Kurzfrist
GWL und markante Wettererscheinungen:
Übergang zu TR M
Heute im Tagesverlauf von Südwesten her Gewitter mit Starkregen, Unwetter nicht
auszuschließen. In der Nacht zum Montag über die Mitte hinweg nordostwärts
ausgreifend, in mehrstündigen, anfangs noch gewittrigen Starkregen übergehend.
Montag im Süden und anfangs im Osten nochmals Gewitter mit Starkregen, Unwetter
nur noch wenig wahrscheinlich. Zudem im Süden vor allem in Richtung Alpen
auffrischender Westwind, in freien Lagen mit stürmischen Böen. Dann auch in den
Hochlagen der süddeutschen Mittelgebirge und ab dem Abend an der Nordseeküste
Sturmböen Bft 8/9.
Dienstag kühles Schauerwetter, nach Osten hin auch einzelne kurze Gewitter. In
der Nacht zum Mittwoch im Süden Wetterberuhigung, dort sowie im Bergland
leichter Frost oder zumindest Frost in Bodennähe.
Synoptische Entwicklung bis Dienstag 24 UTC
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Sonntag... liegt Deutschland an der Vorderseite eines Höhentiefs mit Zentrum vor
Galizien. Mit einer südwestlichen und anfangs noch leicht antizyklonal geprägten
Strömung wird von Südwesten her feuchtlabile Luft herangeführt, die bis in Teile
der Mitte vorstößt. CAPE (MU, KK) erreicht mehr als 500 bis etwa 800 J/kg, der
Gehalt an niederschlagbarem Wasser mehr als 20 bis ca. 30 mm. Eine Deckelung ist
kaum noch vorhanden. Vom Hochdruckeinfluss der vergangenen beiden Tage ist nur
noch mitteltroposphärisch etwas in Form einer leicht antizyklonalen Strömung
vorhanden. Im Bodendruckfeld setzt, resultierend aus der fortschreitenden
Erwärmung, Druckfall ein. Als Folge weitet sich die Tiefdruckrinne, die von dem
Tief westlich von Galizien ausgeht und bis nach Nordfrankreich erstreckt, nach
Deutschland aus. Zunächst passiert erst einmal noch nicht viel, was aus der
anfangs noch antizyklonalen Strömung resultiert. Allenfalls über dem
südwestdeutschen Bergland können sich bereits am Nachmittag erste Gewitter
entwickeln. Aufgrund deren langsamer Verlagerung besteht dabei Gefahr von
Starkregen.
Ab dem Abend ändert sich das Bild. Ein Kurzwellentrog, der vor allem im 700
hPa-Niveau und darunter ausgeprägt ist, schwenkt über die Westalpen hinweg
nordwärts und aktiviert die in der Tiefdruckrinne vorhandene feuchtlabile Luft,
wodurch sich von Südwesten her vermehrt Gewitter entwickeln, die bis zur
Südeifel, auf das Rhein-Main-Gebiet und bis zur Ostalb ausgreifen können.
Unwetter durch heftigen Starkregen um 30 mm in kurzer Zeit sind nicht
auszuschließen. Aufgrund der trockenen Grundschicht muss zudem bei kräftigeren
Entwicklungen anfangs mit stürmischen Böen gerechnet werden.
In den anderen Gebieten hält sich Hochdruckeinfluss, so dass dort konvektive
Umlagerungen ausbleiben. Die Tageshöchsttemperaturen erreichen 18 bis 24, in
tieferen Lagen Süddeutschlands bis 25 Grad. An der See werden 13 bis 17 Grad
erreicht.
In der Nacht zum Montag stößt vom Nordmeer ein markanter Trog bis weit in die
Nordsee vor. Dieser Trog interagiert mit dem o.g. Kurzwellentrog, der aus dem
Höhentief vor Galizien herauslief, so dass letztendlich ein Trog zustande kommt,
der sich bis nach Nordfrankreich ausweitet. Unmittelbar an dessen Vorderseite
erfolgt über der Mitte Deutschlands eine zunächst schwache Zyklogenese. Bedingt
durch diese Entwicklung weitet sich das Niederschlagsgeschehen bis in die Mitte
Deutschlands aus. Die Gewitter gehen daher in mehrstündigen und anfangs noch
gewittrigen Starkregen über, wobei in der zweiten Nachthälfte die
Wahrscheinlichkeit für Starkregen über 20 mm innerhalb weniger Stunden zusehends
geringer wird.
Der Norden und der Osten wird von diesen Niederschlägen zunächst noch verschont.
Allerdings erfolgt auch in diesen Gebieten ein Aufzug mehrschichtiger Bewölkung.
Montag... weitet sich der über der Nordsee liegende Trog nach Süden aus, wobei
dessen Achse am Abend über dem äußersten Westen Deutschlands zu finden ist. Das
aus der o.g. Zyklogenese resultierende Tief wird unter weiterer Intensivierung
über die Mitte Deutschlands hinweg nordostwärts gesteuert und liegt zur
tagesgangsbedingt interessantesten Zeit bereits über Nordwestpolen. Die
Luftmasse mit den o.g. Parametern gelangt dann in den Osten Deutschlands, wo
dann noch signifikante niedertroposphärische Scherung mit ins Spiel kommt.
Südöstlich der Linie Oderbruch - Vogtland sind daher heftigere Entwicklungen mit
einem höheren Organisationsgrad vorstellbar; Unwetter sind nicht auszuschließen;
zumindest besteht bei diesen Entwicklungen die Gefahr von Sturmböen.
Die Kaltfront des nach Nordwestpolen ziehenden Tiefs erreicht gegen Mittag die
Donauniederung. Präfrontal verstärkt sich der Gradient, südlich der Donau und
vor allem in Richtung Alpen kommt der Leitplankeneffekt zum Tragen. Hierdurch
frischt dort (und auch im Erzgebirgsvorland) der Wind mit Böen Bft 7 auf, in
freien Lagen können stürmische Böen zustande kommen. In den Kamm- und
Gipfellagen der süddeutschen und östlichen Mittelgebirge muss mit Sturmböen Bft
8/9 gerechnet werden.
Präfrontal können sich zudem einzelne Gewitter entwickeln, die durch einen nach
Osten ablaufenden Kurzwellentrog getriggert werden. Da aber die Luftmasse in
diesen Gebieten durch Entrainmentprozesse entschärft wurde und zudem
Kaltluftadvektion dämpfend wirkt, sind Unwetter eher unwahrscheinlich. Bedingt
durch ein leichtes Schleifen der Kaltfront setzt im Südwesten und im Süden vor
allem in Staulagen kräftiger Regen ein. Im Schwarzwald können innerhalb von 12
Stunden um 30 mm zusammenkommen.
Auflockerungen sind am ehesten im Südosten und, resultierend aus einer kräftigen
Durchmischung, im Nordwesten Deutschlands vorstellbar. Gegenüber den Vortagen
erfolgt ein Temperatursturz auf 9 bis 14 Grad. Temperaturmaxima zwischen 15 und
20 Grad werden nur noch von der Uckermark bis zum Erzgebirgsraum sowie in
tieferen Lagen Süddeutschlands erreicht.
In der Nacht zum Dienstag tropft der Trog über der Mitte von Deutschland aus. Im
Bereich dieses Höhentiefs gehen die Temperaturen im 850 hPa-Niveau großflächig
auf Werte um -5 Grad zurück. Schauerartige Niederschläge fallen dann oberhalb
800 m als Schnee (der allerdings nicht liegen bleibt).
Durch diese Entwicklung wird die Kaltfront des dann zur mittleren Ostsee in
Richtung Gotland ziehenden Tiefs nach Süden gedrückt, wodurch sich das
Niederschlagsgeschehen am Alpenrand sowie im Vorland der Alpen konzentriert. Im
Schwarzwald lassen dagegen die Niederschläge mit Beginn der zweiten Nachthälfte
nach.
An der Rückseite des Tiefs frischt an der Nordseeküste der Wind mit Böen Bft 7
und mit einzelnen stürmischen Böen steil aus Nordwest auf. Dort macht sich zudem
im Bereich des Troges eine erhöhte Labilität bemerkbar, so dass über der Nordsee
und vielleicht auch auf den Inseln einzelne Sturmböen Bft 9 nicht auszuschließen
sind.
In einem breiten Streifen vom Westen Deutschlands bis in den Nordosten hinein
klart es gebietsweise auf. In höher gelegenen und zudem windgeschützten
Mittelgebirgstälern ist daher leichter Frost oder zumindest Bodenfrost möglich.
Dienstag... verlagert sich o.g. Cut-Off-Tief zum Oderhaff. Der hiervon
ausgehende Trog schwenkt über die Adria hinweg ostwärts. Die rückseitige
nordwestliche Strömung wird vorübergehend etwas antizyklonaler. Allerdings wird
der flache Rücken von Warmluftadvektion überlaufen, zudem beginnt die Strömung
zu flattern, so dass mit weiteren schauerartigen Niederschlägen zu rechnen ist.
Diese ergeben in der relativ wasserdampfarmen maritimen Polarluft jedoch nur
noch geringe Regenmengen.
Darüber hinaus frischt in einem breiten Streifen von der Nordsee bis in den
östlichen Mittelgebirgsraum hinein und bis zu den Alpen und zudem gestützt durch
den Tagesgang, der Wind aus Nordwest mit Böen Bft 7 auf. In höheren Berglagen
und an der Nordseeküste sind einzelne stürmische Böen nicht auszuschließen.
Zwischen den Schauerwolken sind auch größere Auflockerungen vorstellbar. Längere
sonnige Abschnitte sind jedoch auf den Südwesten und Süden abseits der Alpen
beschränkt. In diesen Gebieten macht sich noch am ehesten der schwache
Hochdruckeinfluss bemerkbar.
Im Nordosten und ganz im Osten ist die Schichtung im Bereich und an der
Südflanke des Cut-Off-Tiefs noch leicht labil, so dass es in diesen Gebieten
noch einmal für kurze Gewitter reichen kann. An den Alpen kommen staubedingt
noch vermehrt Niederschläge zustande, dort sind um 10 mm innerhalb von 12
Stunden möglich, wobei oberhalb etwa 1500 m Schnee fällt.
Die Tageshöchsttemperaturen erreichen deutschlandweit nur noch 8 bis 14 Grad.
In der Nacht zum Mittwoch greift vom Nordmeer kommend ein weiterer, aber relativ
breiter Trog auf die Britischen Inseln über. An dessen Ostflanke dreht die
Strömung auf West-Südwest zurück. Im Nordwesten und Norden macht sich ein nach
Osten ablaufender Kurzwellentrog mit labiler Schichtung in Form von Schauern
bemerkbar.
Ansonsten erfolgt eine Wetterberuhigung, südlich der Mittelgebirgsschwelle klart
es verbreitet auf. Dort und auch im östlichen Mittelgebirgsraum stellt sich
leichter Bodenfrost ein, in ungünstigen Lagen ist auch leichter Luftfrost nicht
auszuschließen.
Modellvergleich und -einschätzung
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Bis einschließlich Montagmittag stützen die verfügbaren Modelle die oben
beschriebene Entwicklung. Prognoserelevante Unterschiede sind bis dahin nicht
erkennbar.
Zum Montagabend hin lassen EZMW, GFS und UK10 ein kleinräumiges, aber kräftiges
Tief in die Deutsche Bucht hereinlaufen. ICON hat stattdessen nur einen
Bodentrog zu bieten. Dieses Tief wandelt sich aber mit dem Auftreffen aufs
Festland in einen Bodentrog um. Danach ergeben sich bis Mittwochfrüh keine
signifikanten Modellunterschiede mehr.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Thomas Schumann