Kurzfrist
SCHLAGZEILE:
Hochdruckbrücke über Mitteleuropa - Rückkehr der Hitze
Synoptische Entwicklung bis Sonntag 06 UTC
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Aktuell ... liegt Deutschland unter dem Einflussbereich einer zonalen
Höhenströmung, wobei sich im Bodendruckefeld ein langgestrecktes Hoch
durchgesetzt hat, dessen Achse sich von Südengland bis Polen erstreckt. In der
Höhe ist im Norden ein flacher Kurzwellentrog wirksam, der im Laufe der Nacht
ostwärts abzieht. Unter seinem Einfluss liegt eine dichte Sc-Decke über dem
Norden Deutschlands, die sich unterhalb einer Absinkinversion auf 750 hPa
gebildet hat. Aus dieser fallen jedoch kaum Schauer. Ansonsten sind weite Teile
Deutschlands von Absinken geprägt, sodass es nur locker bewölkt ist. Dabei liegt
noch eine subpolare Meeresluft mit 850-hPa-Temperaturen von 13 °C im Süden und 4
°C im Norden über Deutschland. An den Alpen befinden sich noch die Reste einer
subtropischen Luftmasse, die leicht labil geschichtet ist. Dabei greifen in den
Abendstunden immer wieder Schauer und einzelne leichte Gewitter von Süden aus
den österreichischen Alpen kommend über.
In der Nacht beginnt sich die Sc-Decke im Norden Deutschlands mit Abzug des
Troges aufzulösen. Die Schauer und Gewitter am Alpenrand lassen nach. Sonst wird
es locker bewölkt oder klar. In der trockenen Luft geht die Temperatur dabei bis
in den einstelligen Bereich zurück.
Samstag ... verlagert sich der Schwerpunkt des Bodenhochs nach Mitteleuropa.
Dieses wird von der Höhe von einem breitem Höhenkeil gestützt, der sich
vorderseitig eines atlantischen Troges westlich von Europa über West- und
Mitteleuropa aufwölbt. Dabei wird die heiße und trockene Luft aus Nordafrika,
die über Südosteuropa liegt, Richtung Nordosten advehiert, sodass die
15-°C-Isotherme auf 850 hPa erneut die Mitte Deutschlands erreicht. Somit werden
in der Südhälfte wieder Höchstwerte über 30 °C erwartet. Unter starkem Absinken
wird es verbreitet sonnig.
Die Nacht zum Samstag verläuft klar.
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Synoptische Entwicklung bis Montag 06 UTC
Sonntag ... gibt es keine wesentlichen Änderungen zu den Vorläufen. Der
Atlantiktrog greift unter Verkürzung seiner Wellenlänge auf Westeuropa über.
Gleichzeitig zieht das Bodenhoch nach Osteuropa, wodurch sich die
trogvorderseitige WLA über Mitteleuropa weiter verstärkt. Dabei kommt die
20-°C-Isotherme erneut bis zur Mitte Deutschlands voran. Über einem schmalen
Streifen in der südlichen Mitte Deutschlands reicht die Feuchte für 500-1000
J/kg ML-CAPE, welches durch WLA in der mittleren Troposphäre stärker gedeckelt
ist. Sollte es zur Auslösung von gewittern reichen (die hochauflösenden Modelle
geben diesbezüglich bisher nichts her) ist bei schwacher Scherung wegen der
trockenen Grundschicht Downbursts die Hauptgefahr.
Auch in der Nacht zum Montag sind die Modelle trotz konvergenter Bodenströmung
wenig motiviert, Konvektion auszulösen.
Modellvergleich und -einschätzung
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Die Modellsimulationen sind im Wesentlichen gleich.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Christian Herold