Synoptische Übersicht Kurzfrist
SCHLAGZEILE:
Kampf zwischen kalter Luft in der Nordosthälfte gegen mildere Luftmassen im
Südwesten. Im Grenzbereich immer wieder, meist aber leichte Niederschläge. Vor
allem in den Frühstunden verbreitet Glättegefahr!
Synoptische Entwicklung bis Freitag 06 UTC
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Aktuell ... geht der anhaltende Kampf der Luftmassen in die nächste Runde. So
strömt am Rande des umfangreichen Hochs über Skandinavien weiterhin kalte
Kontinentalluft aus, die allerdings auf einem weiten Umweg aus Osten zu uns
gelangt und durch fehlende Schneedecke über Westpolen/Ostdeutschland sowie einen
kürzlich erfolgten Warmluftvorstoß von der Ukraine aus nordwärts etwas
entschärft wurde. So reicht es nur gebietsweise für leichten Dauerfrost in der
Nordosthälfte, die Taupunkte liegen bei rund -3°C. Westlich des Rheins und
südlich des Mains dominiert mildere Biskayaluft, die aber ebenfalls (zum
kälteren hin modifiziert ist und durch Niederschlagsabkühlung und die teilweise
noch vorhandene, vor sich hin tauende Schneedecke. Im Oberrheingraben und dem
Saarland regnet es bei +5°C und 100% Sättigung.
In den nächsten Stunden kommt nun ein stark negativ geneigter Trog ins Spiel,
der von den Britischen Inseln über den Alpenraum hinweg bis zum Balkan gerichtet
ist. Dieser neigt zwar aufgrund seiner kurzen Wellenlänge zum Abtropfen, tut
dies aber nicht wirklich, sondern schwächt sich auf dem Weg nordwärts langsam
ab. Dabei ist vor allem von Süddeutschland bis zur Mitte leichte Hebung durch
etwas PVA, anfangs auch noch in gewissen Teilen WLA mit im Spiel, wodurch sich
gerade eingangs der Nacht die Niederschläge etwas verstärken. So weiten sich
diese über der Südwesthälfte weiter ostwärts aus und erfassen ab der zweiten
Nachthälfte zunehmend auch Thüringen und Ostbayern. Durch weitere
niedertroposphärische Abkühlung fällt zunehmend Schnee bis "ganz runter", nur in
tiefen Lagen entlang und westlich des Rheins bleibt es bei der flüssigen Phase,
was dort bei positiven Luft- und Belagstemperaturen aber meist unkritisch sein
dürfte. Die Neuschneemengen liegen meist bei 1-5 cm, bevorzugt im Südwesten
(etwa vom Schwarzwald über die Schwäbische und Westfränkische Alb bis zum
Allgäu) auch bei 5-10 cm, vereinzelt auch etwas darüber.
Im Norden und Osten ändert sich im Vergleich zum Tage nicht viel, die
Temperaturen sinken dort auch aufgrund der weiterhin kompakten Bewölkung kaum
ab. Aus dieser kann weiterhin vereinzelt Schneegriesel oder gefrierender
Sprühregen fallen. Durch die Kleinräumigkeit und die geringen Mengen dürften
gelbe Glättewarnungen aber zumindest prophylaktisch ausreichen. Im Küstenumfeld
deuten die hochauflösenden Modelle dagegen zunehmend strömungsparallele
Schauerstraßen an. Die Intensitäten sind mangels hochreichender Labilität zwar
gering, dennoch könnten sich durch die Andauer regional eine dünne
Neuschneedecke ausbilden - insbesondere zwischen Kiel und Schleswig. Zudem weht
der Ostwind in Böen weiterhin stark bis steif, mit exponierten stürmischen Böen.
Donnerstag ... verbleibt die Südwesthälfte Deutschlands im Wirkungsbereich des
schmalen Potenzialtroges, während im Rest des Landes hohes Geopotential über
Polen und Südskandinavien wetterwirksam ist. Der Trog stützt weitere
Niederschläge, die im Tagesverlauf von Südwesten langsam nachlassen, sich aber
immerhin noch knapp bis zur Leine und Oberlausitz vorarbeiten. Bei sich kaum
ändernden Temperaturverhältnissen fällt in den Niederungen im Westen und
Südwesten weiterhin Regen, sonst durchweg Schnee. Die Neuschnee-Akkumulation tut
sich bei verbreitet leichten Plusgraden allerdings schwer, aber gerade über der
Mitte sowie generell in den Mittelgebirgen dürften nochmal gebietsweise 1-3 cm
Neuschnee zustande kommen.
In der Nordosthälfte bleibt es überwiegend trocken, aber trüb, nur vereinzelt
fällt Schneegriesel. Die Schauerstraßen werden durch die leicht auf Ost-Südost
drehende Grundströmung langsam nach Norden herausgedrückt, betreffen daher aber
noch die Region zwischen Kiel und Flensburg, wo es gebietsweise ebenfalls einige
Zentimeter Neuschnee geben kann.
Apropos Wind: Der bleibt an exponierten Küstenabschnitten in Böen steif bis
stürmisch (Bft 7 bis 8).
Während es in der Norddeutschen Tiefebene bei Temperaturen um den Gefrierpunkt
teilweise dauerfrostig bleibt, steigen die Temperaturen im Südwesten erneut auf
3 bis 7°C.
In der Nacht zum Freitag verbleibt ein Streifen mit weiter nachlassenden,
leichten Schneefällen etwa von Ostfriesland bis zur Heide sowie im Bereich der
Elbe, klingen - gestützt durch den Potenzialtrog über Südwestdeutschland - aber
nicht gänzlich ab. Die Neuschneemengen liegen bei nur noch 0,5 bis 2 cm, oft
zuckert es nur noch etwas an.
Im Süden und Westen lockert die Bewölkung stellenweise auf, gebietsweise bildet
sich aber dichter Nebel, im Norden und Nordosten bleibt die tiefhängende
Wolkendecke zumeist dicht. Bei fast flächendeckendem leichtem, im Nordosten
sowie im Bergland auch mäßigem Frost kann es neben Schneeglätte auch örtlich
Glätte durch gefrierende Feuchte bzw. Nebelnässe geben. Der Wind bleibt an
exponierten Küstenabschnitten lebhaft und auch warnwürdig aus Ost bis Südost.
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Synoptische Entwicklung bis Samstag 06 UTC
Freitag ... insgesamt wenig Wetteränderung. Fette Blockade über Skandinavien
erwehrt sich gegen neue Tiefausläuferanläufe aus Südwesten. Aktuelles Timing und
vorankommen einer neuen schwachen Okklusion sprächen im Moment erstmal für wenig
Dramatik tagsüber im Südwesten mit meist leichten Regenfällen bei positiven
Luft- und Belagstemperaturen.
Unterdessen klingen ohnehin nur noch sehr schwache Schneefälle in Teilen Nord-
und Ostdeutschlands bei dort oft leichtem Dauerfrost endgültig ab. Daher ergibt
sich in Summe keine Diskrepanz zur Frühübersicht.
Modellvergleich und -einschätzung
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Die deutsche Modellkette ist bei der Nordostverlagerung der Niederschläge am
Fr/Nacht zum Sa weiterhin sehr progressiv, was in der Ausprägung doch etwas zu
bezweifeln ist.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Robert Hausen