Synoptische Übersicht Kurzfrist
SCHLAGZEILE:
Zunächst noch ruhiges Wetter und im Norden und Osten winterlich.
Am Dienstag von Südwest nach Nordost örtlich etwas Regen. Dabei im Südwesten nur
vereinzelt Glätte, im Tagesverlauf in der Mitte örtlich gefrierender Regen mit
Glatteis.
In der Nacht zum Mittwoch im Nordosten, eventuell auch im Vogtland, dem
Erzgebirge und im Bayerischen Wald, gefrierender Regen mit Glatteis (meist
markante Warnung). Unwetter nicht ausgeschlossen.
Auf exponierten Bergen im Süden aufkommende Sturmböen.
Synoptische Entwicklung bis Dienstag 06 UTC
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Aktuell ... Nachts ändert sich an der Gesamtkonstellation nur wenig. Das
baltische Hochdruckgebiet zieht etwas nach Süden in Richtung Belarus und Ukraine
und auch das zugehörige Höhenhoch verlagert sich zur littauischen Küste. Der
langgestreckte Tiefkomplex vom Nordatlantik bis in den Mittelmeerraum bleibt uns
weiter erhalten. Die einsickernde Kaltluft kommt etwas nach Südwesten voran, so
dass ausgangs der Nacht die 850er Temperaturen wohl bis nach Württemberg,
Osthessen und dem südlichen Emsland auf 0 Grad sinkt und weiter östlich negativ
ist. Gleichwohl bleibt die Temperatur in tiefen Lagen im Westen und Süden meist
positiv. Nur bei Aufklaren gibt es örtlich geringen Frost. Im Norden, Osten und
im Ostbayern sowie auf der Alb und im Alpenraum sowie im Schwarzwald werden 0
bis -4 Grad angepeilt. Im Osten ist vereinzelt etwas Schneegriesel oder
Sprühregen möglich. Damit reichen heute gelbe Glättewarnungen. Im Süden und in
der Mitte ist örtlich Nebel möglich. Größere Wolkenlücken sind allenfalls im
Westen, Südwesten und in Alpennähe denkbar.
Im Norden weht zeitweise ein mäßiger Ost- bis Südostwind mit 5er und 6er Böen an
der Ostsee. Ansonsten weht nur ein schwacher Südost bis Ostwind.
Montag ... Bodenhoch und Höhenhoch verlagern sich weiter zur Ukraine. Von Westen
her kann der westeuropäische Langwellentrog Boden nach Osten gutmachen. Die
Achse eines vorgelagerten Kurzwellentroges ist am Abend über der südwestlichen
Nordsee zu finden. Auf seiner Vorderseite nimmt das Geopotentialfeld ein
indifferentes, leicht mäanderndes Muster an mit kurzwelligen Trog-Rücken-Mustern
über Mitteleuropa. Somit besteht zumindest zeitweise ein gewisses, aber doch
sehr limitiertes Hebungspotential. Von der Ostsee bis nach Mitteldeutschland
könnte dies wieder für etwas Schneegriesel oder Sprühregen sorgen mit
vereinzelter Glättegefahr. Der Rest des Landes bleibt meist trocken, wenn man
von Nebelnässen absieht, denn wieder lösen sich Nebel- und Hochnebelfelder nur
zögernd auf. Man muss aber konstatieren, dass die Sonnenanteile im Südwesten
zunehmen, auch die Leelagen (Erzgebirge, Bayrischer Wald, vor allem aber wieder
die Alpen) bekommen wohl mehr Sonne als am Sonntag. Im Westen könnten jedoch
schon wieder erste meist transparente hohe und mittelhohe Wolkenfelder
aufziehen. Die Temperaturverteilung in 850 hPa entspricht etwa der der Nacht -
vom Nordwesten über den Westen und Südwesten bis in den Süden Werte knapp über 0
Grad, sonst Werte knapp unter 0 Grad (dänische Grenze nahe -5 Grad). Damit kann
es im Nordosten, insbesondere in Vorpommern, tagsüber im Einheitsgrau
dauerfrostig bleiben. Sonst sind es von Nordost nach Südwest +1 bis +9 Grad, bei
Lörrach eventuell bis 11 Grad. Durch die Verlagerung des Hochdruckgebietes dreht
der Wind weiter auf Südost, und da im Norden der ohnehin nicht sehr scharfe
Gradient weiter auffächert, lässt der Wind im Tagesverlauf auch dort etwas nach,
im Süden und der Mitte ist er ohnehin schwach unterwegs.
In der Nacht zum Dienstag zieht sich das Hoch noch etwas nach Osten zurück, ein
2. Schwerpunkt erreicht Südrussland. Zusammen mit einem neuen Hochdruckkeil, der
von Grönland Richtung Nordmeer und Skandinavien gerichtet ist, mit einem Tief
beim Weißen Meer und dem Tief über dem Atlantik ergibt sich insgesamt ein
Viererdruckfeld, dessen Zentrum (Sattelpunkt) über dem Süden Skandinaviens
positioniert sein soll. Damit liegen wir etwa südlich dieses Sattelpunktes, und
vom Atlantik nähert sich die Warmfront des umfangreichen Zentraltiefs. Der Druck
über Deutschland fällt, in der 850er Temperatur macht sich die aufziehende
Warmfrontokklusion aber nur wenig bemerkbar - wohl aber in aufziehender hoher
und mittelhoher Bewölkung. Ob auch tiefe Bewölkung mit erstem Niederschlag den
äußersten Westen oder Südwesten erreicht wird von den Modellen noch nicht
einheitlich gesehen. Nur UK10 und Arome berechnen erste Regenfälle über der
Eifel, der Pfalz oder auch am südlichen Oderrhein. Die Tageszeit bzw. Nachtzeit
wäre natürlich wieder denkbar ungünstig. Da die Temperatur in der Nähe des
Gefrierpunktes liegt, könnte man sich erneut Glatteis vorstellen. Allerdings
geht die Temperatur mit der Bewölkung gegen Morgen um 1 bis 2 Grad hoch und der
Boden ist praktisch nicht gefroren und so ist eher keine Glätte zu befürchten.
Im übrigen Deutschland bleibt es trocken, über dem Süden und der Mitte bildet
sich wieder örtlich dichter Nebel. Von der Ostsee bis zu den Alpen gibt es
Tiefstwerte zwischen 0 und -4 Grad, im Westen +3 bis -1 Grad. Der Südostwind
weht meist schwach, an der Küste mäßig mit frischen bis starken Böen.
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Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 06 UTC
Dienstag ... Die Aussagen vom Frühbericht haben im Wesentlichen
weiter Bestand.
Die Niederschläge der Okklusion mit Warmfrontcharakter kommen unter Abschwächung
bis zum Abend etwa bis zur Mitte voran, eventuell bis zum Vogtland (IFS). Da die
Temperatur in den Gebieten mit Niederschlag tagsüber meist in den Plusbereich
ansteigen, ist Glätte nur vereinzelt ein Thema, denn höchstens an den Luvseiten
(Südostseiten) der Mittelgebirge könnte die Temperatur längere Zeit bei 0 Grad
hängen blieben und damit wäre vereinzelt Glätte möglich.
Im Norden und Osten sorgt der mäßige Südostwind für Temperaturen um 0 Grad und
hier ist vereinzelt Schneegriesel oder teils gefrierender Nieselregen möglich.
Kritischer wird es in der Nacht zum Mittwoch, wenn ein neuer Regenvorstoß durch
eine weitere Okklusion nach Deutschland kommt. Im Norden und Osten bleiben die
Temperaturen zwischen +1 und -3 Grad und bei gefrorenem Boden ist dann
gefrierender Regen möglich, meist im markanten Bereich. Jedoch sind lokal
unwetterartige Verhältnisse möglich. ICON-EU berechnet allerdings in weiten
Teilen Brandenburgs, in Ostsachsen und im östlichen Niedersachsen kaum
Niederschlag, während UK10 von Mittelbrandenburg bis zur Ostsee 0,5 bis 5 l/qm
simuliert. Es muss also noch abgewartet werden, um die Glättesituation im Norden
und Osten zu beurteilen. Im Nordosten Schleswig-Holsteins und im Raum Rügen ist
anfangs auch etwas Schnee möglich.
Anders im Westen und Süden Deutschlands: Hier ist Glätte durch weitere Milderung
kein Thema und der Regen verstärkt sich.
Insofern werden ab der Nacht die Themen Dauerregen und Tauwetter virulent.
Betroffene Regionen könnten Schwarzwald, die Alb, das Allgäu, die Rhön, der
Vogelsberg und die Pfalz sein.
Genaueres hierzu in der Frühübersicht von Montag.
Modellvergleich und -einschätzung
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Die Wetterumstellung ab Dienstag wird von fast allen externen Modellen gebracht,
leichte Differenzen beim Niederschlag ab Dienstag wurden beschrieben.
UK10 bringt eine nachhaltige Milderung im äußersten Norden und Nordosten nur
bedingt: Hier spaltet sich ein Randtief über Norddeutschland ab und im
Küstenbereich bleibt eine kalte Grundschicht erhalten, in 850 hPa steigt die
Temperatur am Mittwoch aber auch hier über null Grad. Schauen wir uns die
nächsten Modellläufe an, ob die Außenseiterlösung wirklich kommt oder ob sich
die milderen Varianten durchsetzen.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Olaf Pels Leusden