Kurzfrist
GWL und markante Wettererscheinungen:
SWa
Hochdruckeinfluss mit Grenzschichtproblematik, am Dienstag vorübergehend gestört
durch eine Frontenpassage mit unergiebigem Regen und leichter Windauffrischung.
Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 24 UTC
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Montag... schickt sich der für unser Wochenendwetter verantwortliche
Langwellentrog im Zuge der schleichenden Progression der Höhenströmung an,
allmählich aus unserem Einflussbereich nach Osten herauszuziehen. Ihm folgt ein
vom Nordostatlantik bis weit ins Nordmeer aufragender Rücken, der aufgrund der
nördlichen Extension eigentlich blockierende Wirkung entfalten könnte.
Eigentlich, wäre da nicht ein weiterer Langwellentrog, der gefüttert mit
Kaltluft aus der Labradorsee mit Schwung in Richtung Britischen Inseln schwenkt
und mit Hilfe des weiterhin nur langsam nach Osten sich verlagernden
Langwellentrogs östlich von uns die Wellenlänge des Rückens rasch verkürzt.
Bodennah sorgt der Rücken heute allerdings für Unterstützung des Hochs ELMAR mit
Schwerpunkt über dem Alpenraum und einem Kerndruck knapp über 1020 hPa. Bis zum
Abend wandert der Schwerpunkt in Richtung westliches Tschechien, wobei der
Kerndruck bis nahe 1025 hPa steigt.
Aus diesem Gemisch resultiert heute unter dominierendem Absinken vielfach ein
locker bewölkter bis heiterer Tag. Es lassen sich aber 3 Zonen herausarbeiten,
in denen mehr Bewölkung vorhanden sein wird. Erstens betrifft das den Südwesten,
der Nebel bzw. Reste einer Stratusdecke abbekommt, die sich erst im Tagesverlauf
allmählich auflöst. Zumindest vormittags ist daraus unterhalb der Sperrschicht
bei etwa 850 hPa örtlich geringer Sprühregen möglich, bevor die Wolkendecke
nachmittags durch Absinken immer größere Löcher bekommt. Zweitens gibt es von
der Deutschen Bucht bis etwa zum Erzgebirge teils dichtere Bewölkung in einem
Streifen erhöhter Feuchtigkeit, die der Trog in der nordwestlichen Strömung
hinterlassen hat. Darin finden sich heute Morgen einige Schauer mit allerdings
meist nur geringen Mengen, die sich im Laufe des Tages mehr und mehr Richtung
Thüringen, Sachsen und dem Erzgebirge zurückziehen. Am Nachmittag simulieren
ICON-D2 bzw. ICON-D5 lokal bis etwa 5 l/qm in kurzer Zeit. Für Gewitter reicht
es wahrscheinlich nicht (Deckel bei rund 750 hPa). Drittens ist ein Bereich von
Vorpommern bis zur Uckermark betroffen. Dort kommt es in der Nähe zum Trog bei
etwas WLA zu Quellwolken und einzelnen Schauern, die aber mangels ML-CAPE und
einem Deckel bei rund 800 hPa ebenfalls wohl unelektrisch bleiben. In diesen
drei Gebieten liegt die relative Sonnenscheindauer bei 30 bis 50% (3 bis 5
Stunden), während sonst 60 bis 90% (6 bis 9 Stunden) zu erwarten sind.
Unter zunehmendem Hochdruckeinfluss schwächt sich auch der Gradient ab. An der
vorpommerschen Ostseeküste sind bis etwa zum frühen Nachmittag noch einzelne
steife Böen bis 60 km/h (Bft 7) aus Nordwest möglich. Ansonsten weht der Wind
schwach, nach Osten hin teils mäßig aus unterschiedlichen Richtungen.
Die Temperaturen steigen in der sich erwärmenden Meereskaltluft mit T850 hPa
zwischen 0 Grad im Osten und 5 Grad im Südwesten in 2 Metern auf 12 Grad an der
Ostsee und bis 20 Grad am Oberrhein.
In der Nacht zum Dienstag erreicht die Achse des weiterhin langsam nach Osten
ziehenden Rückens eine Linie Nord-Norwegen - Dänemark - Benelux - Iberische
Halbinsel. Bodenhoch ELMAR wandert dadurch ins östliche Österreich. Weite Teile
des Landes liegen folglich unter Absinken bei geringer Bewölkung, in der sich
Nebel und Hochnebel ausbreiten können. Im Westen allerdings zieht in der zweiten
Nachthälfte mit dem Rücken auflaufender WLA mehrschichtige Bewölkung auf, die
die Ankunft eines Frontensystems ankündigt. Dieses gehört zu einem Tief mit
Zentrum im südwestlichen Nordmeer am Dienstagmorgen, wobei das Tief aus dem von
Grönland kommenden Trog genährt wird. Zum Morgen hin bringt die Warmfront im
Westen und Nordwesten erste leichte Regenfälle mit unergiebigen Mengen.
Der Wind weht nur schwach, zum Morgen hin im äußersten Westen mäßig. Auf den
Nordseeinseln sind erste starke Böen um 45 km/h (Bft 6) zu erwarten.
Die Temperaturen sinken im Westen unter Wolken auf 10 bis 2, bei Aufklaren sonst
auf 4 bis -3 Grad. Empfindliche Pflanzen sollten nun geschützt werden.
Dienstag... schwenkt ein Randtrog des Langwellentrogs nordöstlich von uns in die
Nordsee. Das zugehörige Bodentief zieht derweil vom südwestlichen ins nördliche
Nordmeer, während im Lee des Skandinavischen Gebirges eine Zyklogenese am
Frontensystem ausgelöst wird. Das Frontensystem überquert damit langsam
Deutschland, wobei die Warmfront mit zunehmender Bewölkung und Regenmengen von
0,5 bis vereinzelt 7 l/qm in wenigen Stunden bis abends bis auf eine Linie
Vorpommern - Thüringen - Nordbayern - Bodensee/Allgäu vorankommt. In der Lausitz
sowie im südöstlichen Bayern bleibt es meist noch trocken mit letzten
Auflockerungen bis zum Abend. Postfrontal fällt im Warmsektor nur hier und da
geringer Regen, Auflockerungen bleiben allerdings auch selten. In den späten
Nachmittagsstunden erreicht die Kaltfront mit neuen schauerartigen Regenfällen
den Nordwesten. Direkt an der Küste kann mit dem warmen Meer und der
Küstenreibung vereinzelt auch ein Gewitter dabei sein.
Der Wind weht in der Südhälfte häufig nur schwach, in der Nordhälfte bei
leichter Gradientverschärfung teils mäßig, an der Nordsee und der westlichen
Ostsee sowie auf dem Brocken in Böen steif bis 60 km/h (Bft 7) aus südlichen
Richtungen.
Die Temperaturen steigen auf 13 Grad in den Mittelgebirgen und bis 20 Grad am
Oberrhein.
In der Nacht zum Mittwoch amplifiziert der Randtrog von der Nordsee nach
Südschweden und treibt das nahezu achsensenkrecht darunterliegende Leetief
ebenfalls dorthin. Es hat entsprechend seine Entwicklung überschritten, das
okkludierende Frontensystem verlagert sich im Nachtverlauf aber über den Osten
hinweg und kommt an den Alpen ins Schleifen. Gebietsweise regnet es also, mit
Mengen von 0,5 bis 8 l/qm in 12 Stunden bleiben die Mengen weiterhin
überschaubar. Etwas mehr Regen ist staubedingt am Alpenrand zu erwarten,
vereinzelt können dort 10 bis 20 l/qm zusammenkommen, ohne dass Warnschwellen
tangiert werden. Vereinzelte Gewitter bleiben auf die Küste und dabei vorrangig
auf die Nordsee beschränkt.
Postfrontal lockern die Wolken zum Teil auf, bis zum Morgen hin gilt das für die
meisten Landesteile außer dem Alpenrand. Gebietsweise bildet sich dann
allerdings wieder Nebel oder Hochnebel, vornehmlich im Westen.
Der Wind weht schwach, in der Nordosthälfte teils mäßig, an der See und auf dem
Brocken sowie dem Fichtelberg in Böen steif bis stürmisch (Bft 7 bis 8).
Es kühlt sich auf 12 Grad an der See bis 5 Grad in einigen Mittelgebirgstälern
ab.
Mittwoch... wölbt sich von den Britischen Inseln kommend ein neuer Rücken in die
Nordsee auf. Über Frankreich baut sich deshalb ein neues Hoch auf, dessen
Schwerpunkt sich bis zum Abend nach Süddeutschland verlagert. Damit klingen die
Niederschläge auch am Alpenrand bis zum Nachmittag ab. Gebietsweise gibt es dann
Aufheiterungen und es bleibt trocken. Die Sonnenscheindauer beträgt etwa 4 bis 7
Stunden.
Der Wind weht im Südwesten meist nur schwach aus unterschiedlichen Richtungen,
in der Nordosthälfte teils mäßig, an den Küsten sowie anfangs auf dem Brocken
und dem Fichtelberg in Böen steif (Bft 7), an der Ostsee exponiert auch noch
vereinzelt stürmisch (Bft 8) aus Nordwest.
Mit dem Absinken und der Strömungsdrehung auf Südwest steigen die T850 hPa auf 2
Grad im Osten bis 8 Grad im Westen, was sich in 2 Metern in Höchstwerten von 15
bis 21 Grad niederschlägt.
In der Nacht zum Donnerstag wird das mittlerweile über Polen abgetropfte
Randtief als Höhentief ein wenig retrograd und verhindert so ein Vorankommen des
Rückens nach Osten. Die Achse des Rückens liegt entsprechend ausgangs der Nacht
auf einer Linie Südschweden - Benelux - Iberische Halbinsel.
Das Bodenhoch steuert derweil das westliche Tschechien an und sorgt für
großräumiges Absinken über Deutschland. Gebietsweise stellen sich folglich
Auflockerungen ein, die bei schwacher Windbewegung erneut Grenzschichtprozesse
auf den Plan rufen. Nebel und Hochnebel dürfen also gebietsweise mitmischen, die
stärksten Signale sind von der Mitte bis in den Süden vorhanden.
Die Tiefstwerte liegen zwischen 12 Grad an der Küste und bis 1 Grad in einigen
höheren Mittelgebirgen.
Modellvergleich und -einschätzung
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Die Modelle simulieren sehr ähnlich. Am Dienstag bestehen leichte
Timingunterschiede beim Frontensystem, die aber hinsichtlich der Warnlage nicht
relevant sind. Bei einzelnen Modellen sind in der zum Mittwoch etwas höhere
Regenmengen am Alpenrand vorhanden. Sie liegen allerdings noch jenseits der
Warnschwellen.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Simon Trippler