Kurzfrist
SCHLAGZEILE:
Vorübergehend regional leicht unbeständig teils mit einzelnen kräftigen
Gewittern, ab Dienstag erneut überwiegend Hochdruckeinfluss und trocken.
Synoptische Entwicklung bis Dienstag 06 UTC
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Aktuell ... dominiert laut IFS-EPS mit allen Membern die Wetterlage Brücke
Mitteleuropa, wobei diese nicht die gesamten synoptischen Prozesse beschreibt
und für die zweite Hälfte des sonntags auch nicht durchweg passend ist.
Aufgrund des abziehenden Rückens verlagert sich auch das Hoch nach Weißrussland
und die Ukraine. Gleichzeitig triggert ein Rücken über dem Atlantik ein
Azorenhoch, welches sich aber noch nicht weiter aufs Festland schieben kann.
Stattdessen induziert das Höhentief über der Norwegischen See inklusive süd-
südwestwärts amplifiziertem Trog eine Tiefdruckzone von der Nordsee bis zu den
Alpen und Pyrenäen. Während der Trog in der Höhe hierzulande eine leicht
südwestliche Grundströmung produziert, sind bodennah überwiegend schwäche Wind
aus unterschiedlichen Richtungen aktiv. Dabei konnte die sehr warme bis heiße
Subtropikluft das ganze Land fluten. In den älteren Modelllösungen sollte ein
von Frankreich kommendes MCS und unter deutlicher Abschwächung nach und über
Deutschland hinwegziehendes Niederschlagscluster mit einer teils markanten
Böenfront einhergehen, die hier und da auch einzelne Gewitter auslösen sollte.
Allerdings zeigten die Entwicklungen diesen Trend nicht, worauf auch die Modelle
reagierten und die Böenfront samt gewissem Gewitterpotential nahezu komplett aus
den Prognosen strichen. Übrig bleib eine Niederschlagskuchen auf Nordostkurs,
der durch die vorhandene trockene Luft stark aufgefressen wird. Die gemessenen
Mengen lagen nachfolgend meist deutlich unter 1 l/qm/h.
Somit kann der Blick gen Süden gerichtet werden, wo zumindest etwas
interessantes passieren könnte. Zum einen hat sich entsprechend der konsistenten
Vorhersagen wirklich eine Zelle an der Ostalb gebildet. Auch wenn sie derzeit
noch mit Anfangsschwierigkeiten kämpft, könnte sie sich noch etwas entwickeln
und über Bayern ostwärts ziehen. Da die neusten Berechnungen aber auch diese
Zelle schwächer im Programm haben, der Wind in Sturmstärke im Fokus steht,
sollte die orange Farbe wohl mehr als ausreichen. Aufgrund der
Zuggeschwindigkeit uns PPWs zwischen 25 und 30 mm ist das Starkregenrisiko
reduziert, sodass um 15 l/qm realistisch sind. Zum anderen besteht vor allem
entlang des Hochrheins über den Bodensee hinweg Richtung Allgäu noch die Chance
von auffrischendem Wind, der in Böen mit steifen oder stürmischen Böen
einhergehen kann.
In der Nacht zum Montaq besteht die berechtigte Frage, inwieweit der
Niederschlagskuchen auf Nordostkurz durch PVA des flachen Troges bzw. eines
kurzwelligen Anteils ausreichend Aktivierung erfährt, dass vereinzelte Gewitter
möglich würden. Aufgrund der Tageszeit und der trockenen Rahmenbedingungen
sollte der Starkregen keine Rolle spielen. Durch die vorhandene Scherung bleibt
der Wind ein Thema und könnte am ehesten die Okkerschwelle reißen.
Die Temperaturen in 850 hPa bleiben hoch und liegen am Sonntagabend zwischen 11
Grad an der dänischen Grenze und bis 23 Grad im Süden Bayerns.
Montag ... schwenkt schon in der ersten Tageshälfte der Haupttrog über die
Nordhälfte des Landes hinweg ostwärts. Auf beiden Flanken wird der Trog von
markanten Rücken eingerahmt. Der Rücken im Osten korreliert mit dem Bodenhoch
über Westrussland, der Rücken über dem Ostatlantik induziert ein Hoch über den
Britischen Inseln. Genau dieses Hoch findet sich schließlich auch im IFS-EPS
wieder, wo die Wetterlage Hoch Britische Inseln dominant wird, wobei nur wenige
Member für die Muster Nordwest antizyklonal oder Hoch/Brücke Mitteleuropa
übrigbleiben. Aus Wettersicht gibt es wenige aber dennoch erwähnenswerte
Prozesse zu beschreiben. Demnach greift eine Kaltfront von Norden auf
Deutschland über und wird langsam südwärts geführt. Während der Westteil der
Front rasch unter Hochdruckeinfluss gerät, triggert PVA nach Osten zu eine
Tiefdruckrinne mit entsprechenden Hebungsimpulsen. Demnach sind vor allem im
Nordosten schauerartige Regenfälle zu verzeichnen, die im Verlauf nach Polen
abziehen. Gleichzeitig erzeugt die die Tiefdruckrinne auf der Südflanke
ebenfalls ausreichend Hebung, sodass vom Saarland und der Vorderpfalz über
Südhessen und Nordbayern hinweg bis nach Mitteldeutschland Schauer und
vereinzelt Gewitter möglich sind. Da die Feuchte mau ausfällt und die PPWs nur
um 28 mm liegen ist Starkregen möglich aber nicht wahrscheinlich. Dafür könnte
der Wind dort bei kräftigen Entwicklungen die markante Schwelle erreicht werden.
Der Hauptfokus liegt zwischen Schwarzwald und Niederbayern, wo in der weiter
heißen und hoch energetischen, mehr oder weniger labilen Luft erneut Gewitter
entstehen. Bei PPWs von 30 bis 40 mm und lokalen Cape-Werten von 500 bis 1500
J/kg liegt der Schwerpunkt auf dem starkregen und kleinkörnigem Hagel. Vor allem
der Starkregen kann aber örtlich auch heftig und somit unwetterartig ausfallen.
Da nahezu keine Scherung existiert und die Winde auch eher schwach sind, spielt
der Wind eine untergeordnete Rolle und sollte meist mit steifen, evtl.
stürmischen Böen einhergehen. In die Nacht zum Dienstag sollen die Schauer und
Gewitter Tagesgang bedingt und durch fehlende Impulse abklingen. Im Norden und
der Mitte setzt sich sehr trockene und stabile Luft durch.
Die Temperaturen in 850 hPa liegen von Nord nach Süd zwischen 5 und 20 Grad, die
im Norden nur mit mäßig warmen Höchstwerten von 19 bis 25 Grad einhergehen. In
der Mitte und im Süden werden 26 bis 36 Grad mit den höchsten Werten in
Ostbayern erwartet.
Der Wind spielt zwar mit, kann sich aber kaum aufdrängen. Allenfalls im
Küstenumfeld sowie von der Mitte bis zur Neiße sind einzelne steife Böen
möglich. Inwieweit eine entsprechende Warnung ausgegeben werden sollte, muss der
Frühdienst klären, da derzeit die Unsicherheiten noch zu groß sind.
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Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 06 UTC
Dienstag ... bleibt die Wetterlage Hoch Mitteleuropa Trumpf, wobei sich der
Schwerpunkt schon zunehmend in die Nordsee schiebt. Deutschland liegt dabei fast
komplett unter Hochdruckeifluss, sodass auch die Luftmassengrenze zwischen
trockener Luft polaren Ursprungs und der heißen Subtropikluft ohne
Wetteraktivität etwa vom Saarland bis nach Nordostbayern verläuft. Ausreichend
Hebungsimpulse sind nur noch vom Südschwarzwald bis ins Berchtesgadener Land
entlang der Alpen zu verzeichnen, wo die potentiell labile und energetische Luft
noch blubbern kann. Aufgrund fehlender Verlagerungstendenzen und Scherung ist
wohl mit Wasserbomben gespickt mit Hagelkörnern zu rechnen. Lokal sind selbst
unwetterartige Starkregenfälle nicht auszuschließen. Etwas dichtere Bewölkung
ist zudem im Norden zu Hause. Die Quellungen bringen dort aber nur sehr selten
wenige Tropfen. Ansonsten dominiert Absinken, welches den Himmel putzt und blaue
Farbe hinterlässt. Die Temperaturen in 850 hPa gehen in der Fläche etwas zurück
und liegen zwischen 3 und 18 Grad. Als Höchstwerte werden in der Nordhälfte 19
bis 25 Grad gezeigt, an der See noch kühler. In der Südhälfte werden 26 bis 33
Grad prognostiziert.
Der wind könnte allenfalls an exponierten abschnitten der Ostsee mit steifen
Böen noch warnwürdig daherkommen.
Modellvergleich und -einschätzung
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Die Modelle simulieren die großskaligen Geopotential- und Luftdruckmuster
vergleichbar und zeigen auch im Detail ähnlich synoptische Prozesse.
Entsprechend sind derzeit keine signifikanten Abweichungen zwischen den
betrachteten Modellen zu erkennen.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Lars Kirchhübel