Kurzfrist

ausgegeben am Montag, den 27.04.2026 um 08 UTC


GWL und markante Wettererscheinungen:
HNF a - Ruhige Hochdruckrandlage ohne markante Wettergefahren. In den Nächten
abgesehen vom Nordwesten und Westen sowie größeren Städten und dem
Küstenstreifen weiterhin leichter Frost oder zumindest Frost in Bodennähe.

Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 24 UTC
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Montag... liegt Deutschland an der Ostflanke eines Höhenrückens, der sich vom
Azorenraum östlich an Island vorbei bis nach Ostgrönland erstreckt. Durch diesen
wird ein ausgedehntes Bodenhoch gestützt, das vielmehr Bestandteil einer
Hochbrücke ist, die vom Seegebiet südlich der Azoren über Schottland und
Dänemark hinweg bis in den Schwarzmeerraum reicht. An deren Südflanke gelangt
mit einer schwachen nordöstlichen bodennahen Windkomponente trockene und
erwärmte Festlands-Polarluft nach Deutschland. Über Westrussland hält sich ein
Zentraltief, das blockierend wirkt.
An der Ostflanke des Höhenrückens läuft ein Trog in die Nordsee hinein, der
rasch austropft. Hebung, die im Wesentlichen aus positiver Vorticityadvektion
resultiert, lässt im Nordwesten mehrschichtige und sonst hohe Wolkenfelder
aufziehen, was die Einstrahlung ein wenig dämpft. Niederschläge bleiben jedoch
aus. Der Osten und Süden sowie die mittleren Regionen machen sich diese
Wolkenfelder jedoch kaum bemerkbar.
Im Norden Deutschlands werden, abhängig von der Entfernung zur Küste, 9 bis 14
Grad erreicht. Ansonsten steigt die Temperatur auf 15 bis 21, in größeren
Flusstälern im Westen bis 24 Grad.

In der Nacht zum Dienstag wird das Cut-Off-Tief von der nördlichen Nordsee zum
Ostausgang des Ärmelkanals gesteuert. Warmluftadvektion an der Ostflanke dieses
Tiefs bewirkt auch im Westen und Süden Wolkenaufzug, so dass in diesen Gebieten
Frost ausbleiben dürfte. Zudem macht sich in diesen Gebieten eine etwas
zunehmende nordöstliche bodennahe Windkomponente bemerkbar.
Im Norden und Osten lässt Absinken den Himmel aufklaren, so dass sich in diesen
Gebieten leichter Frost oder zumindest Frost in Bodennähe einstellen dürfte.

Dienstag... überquert das Cut-Off-Tief die Bretagne westwärts und ist somit für
unser Wettergeschehen nicht mehr relevant. Kaltluftadvektion sorgt für eine
Kräftigung des Bodenhochs, dessen Schwerpunkt über der nördlichen Nordsee liegt
und von welchem Keile über Norwegen hinweg bis nach Spitzbergen und in Richtung
Schwarzmeerregion gerichtet sind. An der Südflanke dieses Hochs setzt sich mit
einer nordöstlichen und etwas zunehmenden bodennahen Strömung die trockenere
Luft wieder weiter südwärts durch. Für warnrelevante Böen reicht es sehr
wahrscheinlich noch nicht. Lediglich an den Alpen und vielleicht auch im
Hochschwarzwald halten sich ein paar Wolkenfelder, ohne dass nennenswerte
Niederschläge fallen. Der tagsüber böig auffrischende Nordostwind lässt trotz
nahezu ungehinderter Einstrahlung gegenüber heute die Temperaturen nur
unwesentlich ansteigen.

In der Nacht zum Mittwoch kräftigt sich der nach Südosteuropa reichende
Hochkeil. In dessen Bereich weicht der Gradient über dem Norden und Osten
Deutschlands auf, so dass die Luftmasse zur Ruhe kommt. Der Himmel klart auf, so
dass sich in diesen Gebieten wieder vermehrt leichter Frost oder zumindest Frost
in Bodennähe einstellt.
Im Westen und Süden bleibt die relativ kräftige nordöstliche Windkomponente noch
bestehen. In den hierfür anfälligen Höhenlagen sind Wind- und einzelne
stürmische Böen nicht ganz auszuschließen. Leichter Frost in Bodennähe ist in
diesen Regionen auf einige windgeschützte Tallagen beschränkt.

Mittwoch... hält sich das Bodenhoch, das Schwerpunkte über der nördlichen
Nordsee und der Ostsee aufweist. Der in Richtung Spitzbergen reichende Keil wird
allmählich abgebaut. Das Höhentief, das aus dem heutigen Cut-Off-Prozess
hervorging, ist nach wie vor westlich der Bretagne zu finden. Dieses Tief
bezieht ein weiteres, vom nahen Ostatlantik kommendes Höhentief in seine
Zirkulation ein, an der Vorderseite dieses Komplexes erfasst Warmluftadvektion
Westfrankreich und England. Der hierdurch über Westeuropa einsetzende Druckfall
bewirkt eine weitere leichte Gradientzunahme, so dass, gestützt durch den
Tagesgang und ageostrophisches Ausfließen, der Wind aus Ost bis Nordost
auffrischt. In exponierten Höhenlagen der zentralen, westlichen und süddeutschen
Mittelgebirge sind dann warnrelevante Böen wahrscheinlicher als bisher, auf
Schwarzwaldgipfeln sind dann auch stürmische Böen vorstellbar.
Auch wenn durch einen über Polen hinweg nach Süden ablaufenden Trog ein paar
Wolkenfelder in den Nordosten und Osten Deutschlands gelangen, so bleiben
Niederschläge aus. Bei ansonsten nahezu ungehinderter Einstrahlung ändern sich
die Temperaturen gegenüber den Vortagen nur unwesentlich.

In der Nacht zum Donnerstag hält das blockierende, über der Nordsee liegende
Hoch weiterhin frontale Prozesse von Mitteleuropa fern. Absinken, das aus
kräftiger Kaltluftadvektion resultiert, sorgt für einen weitgehend sternenklaren
Himmel. Im Osten, Süden und größtenteils auch in den mittleren Landesteilen ist
erneut verbreitet Frost in Bodennähe und in ungünstigen Lagen auch leichter
Frost zu erwarten.
Im Westen und Südwesten bleibt nach wie vor ein relativ kräftiger Gradient
bestehen. Frost ist daher in diesen Gebieten eher unwahrscheinlich, leichter
Frost in Bodennähe auf windgeschützte Tallagen beschränkt. In den dortigen
Höhenlagen muss nach wie vor mit Wind- und exponiert stürmischen Böen um Ost
gerechnet werden.

Modellvergleich und -einschätzung
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Die vorliegenden Modelle stützen die oben beschriebene Entwicklung. Anhand der
synoptischen Basisfelder lassen sich keine prognoserelevanten Unterschiede
ableiten.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Thomas Schumann