Grad. Der Wind dreht im Süden zunehmend auf Nordost und frischt im
Südwesten zeitweise etwas auf. Sonst kommt dieser schwach bis mäßig aus
unterschiedlichen Richtungen (antizyklonal um eine schwache Bodenhochdruckzelle
über Sachsen-Anhalt wehend).
Die Nacht zum Donnerstag verläuft ruhig, meist klar und trocken. Im Nordosten
können sich in einer feuchteren Luftmasse ausgedehnte und dichte
Bodennebelfelder bilden.
Bei schwacher Windbewegung und effektiver langwelliger Ausstrahlung verläuft die
Nacht frostig kalt mit Minima zwischen 0 und -5 Grad, bodennah auch deutlich
kälter. Einzig im äußersten Norden bleibt es frostfrei.
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Synoptische Entwicklung bis Freitag 06 UTC
Donnerstag ... erfolgt mit einer schwachen Trogpassage über Norddeutschland eine
Kaltfrontpassage, die tagsüber dem Nordwesten dichte Bewölkung und etwas Regen
bringt (meist nur weniger Liter auf den Quadratmeter in 12h). Derweilen
gestaltet sich der Tag im restlichen Land freundlich, regional auch sonnig und
trocken. Im Süden könnte eine von Osten herangeführte feuchtere Luftmasse für
einige dichte Hochnebelfelder gut sein, wenngleich hier die Numerik noch sehr
streut. Allerdings ist auch innerhalb der Statistik ein Minimum beim
Sonnenschein entlang der Alpen auszumachen. Ein kurzer Schauer kann hier
ebenfalls nicht ausgeschlossen werden.
In der Nacht zum Freitag kommt die Kaltfront unter Abschwächung in den Osten und
Süden der Republik voran und bringt noch etwas Nass mit zumeist unbedeutenden
Mengen. Dabei geht die Schneefallgrenze von präfrontal um 1000 m auf postfrontal
rund 400 m zurück, wenngleich rasche Abtrocknung kaum noch für postfrontale
Schauer mit Mischphasen gut ist. Im Südwesten kann etwas Nebel auftreten,
während im Nordwesten die Nacht bewölkt und meist trocken über die Bühne geht.
Nach Maxima von 8 bis 13 Grad werden in der Nacht zum Freitag Minima zwischen +6
und -2 Grad erwartet. Luftfrost tritt somit nur noch regional auf. Leichter
Frost in Bodennähe bleibt aber deutschlandweit ein Thema.
Der durchweg schwache bis mäßige Nordwestwind frischt nur im Umfeld der Küsten
zeitweise leicht böig auf.
Modellvergleich und -einschätzung
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Die Kurzfrist wird innerhalb der Numerik gut erfasst. Einzig die Grenzschicht
wirft zeitweise Frage auf (Nebel und Hochnebel betreffend), was im Text
angesprochen wurde.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Helge Tuschy