Kurzfrist
SCHLAGZEILE:
Blockadelage: Bis Donnerstag ruhiges Hochdruckwetter, nachts vorwiegend im Osten
Frost.
Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 06 UTC
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Aktuell ... erstreckt sich ein blockierender Höhenkeil mit seiner Achse vom
westlichen Mittelmeer, über Frankreich Benelux, über die Nordsee bis zur Küste
vor Schweden. Dieser Höhenkeil wird flankiert von einem kräftigen Cut-Off-Tief
westlich der Iberischen Halbinsel und einem Langwellentrog über Osteuropa. Das
zum Keil korrespondierende Bodenhoch hat seinen Schwerpunkt weit nach
Nordskandinavien verlagert. Während im Südwesten Deutschlands eine subtropische
Luftmasse mit 850-hPa-Temperaturen von bis zu 10 °C eingeströmt ist, liegt der
Nordosten Deutschlands an der Südostflanke des Bodenhochs in einer nordöstlichen
Strömung. Dabei gelangt die Region in den Randbereich einer arktischen Luftmasse
mit einer 850-hPa-Temperatur von -3 °C.
In der Nacht bleibt es unter Absinken in trockener Luft klar. Dabei sinken die
Temperaturen im Osten und in den zentralen Mittelgebirgsregionen in den
Frostbereich. Nebel sollte die Ausnahme bleiben.
Mittwoch ... kippt die Keilachse etwas nach Osten. Deutschland verbleibt an der
Südflanke des Bodenhochs unter Absinken. An der Luftmassenlage ändert sich nur
wenig, sodass im Südwesten Höchstwerte bis 24 °C erreicht werden, während es im
Nordosten etwa 12 °C sind. Im Tagesverlauf breiten sich im Osten an der
Absinkinversion flache Cumuluswolken aus, während im Nordwesten ab dem
Nachmittag Cirren aufziehen. Ansonsten bleibt es sonnig.
In der Nacht zum Donnerstag kippt die Keilachse im Norden weiter ostwärts. Laut
den Lokalmodellen soll sich an der Südostflanke des Bodenhochs eine dichte
St/Sc-Bewölkung von Nordosten her in den Osten ausbreiten. Von Nordwesten her
zieht ansonsten etwas dichtere Cirrusbewölkung auf. Frost gibt es in den Tälern
der Mittelgebirge und im Osten.
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Synoptische Entwicklung bis Freitag 06 UTC
Donnerstag ... zieht sich das Hoch weiter Richtung Nordosten zurück. Ein
Kurzwellentrog zieht über Großbritannien und der Höhenkeil wird zwischen dem
Osteuropatrog und dem neuen atlantischen Kurzwellentrog eingequetscht. Noch
herrschen in Deutschland antizyklonale Verhältnisse. Allerdings greift schon
hohe Bewölkung vom Trog auf weite Teile Deutschlands über. Noch bleibt es
trocken.
In der Nacht zum Freitag wird das Höhenhoch über Skandinavien abgeschnürt,
während der Trog über die Nordsee zieht und auf den Norden Deutschlands
übergreift. Damit verbunden ist ein schwaches Bodentief, das bis Freitagmorgen
nach Norddänemark zieht. Sein okkludierendes Frontensystem greift mit einem
Regenband auf den Norden über. Durch Hebung und Niederschlagsabkühlung in den
noch vorhandenen trockenen bodennahen Schichten sinkt die 850-hPa-Temperatur
unter 0 °C. Die meisten Modelle rechnen in der östlichen Mitte mit einem
Übergang zu Schneefall in einer sich einstellenden isothermen Schichtung am
Freitagmorgen. Allerdings sollte dieser sehr nass sein und nicht liegen bleiben.
Bezüglich der genauen Zugbahn des Niederschlagsgebietes bestehen noch
Unsicherheiten. Einig sind sich die Modelle jetzt dahingegen, dass es im Osten
noch trocken bleibt. Eine vorübergehende Windauffrischung beim Durchgang des
Bodentrogs könnte an der See für stürmische Böen reichen.
Modellvergleich und -einschätzung
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Bis Donnerstagabend sind sich die Modelle ziemlich einig.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Christian Herold