Kurzfrist
SCHLAGZEILE:
Im äußersten Norden anfangs noch windig. Im Nordosten und Osten in der Nacht und
am Donnerstag einzelne Gewitter gering wahrscheinlich.
Synoptische Entwicklung bis Freitag 06 UTC
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Aktuell ... liegt Deutschland am Rande eines Höhentroges, der sich vom Norden
Europas bis nach Südosteuropa erstreckt und von dem aus ein Randtrog in Richtung
Deutschland gerichtet ist. Damit korrespondiert im Bodendruckfeld eine
Tiefdruckzone über weiten Teilen Nord- und Nordosteuropas (DEBORAH). Für uns von
Bedeutung ist dabei ein flaches Randtief mit Kern knapp unter 1010 hPa über
Südschweden. Von dort zieht es im Laufe der Nacht allmählich Richtung Baltikum.
Dem Ganzen gegenüber steht eine Zone hohen Luftdrucks über West- und
Nordwesteuropa mit einem sehr umfangreichen durch einen Rücken gestützten
Atlantikhoch (knapp über 1030 hPa), von dem aus ein Keil von Nordfrankreich und
Benelux kommend bis in den Südwesten Deutschlands reicht.
Zwischen beiden Druckgebilden hat sich über Norddeutschland ein erhöhter
Druckgradient aufgebaut, der für eine Auffrischung des Windes gesorgt hat.
Mittlerweile ist der Höhepunkt der Windentwicklung bereits überschritten,
dennoch können in der ersten Nachthälfte im Küstenumfeld noch zeitweise Böen Bft
7 aus Nordwest auftreten. Spätestens in der zweiten Nachthälfte flaut der Wind
mit Abzug des Tiefs weiter deutlich ab.
In Verbindung mit dem Tief hat auch eine Kaltfront von Norden auf uns
übergegriffen, die allerdings kaum typische Merkmale aufweist und somit auch nur
schwer auszumachen ist. Sie erstreckt sich aktuell etwa von der Odermündung über
Sachsen-Anhalt und das südliche Niedersachsen hinweg bis nach NRW. Sie kommt in
der Nacht noch weiter südwärts voran, löst sich durch den zunehmend
antizyklonalen Einfluss aber weiter auf, sodass sich ihre Spur gänzlich
verliert. Rückseitig gelangt ein Schwall maritimer Polarluft zu uns, die sich
aber wie bereits angedeutet thermisch kaum von der präfrontalen Luftmasse
abhebt.
Im Bereich der Front und auch postfrontal im Einflussbereich des Höhentroges
kommt es derzeit in der Nordhälfte zu Schauern und in der leicht labilisierten
Luftmasse im Osten und Nordosten auch zu vereinzelten Gewittern. Mit dem
Tagesgang sollte die Schauertätigkeit im Laufe der Nacht allmählich nachlassen.
Es bleibt aber oft stark bewölkt. Nur in Schleswig-Holstein lockert die
Bewölkung durch aufkommenden Skandenföhn stärker auf. Im Nordosten und im
äußersten Osten etwa zwischen MV und der Lausitz, wo ein Kurzwellentrog
hereinschwenkt, gibt es weitere Schauer und vielleicht auch noch lokal kurze
Gewitter. Begleiterscheinungen wie Starkregen um 15 l/m² innert kurzer Zeit und
Böen Bft 7 bis 8 sind aber nur gering wahrscheinlich.
Abseits davon gestaltet sich die Nacht im Südwesten und Süden neben ein paar
dichteren Wolkenfeldern ruhig. Die Luft kühlt auf 14 bis 8°C ab.
Donnerstag ... schwenkt der Trog nebst Bodentief langsam weiter
ost-/südostwärts. Der äußerste Osten und Nordosten zwischen Vorpommern und dem
Osterzgebirge verbleiben aber noch in dessen Einflussbereich. So kommt es dort
zu weiteren Schauern und vereinzelten Gewittern. Diese sollten mit gelben
Warnungen bewarnt werden können.
In den weiteren Landesteilen dominiert der Einfluss des Hochs. Dennoch startet
der Tag etwa nördlich der Mainlinie ebenfalls oft mit zahlreichen tiefen Wolken,
die sich unterhalb einer auf etwa 800 hPa befindlichen Absinkinversion in der
feuchteren Luftmasse ausgebreitet haben. Dabei kann es im Bergland vereinzelt
ein paar Spritzer Regen geben. Am Nachmittag werden die Wolkenlücken aber
größer. Von den dichteren Wolken ausgenommen bleibt eine Region im Norden, die
von Schleswig-Holstein, Mecklenburg, die gesamte Ostseeküste entlang bis etwa in
die Prignitz reicht. Dort sorgt weiterhin der Skandenföhn für häufig wolkenlose
Bedingungen.
Den Südwesten und Süden erwartet in großen Teilen ein heiterer bis sonniger Tag.
Einzig an den Alpen können Reste der Kaltfront für mehr Wolken und etwas Regen
sorgen.
Die Höchstwerte liegen in der eingeflossenen Polarluft meist zwischen 18 und
24°C, im Südwesten sind bis 27°C zu erwarten.
In der Nacht zum Freitag verlässt uns der Trog ostwärts und von Nordwesten nimmt
der Einfluss des Höhenrückens zu. Damit einhergehend setzt sich der Druckanstieg
am Boden fort und der Keil über Deutschland kann sich weiter stärken.
Entsprechend lassen letzte Schauer im Osten nach und die Nacht gestaltet sich
oft klar.
Den Nordwesten allerdings erreichen im Laufe der Nacht ausgedehnte tiefe
Wolkenfelder, aus denen aber nur vereinzelt im Nordseeumfeld etwas Regen oder
Nieselregen fällt. Die Nacht wird recht frisch bei Tiefstwerten zwischen 12 und
7°C, in einigen Mittelgebirgen auch darunter. An der See bleibt es etwas milder.
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Synoptische Entwicklung bis Samstag 06 UTC
Freitag ... können die Ausführungen aus der Frühübersicht beibehalten werden. So
hält sich im Nordwesten und Norden oft dichtere Bewölkung, während es in der
Mitte und im Süden heiter bis sonnig ist. Die Luftmasse kann sich insgesamt
weiter erwärmen auf Höchstwerte zwischen 19 und 23°C im Norden und 24 bis 28°C
sonst, im äußersten Südwesten sind bis zu 30°C möglich.
Modellvergleich und -einschätzung
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Die betrachteten Modelle prognostizieren die Entwicklung der Wetterlage
übereinstimmend.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Johanna Anger